Hochtief: Top-Manager Romanski muss gehen

exklusivHochtief: Top-Manager Romanski muss gehen

von Harald Schumacher

Der vom spanischen ACS-Konzern feindlich übernommene deutsche Bauprimus Hochtief kommt nicht zur Ruhe. Top-Manager Bernd Romanski muss gehen.

Zwei Monate nachdem der bisherige ACS-Manager Marcelino Fernandez ohne Begründung Vorgänger Frank Stieler als Hochtief-Vorstandsvorsitzenden abgelöst hat, muss wieder ein deutscher Top-Manager gehen: Bernd Romanski, Vorstandschef der Tochter Hochtief Solutions, die für das europäische Bau- und das Servicegeschäft zuständig ist. Offiziell teilt die Hochtief-Zentrale auf Anfrage nur mit, Romanski habe sich krankgemeldet.

Wer Hochtief bereits verlassen hat

  • Stephan Hebgen

    Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat Vorstandschef Marcelino Fernández den Geschäftsführer der Hochtief-Solutions-Sparte Energie und Infrastruktur, Stephan Hebgen, von seinen Aufgaben freigestellt. Ende Oktober 2013 verabschiedete sich Hebgen, der zudem Mitglied im Solutions-Aufsichtsrat war und dort die Leitenden Angestellten vertrat, in einer E-Mail von den Mitarbeitern.

  • Frank Stieler

    Die spanische Mutter ACS setzt Hochtief-Chef Frank Stieler Ende November 2011 vor die Tür. Er hatte sein Amt erst im Mai 2011 angetreten. Insider vermuten, Stieler haben den Spaniern die Probleme der Tochter nicht schnell genug gelöst und Verkaufspläne nicht entschieden genug vorangetrieben.

  • Reiner Schränkler

    Schränkler, 48, leitet als Vorstandsvorsitzender die Sparte Concessions und war Chef der Flughafensparte. Die Sparte hat Chef Stieler zum Teil schon auf andere Manager übertragen, die Flughafensparte steht zum Verkauf. Schränkler muss sich "neuen beruflichen Herausforderungen stellen". Seine Aufgaben übernehmen die beiden verbliebenen Geschäftsführer Holger Linkweiler und Gerhard Schroeder.

  • Gerhard Peters

    Im September 2011 wird Personalchef Gerhard Peters entmachtet. Brisant ist die Entmachtung, weil Peters im Hochtief-Aufsichtsrat sitzt und dort zu den Gegnern der Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS zählte.

  • Bernward Kulle

    Auch Bernward Kulle, Vorstand der Tochter Concessions und Spezialist fürs Geschäft mit Öffentlich-Privaten Partnerschaften (ÖPP), reichte kurz nach der Übernahme die Kündigung ein.

  • Jens Rocksien

    Rocksien, 49, Cheflobbyist in Berlin und Leiter der Abteilung Politik und Verbände der Hochtief AG, verkündete Mitte Dezember 2011 seinen Abschied. Rocksien hatte seit September 2010 vergebens versucht, Bundesregierung und Abgeordnete zu einer schnellen Änderung des Wertpapierübernahmegesetzes zu bewegen, um die feindliche Übernahme von Hochtief durch ACS zu verhindern.

  • Martin Rohr

    Rohr verlässt den Konzern Ende Dezember 2011. Er war 15 Jahre im Konzern und leitete das Amerika-Geschäft und die Flughafensparte. Rohr war der letzte Konzernvorstands der Lütkestratkötter-Ära und zu diesem Zeitpunkt der achte Top-Abgang seit Stielers Amtsantritt.

  • Jutta Hobbiebrunken

    Die Leiterin der Konzernkommunikation, Jutta Hobbiebrunken, verlässt ebenfalls nach der verlorenen Übernahmeschlacht Mitte Mai 2011 das Unternehmen. Hobbiebrunken galt als enge Vertraute des früheren Vorstandschefs Herbert Lütkestratkötter. Sie war seit 1994 bei Hochtief und baute die Konzernkommunikation im In- und Ausland auf.

  • Peter Noé

    Vorstandsmitglied Peter Noé wollte nach dem Einstieg der Spanier nicht länger für Hochtief tätig sein, er verabschiedete sich kurz nach der feindlichen Übernahme im Mai 2011.

  • Burkhard Lohr

    Finanzvorstand Burkhard Lohr tritt kurz nach der Übernahme durch ACS ab. Lohr mochte sich nicht mit dem neuen Mehrheitseigner abfinden. Er wird durch vom ehemaligen Ferrostaal-Manager Peter Sassenfeld ersetzt.

  • Henner Mahlstedt

    Ende Oktober 2011 wirft der Vorstandschef der Bausparte Hochtief Solutions, Henner Mahlstedt, den Bettel hin.

  • Heiner Helbig

    Der Finanzvorstand der Sparte Solutions, Heiner Helbig, 54, wirft im Herbst 2011 das Handtuch, gemeinsam mit seinem Kollegen Henner Mahlstedt.

weitere Artikel

Fernandez will nun auch den unter Stieler abgeblasenen Verkauf der Hochtief-Flughafensparte durchziehen. Dafür hat er den Akquisitionsexperten Angel Muriel von ACS in die Essener Hochtief-Zentrale geholt. Gescheitert war der Verkauf damals am geforderten Preis von 1,5 Milliarden Euro. Möglich ist, dass Fernandez das Flughafenpaket nun billiger abgibt – etwa an den französischen Vinci-Konzern.

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Ob Muriel auch den stockenden Verkauf der Hochtief-Immobilientochter Aurelis vorantreibt, ist noch offen. Die Gesellschaft ist rund 150 Millionen Euro wert.

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