Hotelranking: Wo der Urlaub unvergesslich wird

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Hotelranking: Wo der Urlaub unvergesslich wird

Die Lust auf globalisierten Chic schwindet – prestigeträchtige Hotelmarken haben das Nachsehen. Gefragt sind heute Top-Häuser, die eine Geschichte erzählen und dem Gast ein Erlebnis bieten, das er nirgendwo sonst findet.

Die besten Stadthotels in aller Welt eint heute der Trend, die Stadt rund ums Hotel möglichst vergessen zu lassen. Die Gäste sollen sich wie in einem Country Resort fühlen – und doch den Vorteil genießen, innerhalb weniger Minuten downtown sein zu können. Unter den weltbesten Stadthotels gelingt dies dem Hotel Bel-Air (8) in Los Angeles, dem Royal Mansour (9) in Marrakesch, dem Cipriani (11) in Venedig, dem Four Seasons Hotel Firenze (12) und dem Oberoi Rajvilas (25) in Jaipur besonders gut. Sie alle sind überzeugende Business-Leisure-Hybride.

Bemerkenswerte Revivals gelangen beim diesjährigen Ranking dem Park Hyatt Sydney (10), dem Gritti Palace (24) in Venedig und dem Fullerton Bay Hotel (13) an der Marina Bay Waterfront in Singapur, das in der Wertung um zwölf Ränge stieg. Ähnlich große Sprünge machten das Mandarin Oriental New York (2) und das Four Seasons Hotel Bosphorus (14) in Istanbul.

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Die Bewertungsgrundlagen

  • Umfrage bei Top-Hoteliers

    Die Zeitschrift "Bilanz" befragte 120 führende Schweizer Hoteliers, wo sie am liebsten absteigen. Aus den mehr als 4000 schriftlich erhobenen Hotelempfehlungen wurden Ranglisten in sechs Kategorien erstellt. Bei der Benotung der Hotels waren die Anzahl der Nennungen und der Wertungsdurchschnitt ausschlaggebend.

  • Umfrage bei Reiseprofis

    85 Hotelkenner, Reiseprofis und Tagungsveranstalter wurden im Mai 2013 zu ihrer Beurteilung der führenden Hotels befragt.

  • Eigene Hoteltests

    Die Resultate basieren auf mehr als 400 Hotelbesuchen des Autors in den vergangenen 24 Monaten. Die Hotels wurden nach je 20 infrastrukturellen Kriterien (Spa-Einrichtungen, Zimmerkomfort, aktuelle Investitionen usw.) und "weichen" Kriterien (Servicekultur, Detailpflege, Innovationskraft usw.) bewertet.

  • Aktuelle Fachguides

    Es wurden die Einstufungen von relevanten Reise- und Gastro-Publikationen in ein einheitliches Bewertungssystem umgerechnet.

Mit beeindruckendem Design und Service hat sich The Upper House in Hongkong aus dem Nichts auf Rang 3 katapultiert. Es trifft genau die Nische, die man in dieser Stadt voller ambitionierter, aber nie ganz zufriedenstellender Hotels sucht (zu klein, zu laut, zu teuer, zu unflexibel), und bietet trotz lässigem Understatement alles, was man sich von den führenden Hotellerieketten wünscht. Die 117 Zimmer, die sich auf die obersten zehn Etagen eines Wolkenkratzers verteilen, sind mindestens 68 Quadratmeter groß – ihr Stil ist unaufgeregt und trotzdem anregend.

Die weltbesten Stadthotels
Rang 2013Rang 2012Hotel/Ort
124The Connaught London
210Mandarin Oriental New York New York
3NeuThe Upper House Hongkong
45The Mark New York
52Park Hyatt Tokyo Tokio
66Four Seasons Hotel New York New York
73The Peninsula Hong Kong Hongkong
81Hotel Bel-Air Los Angeles
912Royal Mansour Marrakesch
1018Park Hyatt Sydney Sydney
1119Cipriani Venedig
1211Four Seasons Hotel Firenze Florenz
1325The Fullerton Bay Hotel Singapur
1421Four Seasons Hotel Bosphorus Istanbul
158Four Seasons Hotel George V Paris
167The Savoy London
1715Mandarin Oriental Bangkok Bangkok
1817Crosby Street Hotel New York
1916Park Hyatt Shanghai Shanghai
2030Brown’s Hotel London
2123Adlon Kempinski Berlin
224Corinthia Hotel London London
23NeuThe Address Downtown Dubai
24NeuThe Gritti Palace Venedig
2522The Oberoi Rajvilas Jaipur
Quelle: Bilanz

"Where old school is the new cool" wäre der passende Spruch für die Londoner Luxushotellerie. Ein anderer lautete: Wer sich bewegt, der bleibt. Unbeeindruckt vom Auf und Ab der lauten Konkurrenten und in sensationeller Weise modernisiert, fängt das unlängst noch als schwerfällig geltende Traditionshaus The Connaught (1) bei aller englischen Gemütlichkeit den ganz speziellen Vibe Londons ein – unter anderem mit zwei attraktiven Bars und einer außergewöhnlichen Brunnenskulptur des Architekten Tadao Ando vor dem Eingang. Ganz ohne Allüren verleiht die Schweizer Direktorin Nathalie Seiler-Hayez dem heute weltbesten Stadthotel eine Qualität, die Ästhetik allein nicht schaffen könnte. Sie sagt: "Eine einzige unmotivierte Rezeptionistin kann das Erlebnis, das wir vermitteln wollen, zunichte machen."

Die Zeit des Bling-Bling ist auch in der Ferienhotellerie vorbei. Die Lust auf globalisierten Chic schwindet, das Segment der prestigereichen Hotelmarken verliert bei anspruchsvollen Vielreisenden an Bedeutung. Immer mehr gefragt sind individuelle Top-Häuser, die eine Geschichte zu erzählen haben und dem Gast ein Erlebnis bieten, das er so nirgendwo sonst findet.

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