Grauer Übernachtungsmarkt: Couchsurfing bedroht klassische Hotels

Grauer Übernachtungsmarkt: Couchsurfing bedroht klassische Hotels

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Die neuen Herausforderer der deutschen Hotellerie sind Internetportale, über die Studenten, Familien, Privat- oder Geschäftsreisende mit schmalem Budget mit ein paar Klicks Privatzimmer oder Ferienwohnungen buchen können.

von Hans-Jürgen Klesse

Immer mehr Übernachtungsgäste buchen lieber über das Internet eine Bleibe bei Privatleuten als im Hotel. Die Deutsche Hotellerie klagt über Wettbewerbsverzerrungen durch so genannte Couchsurfing-Angebote.

Der graue Übernachtungsmarkt in deutschen Großstädten boomt und die Hotelbranche klagt über die wachsende Konkurrenz durch die privaten Bettenvermieter, weil die längst nicht so scharfe Auflagen erfüllen müssen wie die Hotellerie und häufig auch keine Steuern zahlen.

Die neuen Herausforderer der deutschen Hotellerie heißen airbnb, Wimdu, Housetrip, 9flats oder Gloveler: Internetportale, über die Studenten, Familien, Privat- oder Geschäftsreisende mit schmalem Budget mit ein paar Klicks Privatzimmer oder Ferienwohnungen in vielen Großstädten buchen können.

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Die Branchenorganisation Hotelverband Deutschland geht davon aus, dass solche Privatquartiere mit weniger als neun Betten ein Volumen von 87 Millionen Übernachtungen im Jahr generieren, "wobei die Dunkelziffer noch deutlich höher liegen dürfte", sagt Willy Weiland, Präsident des Berliner Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DeHoGa). "Allein bei uns in Berlin werden schätzungsweise 12.000 bis 15.000 Ferienwohnungen auf dem grauen Beherbergungsmarkt angeboten."

Ähnliche Probleme wie in Berlin hat die Hotellerie auch in Hamburg, München, Köln oder Düsseldorf: "Virtuelle Hotels mischen den klassischen Hotels auf", sagt Stephan Gerhard, Chef der Münchner Hotelberatung Treugast. Die Branche vermutet, dass mittlerweile ein Viertel der rund 370 Millionen Übernachtungen in Deutschland an die privaten Bettenanbieter verloren gehen.

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Tatsächlich ist das Wachstum von airbnb und den anderen großen Privatbetten-Portalen gigantisch: Der Marktführer hat sein Buchungsvolumen allein 2011 um 700 Prozent gesteigert, Gloveler, nach eigener Einschätzung die Nummer 4 im deutschen Markt, hat seinen Umsatz seit der Gründung vor fünf Jahren alle zwölf Monate verfünffacht. Wer seine Wohnung komplett oder zimmerweise vermieten will, um damit sein Haushaltsgeld aufzubessern, kann sein Angebot mit ein paar Klicks dort einstellen. Die Portale behalten dafür meist 15 Prozent des Übernachtungspreises als Vermittlungsprovision. Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt sind die beliebtesten Ziele bei Reisenden, die Privatquartiere bevorzugen.

Dabei sind die Privatbetten nicht mal unbedingt billiger als ein einfaches Hotel.

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