Hauptstadtflughafen: Mehdorn soll abgelöst werden

Hauptstadtflughafen: Mehdorn soll abgelöst werden

Beim Thema Hauptstadtflughafen will einfach keine Ruhe einkehren. Nach immer neuen Eröffnungsterminen und Kostenexplosionen gibt es jetzt wieder Personalspekulationen, auch um Flughafenchef Mehdorn.

Gleich zwei Ämter auf oberster Ebene der Flughafengesellschaft könnten schon bald neu besetzt werden. Aufsichtsratschef soll nach Informationen der „Berliner Morgenpost“, der Zeitung „B.Z.“ (Dienstagsausgabe) und des RBB der frühere Daimler- und Rolls-Royce-Manager Axel J. Arendt werden. Das Land wolle den 65-jährigen Luftfahrt-Experten vorschlagen, schreibt das Blatt. Der Posten wird nach dem Rückzug des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) frei. Laut „B.Z.“ wollen Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Finanzminister Christian Görke (Linke) die Personalie am Dienstag präsentieren.

So stiegen die Kosten des neuen Hauptstadtflughafens

  • Mehrkosten und kein Ende in Sicht

    Schon in der 15-jährigen Planungsphase stiegen die Kosten für den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Nach Baubeginn war es nicht anders. Ein Überblick über die Entwicklung:

  • September 2006

    Erster Spatenstich für den Airport mit einer Jahreskapazität von 22 Millionen Passagieren. Der Betreiber gibt die Kosten mit 2 Milliarden Euro an, die Bruttogeschossfläche des Terminals mit 220.000 Quadratmetern.

  • Juli 2007

    Die Kapazität steigt auf 25 Millionen Passagiere, die Investitionssumme erreicht 2,2 Milliarden Euro. Die Fläche wächst auf 300.000 Quadratmeter.

  • Juni 2009

    Der Flughafen wird erneut größer – und teurer: 27 Millionen Passagiere, 2,5 Milliarden Euro Investitionskosten. Für die Kredite von 2,4 Milliarden Euro bürgen Berlin, Brandenburg und der Bund.

  • Mai 2012

    Nach der Absage der für Juni geplanten Eröffnung sickert durch, dass der Bau in Wirklichkeit mindestens 3 Milliarden Euro kostet. Dazu tragen Umbauten nach geänderten Sicherheitsbestimmungen bei, aber auch Beschleunigungsversuche auf der Baustelle. Die Terminalfläche erreicht 340.000 Quadratmeter.

  • September 2012

    Erste Finanzspritze: Bund und Länder wollen 1,2 Milliarden Euro nachlegen, so für Baukosten, Betriebskosten des leeren Terminals und den falsch veranschlagten Schallschutz. Neuer Finanzrahmen: 4,3 Milliarden Euro.

  • Juni 2014

    Die zweite Finanzspritze steht bevor: Der Flughafen benötigt nach eigenen Angaben weitere 1,1 Milliarden Euro, um den Bau und den Schallschutz für die Anwohner fertigzustellen. Geben die Gesellschafter das Geld frei, dehnen sie den Finanzrahmen damit auf über 5,4 Milliarden Euro aus.

Brandenburgs Regierungssprecher Thomas Braune sagte dazu auf dpa-Anfrage, die Landesregierung werde sich am Dienstag „mit den Fragen der Entsendung der Brandenburger Mitglieder des Aufsichtsrates beschäftigen“. Das Gremium kommt an diesem Freitag zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Laut „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe) hat unterdessen auch schon die Nachfolgersuche für BER-Geschäftsführers Hartmut Mehdorn begonnen. Hier würden der Chef des Flughafens Köln-Bonn, Michael Garvens, und der Münchner Flughafenmanager Thomas Weyer als Nachfolgekandidaten gelten. Den Bericht zur Mehdorn-Nachfolge bezeichnete Braune als „Quatsch“. Er verwies darauf, dass Mehdorn einen Vertrag bis 2016 habe.

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Laut „Handelsblatt“ ist ein erstes Gespräch mit einem potenziellen Kandidaten für den 15. Dezember geplant. Dies wollten Brandenburgs Ministerpräsident Woidke und der designierte Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (beide SPD) führen, heißt es in dem Bericht. Die bestehenden Lärmschutzmaßnahmen am neuen Hauptstadtflughafen BER sind aus Sicht des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg im Großen und Ganzen ausreichend. Es wies am Montagabend Klagen der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und eines privaten Grundstückseigentümers ab, die sich auf die ursprünglich vom Planfeststellungsbeschluss prognostizierten - geraden - Flugrouten berufen hatten. Es sei nicht zu beanstanden, dass die Flughafengesellschaft beim Schallschutz die aktuell geltenden, nach dem Start abknickenden Routen zugrunde gelegt habe, urteilten die Richter und ließen keine Revision zum Bundesverwaltungsgericht zu. (Az. OVG 6 A 6.14 und OVG 6 A 13.14)

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