Hotelier Rocco Forte: Gratwanderung zwischen Design und Funktion

InterviewHotelier Rocco Forte: Gratwanderung zwischen Design und Funktion

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Sir Rocco Forte hasst Kissenmenüs und lässt die Wanne im Badezimmer

von Thorsten Firlus-Emmrich

Kissenmenüs sind ihm ein Graus. Rocco Forte, Inhaber der nach ihm benannten Hotels, spricht über klauende Gäste, gemeinsames Zähneputzen und seine Expansionswünsche.

WirtschaftsWoche: Sir Rocco, Design in Hotelzimmern ist wichtig, bis hin zu den Lichtschaltern. Oft ist es in Häusern aller Anbieter schwer zu begreifen, wie man das Licht ausschaltet – dann lässt man es die Nacht einfach brennen. Muss das sein?

Sir Rocco Forte: Das sollte natürlich nicht so sein. Am besten ist auf oder am Nachttisch ein Schalter, der alles ausschaltet.

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Den Masterswitch gibt es oft. Der schaltet aber leider nicht auch die Stehlampe oder die Schreibtischlampe aus.

Ja, das kann passieren, ich habe auch schon einmal aufgegeben und das Licht teilweise brennen lassen.

Haben Sie sich auch schon mal beinah verbrannt, weil an den modernen und todschicken Armaturen kaum zu erkennen ist, welche Richtung heiß und kalt ist?

Auch das sollte nicht sein.

Aber der Gast erlebt es recht regelmäßig in Hotels aller Kategorien und aller Anbieter. Prüft das keiner vorher?

Selbstverständlich. Ich reise regelmäßig durch alle meine Betriebe. Und die Räume werden vorher genau geplant und auch in ihnen zur Probe gewohnt.

Zur Person

  • Sir Rocco Forte

    Forte, 67, ist der Sohn des Gründers der Forte-Hotels Baron Charles Forte. Rocco Forte war CEO der Hotelgruppe, die 1996 bei einer feindlichen Übernahme an die Granada Group ging und heute Forte Hotel Group heißt. Danach gründete Rocco Forte seine heutige Luxushotelgruppe, die mit dem Hotel de Rome in Berlin, dem The Charles in München und der Villa Kennedy in Frankfurt drei Hotels in Deutschland und acht weitere weltweit betreibt. Neben seiner Tätigkeit als Hotelier betreibt Forte Triathlon. Der Hobbysportler absolvierte als 60-Jähriger erfolgreich einen Ironman.

Offensichtlich häufig von Menschen mit besonderem Geschmack. Es sieht zwar schön aus, aber müssen Waschbecken oder gar Wannen mitten im Zimmer stehen, wie es immer häufiger zu sehen ist?

In der Branche werden immer neue Gimmicks gebraucht. Dinge, die die Gäste anziehen sollen und sie neugierig machen. Etwas, was sie zu Hause nicht kennen, was ein Erlebnis verspricht. In unseren Häusern stehen die Bedürfnisse des Gastes an erster Stelle und die Wanne im Bad. Hotels bedienen sich natürlich der Marktforschung. Aber wir entscheiden oft auf der Basis unserer eigenen Erfahrung – und der Kommentare unserer Gäste. Beschwerden gehe ich selber auf den Grund. Und bei meinen Besuchen fällt mir immer etwas auf, was man verbessern kann.

Zum Beispiel?

Das können atmosphärische Dinge sein, etwa dass ein Restaurant zu dunkel wirkt. Hier in Berlin zum Beispiel suchen wir eine Lösung, damit das Restaurant sich mehr zur Bar hin öffnet und so eine für den Gast erahnbare Verbindung geschaffen wird.

Hier im Hotel de Rome sollen Sie sogar wegen Ihrer Sportleidenschaft angeordnet haben, dass der Pool umgebaut wird.

Das hat mit meinem Training nur wenig zu tun gehabt. Aber ich wollte tatsächlich, dass der Pool eine gewisse Länge hat, damit der Gast sportlich seine Bahnen ziehen kann.

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