Griechenland-Krise: TUI rechnet schon in Drachme

Griechenland-Krise: TUI rechnet schon in Drachme

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Der Reiseveranastalter TUI will sicherstellen, dass er nach einer Währungsreform in Griechenland in der neuen Währung zahlen kann.

TUI verschickt neue Verträge an seine griechischen Partner. Der Reisekonzern will schon jetzt sicherstellen, künftig in Drachme zahlen zu können.

Während Europa vehement versucht Griechenland in der Eurozone zu halten, plant die TUI schon für die Zeiten danach. Wie die „Bild“ berichtete, hat der Reisekonzern Briefe an griechische Hoteliers verschickt, in denen er über die gewünschten Vertragsänderungen berichtet. Demnach will TUI sich vertraglich das Recht sichern, dass das Unternehmen bei einem Währungswechsel in Griechenland in der neuen Währung zahlen darf.

Der Schritt ist ein harter Schlag für die griechischen Vertragspartner: Er zeigt, dass das deutsche Unternehmen schon fest mit dem Untergang des „griechischen Euros“ plant.

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Sollte in Griechenland eine neue Währung eingeführt werden, so verliere diese in kürzester Zeit bis zu 60 Prozent an Wert, schätzen Experten. Dies würde damit auch für Zahlungen ausländischer Unternehmen, wie etwa des deutschen Reisekonzerns, gelten. Laut der „Bild“ wolle sich TUI deshalb mit den neuen Verträgen absichern.

Sattes Plus für TUI mit der Drachme
Außerdem ist der Tourismuskonzern aus Hannover der einzige Reiseveranstalter, der in Griechenland über eine große Anzahl an eigenen Häusern verfügt oder bestimmte Hotels durch Franchiseverträge exklusiv vermarktet. Da eine schwache Drachme die Kosten in Griechenland drücken würde, könnte TUI damit entweder die Marge steigern oder mit niedrigeren Preisen den Umsatz und damit die Gewinne verbessern.

Dem Bericht zufolge kritisierte der griechische Hotelierverband TUIs Forderungen. Andreas Andreadis, Präsident des Tourismusverbands, sagte, dass die kontaktierten Hoteliers die neuen Verträge nicht unterschreiben würden. Stattdessen habe man sich von Seiten des Verbands an das griechische Tourismus-Ministerium gewandt.

Mit der vertraglichen Absicherung schlägt TUI einen Weg ein, der eine hitzige Diskussion in der Wirtschaft befeuert: Zurzeit wird heftig diskutiert, ob die Rettung Griechenlands besser ist, als eine Rückkehr des Landes zur Drachme.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn etwa empfiehlt sogar eine Rückkehr zur alten griechischen Währung. In der Eurozone hätten die Griechen keine Chance wettbewerbsfähig zu werden, so der Präsident des ifo-Instituts. „Das geht nur durch Austritt und Abwertung.“

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