
Eine Überraschung war die Nachricht nicht. Das Kölner Buchungsportal Hotel Reservation Service (HRS) hebt die Provision für die Vermittlung von Hotelzimmern ab März von 13 auf 15 Prozent an. Künftig zahlen Hoteliers dann bei einem Zimmerpreis von 100 Euro 15 Euro an HRS, wenn ein Kunde über die Webseite hrs.de ein Hotel bucht. Hoteliers laufen dagegen Sturm und kündigen für März eine „HRS-freie Woche“ an. Zudem prüft der Hotelverband eine Klage beim Kartellamt.
Die Klagen der Hoteliers sind verständlich. Nach der Fusion von HRS und hotel.de hat sich die Marktmacht der beiden Portale in Deutschland erheblich erhöht. Branchenkenner gehen von einem Marktanteil von 60 Prozent aus. Die Portale selbst sehen ihren Anteil deutlich niedriger. An den beiden Vermittlern kommt ein Hotelier aber heute kaum noch vorbei, wenn es alle möglichen Vertriebswege nutzen will, um sein Haus zu füllen.

Zimmerpreise: Ab 468 US-Dollar Eröffnung: Oktober 2009 Das an Shanghais historischem Flussufer gelegene "The Peninsula" ist laut einem Ranking des US-Wirtschaftsmagazins Fortune das beste Businesshotel der Welt. Die 235 Zimmer sind nach dem Vorbild eines Privathauses aus den Zwanzigerjahren eingerichtet. Geschäftskunden können im "Peninsula" aus einer Vielzahl an Annehmlichkeiten wählen - unter anderem können sich mit einem Rolls-Royce vom Flughafen abholen lassen. Im hauseigenen, mit einem Michelinstern ausgezeichneten Restaurant "Yi Long Court" speisen sie fürstlich. Bei Bedarf informiert sie ein persönlicher Berater über die lokalen (Geschäfts-) Sitten . Die Konferenzräume mit hohen Decken oder der Ballsaal mit 450 Sitzplätzen bieten darüber hinaus geschmackvolle Räumlichkeiten für kleinere oder größere Geschäftstreffen. Foto: The Peninsula

Den ersten Rang teilt sich das „Peninsula“ mit dem "Mandarin Oriental" in Barcelona. Das imposante, völlig überarbeite ehemalige Bankgebäude liegt in Barcelonas Geschäfts- und Einkaufsviertel, verfügt über 98 Zimmer und Suiten und wurde von der spanischen Designerin Patricia Urquiola konzipiert. Vier Tagungsräume bieten Platz für 18 Personen und sind jeweils mit der modernsten Technologie ausgestattet, um globale Konferenzen und Live-Übertragungen zu ermöglichen. Sollte es mal mit der Technik Probleme geben, steht der hauseigene "IT-Butler" mit Rat und Tat parat. Foto: Mandarin Oriental, Barcelona

Zimmerpreise: Ab 495 US-Dollar Eröffnung: August 2009 Das New Yorker "The Mark" ist das zweitbeste Business-Hotel der Welt. Die Eigentümer der legendären Befestigung an Manhattans Upper East Side spendierten dem Gebäude im Jahr 2009 eine Frischzellenkur in Höhe von 150 Millionen Dollar. Die Fassade aus dem frühen 20. Jahrhundert blieb erhalten, der Innenraum wurde saniert und erhielt einen modernen Anstrich. Designer Jacques Grange interpretierte die Einrichtung der Hotelzimmer und Geschäftsräume komplett neu, darüber hinaus entwickelte sich das das hausinterne Restaurant von Jean Georges Vongerichten zu einem beliebten Prominenten-Treffpunkt. Foto: The Mark, New York

Zimmerpreise: Ab 375 US-Dollar, Suites gibt es ab 660 US-Dollar Eröffnung: August 2009 Auch das "Jefferson" in Washington DC stammt aus den Zwanzigerjahren und wurde jüngst renoviert. Das einzige Washingtoner Hotel, das der Vereinigung der individuell betriebenen Luxushotels "Relais & Châteaux" angehört, verfügt auf den Zimmern über moderne Luxus-Features wie Bose iPod-Dockingstationen und Flachbildfernseher in den Badezimmerräumen. Das hauseigene Restaurant "Plum" gilt als das beste der ganzen Stadt. Geschäftsleute mit Spesenkonto schätzen die kostenlosen Orts- und Ferngespräche und den kostenlosen Internetzugang. Ebenfalls erwähnenswert: Für kleidungstechnische Notfälle verleiht das Hotel fehlende schwarze Gürtel und Schuhe. Foto: The Jefferson, Washington, D.C

Zimmerpreise: Ab 395 US-Dollar Eröffnung: Oktober 2009 Das vierstöckige, aus gelbem Sandstein gebaute "Le Gray" gehört zum Besitz des Londoner Hoteliers Gordon Campbell Gray und liegt im historischen Zentrum von Beirut. Seine 87 Zimmer und Suiten verfügen über eine moderne Einrichtung, der zusätzliche Sitzungssaal bietet Raum für zwölf Personen. Das vom australischen Architekt Kevin Dash konzipierte Gebäude trumpft auf mit einer gläsernen Dachterrasse mit einem großzügigen Pool. Die Sicht von dem Hausdach des Hotelrestaurants mit Blick auf das Mittelmeer und das Libanon-Gebirge ist atemberaubend. Foto: Le Gray, Beirut

Zimmerpreise: Ab 390 US-Dollar Eröffnung: Juni 2009 Das "Mamilla" in Jerusalem liegt im gleichnamigen Stadtteil mit Blick auf die Altstadt und ist das Ergebnis einer Kooperation des italienischen Designers Piero Lissoni und dem in Israel geborenen Architekten Moshe Safdie. Safdie verwendete für das Gebäude lediglich Gestein aus lokalen Quellen und verlieh dem Hotel damit ein Gefühl von Authenzität. Im Inneren befinden sich 194 Zimmer, Suiten und Studios mit dunklen Holzböden, individuellen schwarzen Ledermöbeln und Badezimmern, deren Wände mit Flüssigkristall verziert sind. Das Hotel verfügt über ein Hallenbad, die Sonnenterrasse und die italienische Brasserie auf der Dachterrasse bieten ein herrliches Stadtpanorama. Foto: Mamilla Hotel, Jerusalem

Zimmerpreise: Ab 728 US-Dollar Eröffnung: September 2009 Der neugestaltete legendäre marokkanische Palast im Herzen der Kaiserstadt Marrakesh liegt nur einen kurzen Spaziergang entfernt vom zentralen Marktplatz Djemaa El Fna und schmiegt sich an einen 17 Quadrathektar großen Garten an. Der Designer Jacques Garcia, der sich bereits für das erfolgreiche Pariser Hotel "Costes" verantwortlich zeigte, hat die 207 Hotelzimmer- und Suiten neu gestaltet und mit hölzernem Gitterwerk, traditionellen Fliesenarbeiten und opulenten Marmorbädern versehen. Auch schön: Der ozonbehandelte Pool inmitten auffälliger Mosaikinterieurs. Foto: La Mamounia, Marrakech

Das auf der Yas-Insel gelegene "Yas-Hotel" in Abu Dhabi ist Teil eines 36 Milliarden Dollar-teuren Tourismus-Entwicklungsprojekts und eine Show für sich. So erkennt man das Hotel aufgrund seiner metallischen Wolke in Gitterstruktur bereits meilenweit von außerhalb. Vom Hotel aus blickt man auf den imposanten Yachthafen und erreicht kurzen Weges die örtlichen Einkaufsmalls, Golfplätze und die Innenstadt. In den 14 Hotelrestaurants und -lounges findet sich für jeden ein stilles Plätzchen für ein ruhiges Mittagessen oder einen Kundentermin. Auch die sechs Tagungsräume und vier Sitzungsäle des Hotels bieten für größere Geschäftstreffen ein stilvolles Ambiente mit einem herrlichen Blick über die gesamte Insel. Nach den geschäftlichen Terminen bietet das "Yas" eine opulente Auswahl an Unterhaltungsmöglichkeiten, angefangen von Kamelrennen oder einer Wüstensafari. Foto: Yas Hotel, Abu Dhabi

Zimmerpreise: Ab 136 US-Dollar Eröffnung: Mai 2010 Das "Soho House Berlin" ist untergebracht im ehemaligen SED-Politbüro in der Torstraße im Berliner Stadtzentrum und ist damit die neueste und zeitgleich auch größte Eröffnung des Soho-Hotelimperiums. Alle 40 Zimmer können auch von Nichtmitgliedern gebucht werden. Auch der Zugang zu besonderen Annehmlichkeiten des Soho-Clubs wie die Bibliothek, Dachterrasse oder der Swimmingpool werden Nichtmitgliedern gewährt. Besondere Highlights sind das unterirdische 3D-Kinozimmer mit 36 Sitzplätzen und das exquisite Restaurant Cecconi’s im Erdgeschoss. Foto: Soho House

Zimmerpreise: Ab 437 US-Dollar Eröffnung: Oktober 2009 Mitten im Herzen des Geschäfts- und Handelszentrums in Hong Kong liegt das "Upper House", das vom renommierten lokalen Designer Andre Fu als urbane Oase konzipiert wurde. Der Säulenhalle des Hotels wurden vom britischen Designer Thomas Heatherwick geschaffen und bildet eine mediterrane Mischung aus Kalkstein und gebleichter Eiche. In den Zimmern setzt man ab der 38. Etage auf natürliche Hölzer und exklusives Shoji-Glas sowie lackierte Papierpanels, grünen Tee und lilafarbene Polsterungen. Schwindelerregend ist der Blick auf den Hafen "Victoria Harbour", eine weitere Besonderheit ist die 14-Meterlange offene Küche im Hotelcafé "Gray Deluxe", das die Rückkehr von Küchenchef Gray Kung nach Hong Kong markiert. Foto: The Upper House
Zimmerpreise: Ab 468 US-Dollar Eröffnung: Oktober 2009 Das an Shanghais historischem Flussufer gelegene "The Peninsula" ist laut einem Ranking des US-Wirtschaftsmagazins Fortune das beste Businesshotel der Welt. Die 235 Zimmer sind nach dem Vorbild eines Privathauses aus den Zwanzigerjahren eingerichtet. Geschäftskunden können im "Peninsula" aus einer Vielzahl an Annehmlichkeiten wählen - unter anderem können sich mit einem Rolls-Royce vom Flughafen abholen lassen. Im hauseigenen, mit einem Michelinstern ausgezeichneten Restaurant "Yi Long Court" speisen sie fürstlich. Bei Bedarf informiert sie ein persönlicher Berater über die lokalen (Geschäfts-) Sitten . Die Konferenzräume mit hohen Decken oder der Ballsaal mit 450 Sitzplätzen bieten darüber hinaus geschmackvolle Räumlichkeiten für kleinere oder größere Geschäftstreffen. Foto: The Peninsula
So nachvollziehbar die Wut der Hoteliers ist, so unwahrscheinlich ist der Erfolg ihres Protestes. Die Vermittlungsgebühr liegt mit 13 Prozent bei HRS und zwölf Prozent bei hotel.de unterhalb des Branchendurchschnitts von knapp 15 Prozent. HRS erhöht jetzt also auf ein nachvollziehbares Niveau. Hinzu kommt der Zusatznutzen, den HRS künftig bietet, nachdem das Kölner Unternehmen eine Kooperation mit Amadeus geschlossen hat: Das HRS-Hotelportfolio wird künftig auch über die Buchungsmaske der Reisebüros zu buchen sein. Das könnte sogar auch den Umsatz einzelner Hoteliers steigern.
Google steht in den Startlöchern
Die Kartellwächter werden all das berücksichtigen. Hinzu kommt, dass die Portalanbieter durch den Einstieg starker Wettbewerber wie Google neue Konkurrenz zu erwarten haben, die an der Marktmacht der beiden Portale rütteln wird. Der US-Konzern hat in den Vereinigten Staaten den Metasuchdienst Google Hotelfinder bereits erfolgreich in den Markt gebracht. Vielleicht denkt auch Amazon über ein ähnliches Angebot nach. Die Kartellamt dürfte die Gefahr für die deutschen Seiten ebenfalls berücksichtigen.
So bleibt den Hoteliers vermutlich nichts anderes übrig, als die Kröte zu schlucken und den erhöhten Vermittlungspreis zu zahlen.













