Hitachi: Deutsche Bahn will japanische Züge kaufen

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Rüdiger Grube will demnächst Züge von Hitachi für den Nahverkehr einkaufen

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Bahn ist unzufrieden mit ihren traditionellen Zuglieferanten Siemens und Bombardier. Künftig will sie auch Züge aus Japan kaufen.

Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte schon persönlich in Japan beim Mischkonzern Hitachi vorgesprochen: Der Hersteller des berühmten Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen möge seine Züge doch auch in Deutschland anbieten. Die Anwerbeversuche scheinen bei Hitachi Rail Systems gefruchtet zu haben. Zumindest mit ihren Nahverkehrszügen wagen sich die Japaner nun erstmals nach Deutschland. Mit der Deutschen Bahn schloss der Konzern aus Tokio eine Vereinbarung über den möglichen Bau von 60 S-Bahn-Zügen, ein Auftragsvolumen von rund 250 Millionen Euro.

Voraussetzung dafür ist, dass die Bahn-Tochter DB Regio den Zuschlag für das S-Bahn-Netz in Hamburg erhält. Die Hansestadt hatte den Betrieb der jährlich 12,7 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben – für 2018 bis 2033. Eine Entscheidung soll noch in diesem Monat fallen, die Deutsche Bahn gilt als Favorit.

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Grafik Bahn-Investitionen in Züge

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Hitachi wäre zwar nicht der einzige Bewerber für den Bau der S-Bahn-Züge, sollte die Bahn zum Zuge kommen. Die Japaner müssten sich in einer internen Ausschreibung noch gegen andere Hersteller durchsetzen. Doch die Chancen für Hitachi stehen so gut wie nie. Die Bahn ist mit den Leistungen ihrer derzeitigen Zulieferer, vor allem Bombardier und Siemens, sehr unzufrieden. Bombardier versagte beim Bau des Nahverkehrszuges Talent 2. Statt geplanter 178 Züge waren im Januar erst 26 Talent 2 im Einsatz.

Und Siemens fiel in letzter Zeit dadurch auf, Zusagen etwa beim Hochgeschwindigkeitszug ICE nicht einhalten zu können. Die Auslieferung von 16 ICE verzögert sich um mindestens ein Jahr.

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Die Deutsche Bahn will daher „die Zahl möglicher Zulieferer erhöhen“, heißt es aus Konzernkreisen. Das sei schon deshalb geboten, weil sich so die Preise drücken ließen. Schon im Dezember hatte der Konzern für bis zu 400 neue Nahverkehrszüge und Investitionen bis zu zwei Milliarden Euro einen Vorvertrag mit drei Herstellern geschlossen: Stadler aus der Schweiz, Alstom aus Frankreich und einem weiteren Neuling in Deutschland, Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF) aus Spanien.

Hitachi schickt für Hamburg den A-Train ins Rennen, der für den nötigen Gleichstromantrieb gerüstet ist. Das Design des Zuges kommt aus München, von Alexander Neumeister und seinem Team bei N+P Industrial Design. Sollte Hitachi der Markteinstieg gelingen, locken Folgeaufträge. Denn in den nächsten fünf Jahren werden 58 Prozent des deutschen Nahverkehrsmarktes neu ausgeschrieben. Wo Hitachi die Züge produzieren würde, ist noch offen. Für ein Werk in Europa spricht, dass der Konzern so das Wechselkursrisiko umgehen würde.

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