Hartmut Mehdorn: "Strafzettel kriege ich nur morgens"

Hartmut Mehdorn: "Strafzettel kriege ich nur morgens"

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Geht noch lange nicht in Rente - Hartmut Mehdorn: "Meine Strafzettel kriege ich immer morgens, wenn ich schnell ins Büro will"

Quelle:Zeit Online

Der Ex-Bahnchef führt jetzt eine Airline. Hartmut Mehdorn über Enttäuschungen, anhaltende Arbeitswut und dünne Suppen

Der langjährige Bahnchef an der Spitze einer Fluggesellschaft. Ist das ein Seitenwechsel?

Hartmut Mehdorn: Sie dürfen nicht vergessen, dass ich auch lange Zeit Airbus-Chef war. Ja, und nun mache ich Air Berlin.

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Und legen sich dabei gleich wieder mit den Leuten an. Als Erstes haben Sie Prominenten die Freiflüge gestrichen. Haben die sich beschwert?

Keiner hat sich beschwert. Da ist mal wieder etwas künstlich aufgeblasen worden. Richtig ist: Air Berlin hat Markenbotschafter günstig oder kostenlos fliegen lassen. Das macht jeder Autobauer und Anzughersteller, bezogen auf seine Produkte, nicht anders.

Und nun braucht Air Berlin keine Botschafter mehr?

Auch wir brauchen Markenbotschafter. Wir können uns die im Moment nur nicht leisten. Wir müssen schlank und schmal werden und sparen. Wir streichen in diesem Jahr die Weihnachtsfeier, die Dienstwagen fallen eine Nummer kleiner aus. Wer kein Geld verdient, muss sparen.

Sie sind jetzt 69. Wäre der Job des Sanierers bei einem 40-Jährigen nicht besser aufgehoben?

Diese Frage müssen Sie dem Aufsichtsratsvorsitzenden stellen. Mir macht Arbeiten Spaß. Meine Strafzettel kriege ich immer morgens, wenn ich schnell ins Büro will, und nicht abends, wenn ich nach Hause fahre. Ich glaube außerdem, dass Berufserfahrung einen Wert hat. Ich weiß, wie man ein Unternehmen führt und wie man es in schwierigen Tagen wieder auf Spur bringt. Das habe ich in der Vergangenheit bewiesen.

Sie wollten mit dem Wohnmobil durch die USA touren und um die Welt segeln. Jetzt sind Sie doch wieder Manager. Wem wollen Sie noch etwas beweisen?

Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Als es bei Air Berlin den dringenden Wunsch nach einem Wechsel gab, mussten wir ein Führungsvakuum vermeiden. Und da gute Vorstandschefs nicht arbeitslos auf den Bäumen sitzen, war im Board, dem ich angehörte, schnell klar, dass jemand aus der Runde einspringen musste. Ich war bereit, Verantwortung zu übernehmen. Um die Welt segeln kann ich später noch.

Halten Sie es zu Hause nicht aus?

Wie kommen Sie darauf? Ich bin mehr als 45 Jahre mit derselben Frau verheiratet, und wir sind gute Partner. Wir haben drei Kinder großgezogen, fairerweise muss ich sagen, das hat vor allem meine Frau gemacht. Sie hat sich nie darüber beschwert, dass ich viel weg war, ich bin ja immer wiedergekommen. Es würde sie verrückt machen, wenn ich von morgens bis abends hinter ihr in der Küche stünde, um dann den Müll runterzutragen.

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