Hans Rudolf Wöhrl: "Es gibt in Europa nicht nur Billigflug"

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InterviewHans Rudolf Wöhrl: "Es gibt in Europa nicht nur Billigflug"

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Hans Rudolf Wöhrl

von Rüdiger Kiani-Kreß

Der fränkische Multiunternehmer Hans Rudolf Wöhrl über seinen jüngsten Ausflug ins Fluggeschäft und den Bau einer neuen europaweiten Regionalairline.

WirtschaftsWoche: Herr Wöhrl, Air France-KLM meldet, Sie und Ihre Beteiligungsgesellschaft Intro stünde kurz vor dem Kauf des Air-France-Regionalgeschäfts unter der Marke CityJet. Der Deal galt bereits im Frühjahr als sicher und dann im September als gescheitert. Läuft es diesmal besser?

Wöhrl: Noch ist nichts unterschrieben. Wir sind in der Endphase und zuversichtlich. Wir haben ein verbindliches und damit unterschriebenes Angebot abgegeben. Verhandlungen wird es keine mehr geben, vielmehr muss der Anhörung der Mitarbeitergremien abgeschlossen sein, bevor das Angebot angenommen werden kann. Einer Zustimmung bedarf es dabei nicht. Aber wir sind zuversichtlich, dass es am Ende doch schneller geht als erwartet und wir uns bald einigen.

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Zur Person

  • Hans-Rudolf Wöhrl

    ,65 wurde bekannt durch seinen lukrativen An- und Verkauf von Fluglinien wie dem Billigflieger DBA oder der Touristiklinie LTU. Über seine Intro Holding steuert er Beteiligungen in der Nahrungsmittelbranche, Handel, Autozulieferern und Dienstleistern. Anfang November 2013 Woche hat der Ehemann der CDU-Politikerin und Miss Germany 1977 Dagmar Wöhrl das Berliner Fünf-Sterne-Hotel Brandenburger Hof übernommen über seine Immobiliengruppe Tetris sowie die von ihm und seinem Sohn Marcus kontrollierte Dormero Hotels & Resort mit zuvor acht Häuser in Dresden, Frankfurt, Hannover oder Stuttgart.

Woran hakt es denn konkret?

Über den konkreten Inhalt unserer Verhandlungen haben wir ebenso Stillschweigen vereinbart wie über den Kaufpreis.

Warum ziehen sich die Verhandlungen denn so lange hin?

Der Regionalverkehr wie ihn CityJet betreibt ist ein sehr kompliziertes Geschäft. Zwar war das Regionalgeschäft aus Sicht von Air France-KLM nicht mehr systemrelevant. Doch die Linie war zunächst nicht ganz sicher, was sie mit ihrer Tochter machen sollte. Einfach zumachen war keine Lösung, denn das war angesichts der hohen Hürden vor allem im französischen Arbeitsrecht irgendwo zwischen sehr schwierig und fast unmöglich. Doch auch der Verkauf war schwieriger, als Air France offenbar gedacht hat.

Warum? Es gab doch außer Ihnen auch viele Interessenten.

Das machte die Sache aber nicht einfacher. Denn die Ideen der einzelnen Anbieter lagen sehr weit auseinander. Unsere Beteiligungsgesellschaft Intro Aviation hatte von Anfang an eine realistische Einschätzung. Doch die war Lichtjahre entfernt von den Vorstellungen des ein oder anderen Finanzinvestors. Und auch Air France-KLM selbst  war sich vorsichtig ausgedrückt nicht jedes Details und aller Probleme bewusst. Aber als im Laufe des vergangenen Herbstes dann alle die Realitäten gesehen haben, wurden wir uns doch recht schnell einig.

Mit dem Verkauf von CityJet glaubt Air France-KLM offenbar nicht mehr an Regionalflüge abseits der Drehkreuze glaubt. Welche Zukunft sehen Sie, die Europas zeitgrößte Airline nicht sieht?

Eine gute Zukunft. Intro ist ja bereits seit 40 Jahren im Fluggeschäft unter anderem mit Engagements bei der Deutschen BA oder der LTU. Dazu kennen wir dank unserer aktuellen Beteiligung an der in Friedrichshafen ansässigen Intersky gerade den Regionalverkehr ganz gut. Wir wissen: es gibt in Europa nicht nur Billigflug und Geschäft für die großen Monopolisten wie Lufthansa, sondern auch einen Markt für Regionalverbindungen für Geschäftsleute abseits der großen Wirtschaftszentren in Europa. Dort wird es ein Revival geben, denn immer mehr Regionen leiden unter dem Mangel an solchen Verbindungen. Dem eine Plattform zu geben ist unsere Chance, wenn wir es richtig machen. Und das heißt zunächst mal, natürlich das Unternehmen zu sanieren.

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