Hoffnung für Airbus : Emirates könnte doch noch A350 bestellen

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Hoffnung für Airbus : Emirates könnte doch noch A350 bestellen

Mitte Juni strich Emirates Airlines einen Großauftrag für den neuen Airbus A350. Nun zeigen die Araber doch wieder Interesse.

Neue Chance für Airbus: Der europäische Flugzeugbauer Airbus kann doch noch auf einen Auftrag von Emirates für den neuen High-Tech-Flieger A350 hoffen. Die arabische Fluggesellschaft will insgesamt 50 bis 70 zweistrahlige Großraumflieger bestellen und dabei die neuen Modelle von Airbus und Boeing prüfen, wie Emirates-Präsident Tim Clark der „Financial Times“ (FT/Dienstag) sagte. Es seien sowohl Gespräche mit Airbus als auch dem US-Rivalen Boeing geplant, der in dieser Flugzeugklasse den Dreamliner 787 im Angebot hat. Emirates hatte Mitte Juni seine frühere Bestellung von 70 Flugzeugen des Typs A350 komplett gestrichen.


Die überraschende Stornierung war ein Schock für Airbus - denn der Jet, der in wenigen Monaten erstmals ausgeliefert wird, ist für den europäischen Flugzeugbauer der neue Hoffnungsträger. Der Kurs der Airbus-Aktie sackte seit der Abbestellung um rund acht Prozent ab und entwickelte sich damit deutlich schlechter als der Gesamtmarkt. Am Dienstag legte das Papier rund ein Prozent zu. Mitte Juni hatten weder Airbus noch Emirates konkrete Gründe für die Stornierung genannt. Airbus-Verkaufschef John Leahy sagte lediglich, dass Emirates seine Flottenplanung überdacht und geändert habe. Emirates schwieg dagegen. Nach „FT“-Informationen gab es Zweifel bei der Airline, wie die Jets genau ausgestattet werden und wie sie sich bei Verbrauch und Flugleistung schlagen. Clark hatte vor der Abbestellung Kritik an der Langversion A350-1000 geübt. Die Gespräche über einen neuen Auftrag sollen zum Jahreswechsel aufgenommen werden, sagte Clark der „FT“.

Zuletzt hatte es bei neuen Flugzeugtypen immer wieder Probleme bei der Einführung gegeben. So durfte zum Beispiel der 2011 eingeführte Boeing-Flieger Dreamliner 787 im vergangenen Jahr zeitweise nicht fliegen, weil es Probleme mit Batteriebränden gab. Es könne daher sein, dass Emirates auch bei der A350 erst einmal abwarten wollte, hieß es in dem Bericht. Clark betonte gegenüber der „FT“, sein Unternehmen wolle ein „ausgereiftes“ Flugzeug erwerben. Eigentlich war die aufstrebende arabische Fluglinie der erste Besteller der A350. Emirates hatte die 70 Flieger bereits 2007 geordert. Laut Preisliste hatte der Auftrag damals einen Gesamtwert von rund 16 Milliarden US-Dollar (11,8 Mrd Euro). Heute würden für die 70 Maschinen laut Liste sogar gut 21 Milliarden Dollar fällig. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich.

In der Airbus-Produktion reißt trotz der Abbestellung nicht unmittelbar ein Loch auf: Zwar sank der Auftragsbestand für den Airbus A350 von 812 auf 742 Einheiten, allerdings sollten die Maschinen für Emirates erst in den Jahren 2019 bis 2023 ausgeliefert werden. „Das bringt uns jetzt keine finanziellen Belastungen“, hatte Airbus-Manager Leahy bei der Stornierung gesagt. Zudem hoffe er, rechtzeitig genügend neue Bestellungen für den Jet hereinzuholen. Die erste Maschine vom Typ A350 soll Ende 2014 bei der arabischen Qatar Airways in den Liniendienst gehen.

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Der A350 ist der jüngste Spross von Airbus und soll für Jahrzehnte zum Kassenschlager werden. Erst auf Druck großer Kunden hatte sich Airbus entschlossen, den Flieger als völlige Neukonstruktion in Angriff zu nehmen. Die Schätzungen für die Entwicklungskosten liegen bei mehr als zehn Milliarden Euro. Emirates bleibt trotz der Abbestellung Großkunde bei Airbus. Erst im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft ihre Bestellungen für das Großraumflugzeug A380 von 90 auf 140 Maschinen aufgestockt. Airbus will Boeing mit der A350 weitere Marktanteile abjagen. Die komplette Neuentwicklung mit einem Rumpf aus Kohlenstofffaser und sparsameren Triebwerken soll ihre betagtere Vorgängerin A330 schrittweise ablösen. Der Flugzeugbauer verspricht mehr Platz und Komfort für - je nach Variante - 276 bis 369 Passagiere, weniger Treibstoffverbrauch und geringere Wartungskosten für die Fluglinien.

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