Gruner+Jahr: Aufsichtsrat segnet Aus für FTD ab

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Gruner+Jahr: Aufsichtsrat segnet Aus für FTD ab

von Peter Steinkirchner

Der Aufsichtsrat des Zeitschriftenverlags Gruner & Jahr hat wie erwartet das Aus für die "Financial Times Deutschland" beschlossen. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen.

Demnach wird die FTD voraussichtlich im Januar kommenden Jahres zum letzten Mal erscheinen. Nach Angaben der FAZ soll das Blatt bereits am 7. Dezember 2012 letztmals erscheinen. Seit dem Start der lachsfarbenen Zeitung im Februar 2000 soll das Blatt deutlich mehr als 250 Millionen Euro Verlust angehäuft haben. Eine Perspektive hat die Zeitung in den Augen von Vorstand und Aufsichtsrat nicht mehr.

Behalten will das Hamburger Verlagshaus dagegen das monatlich erscheinende Wirtschaftsmagazin "Capital", das mit deutlich kleinerer Mannschaft in Berlin angesiedelt werden soll. Noch offen ist dagegen die Zukunft der beiden Titel "Börse Online" und "Impulse". Der Gruner-Vorstand wird voraussichtlich noch bis Ende der Woche Optionen für die beiden Magazine prüfen. Ein Verkauf gilt als wahrscheinlichste Lösung.

Fakten zur Financial Times Deutschland

  • Mutige Gründung

    Der Start der "Financial Times Deutschland" im Februar 2000 war ein mutiges Projekt: Es war die erste Gründung einer überregionalen Zeitung in Deutschland seit der "taz". Zunächst teilten sich der Verlag Gruner + Jahr und die britische "Financial Times"-Mutter Pearson die Verantwortung, 2008 übernahmen die Hamburger das Blatt komplett.

  • Ein britischer Chef

    Bei der Gründung half Andrew Gowers vom Mutterblatt "Financial Times" als Chefredakteur. Ihm folgten im Oktober 2001 Christoph Keese (inzwischen eine Art Cheflobbyist beim Axel-Springer-Verlag) und Wolfgang Münchau (heute Kolumnist für die „Financial Times“). Seit Mitte 2004 steht Steffen Klusmann an der Spitze der Redaktion.

  • Sinkende Auflage

    Die Zeitung auf dem rosa Papier brachte frischen Wind in die deutsche Presselandschaft, hatte aber in den vergangenen Jahren mit Absatzproblemen zu kämpfen. Zwar blieb die Gesamtauflage mit etwas mehr als 100.000 Exemplaren relativ stabil, aber die sogenannte harte Auflage aus Abonnements und Einzelverkauf sank seit 2006 auf zuletzt 46.300.

  • Tiefrote Zahlen

    Das Wirtschaftsblatt hat in seiner gesamten Geschichte keine schwarzen Zahlen geschrieben. Insgesamt sind laut Medienberichten Verluste von 250 Millionen Euro aufgelaufen.

  • Gemeinsam sparen

    Eine erste harte Sparrunde läutete Gruner + Jahr bereits 2008 ein: Der Verlag gründete für seine Wirtschaftsmedien "FTD", "Börse online" und "Capital" eine Gemeinschaftsredaktion in Hamburg. Dort arbeiten 350 Mitarbeiter, davon 250 Redakteure.

  • Auszeichnungen

    Mitarbeiter der G+J Wirtschaftsmedien haben in den vergangenen Tagen eine beeindruckende Liste zusammen gestellt. Darin sind alle Journalisten- und Gestaltungspreise aufgeführt, die in den vergangenen vier Jahren von den Titeln eingeheimst wurden. Dazu zählen etwa die Auszeichnung "Wirtschaftsredaktion des Jahres" im Jahr 2012, der Herbet Quandt Medienpreis und der Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik.

Der Verlag Gruner + Jahr, der auch Magazine wie "Geo", "Gala", "Brigitte" und "Neon" herausgibt, gehört mit einem Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro (2011) zu den größten in Europa. Mehrheitseigener ist mit 74,9 Prozent die Bertelsmann SE & Co. KGaA. Eine Sperrminorität von 25,1 Prozent hält die Hamburger Verlegerfamilie Jahr.

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