HRS-Hotelbuchungen: Vor Kraft strotzend

KommentarHRS-Hotelbuchungen: Vor Kraft strotzend

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Hoteliers, die ihre Zimmer über das Kölner Buchungsportal Hotel Reservation Service (HRS) vermitteln lassen, zahlen ab März 15 statt bisher 13 Prozent Provision.

von Christian Schlesiger

Die Hotelbuchungsportal HRS hebt die Provision für die Vermittlung von Zimmern. Hoteliers kämpfen dagegen – ihre Chancen stehen nicht gut.

Eine Überraschung war die Nachricht nicht. Das Kölner Buchungsportal Hotel Reservation Service (HRS) hebt die Provision für die Vermittlung von Hotelzimmern ab März von 13 auf 15 Prozent an. Künftig zahlen Hoteliers dann bei einem Zimmerpreis von 100 Euro 15 Euro an HRS, wenn ein Kunde über die Webseite hrs.de ein Hotel bucht. Hoteliers laufen dagegen Sturm und kündigen für März eine „HRS-freie Woche“ an. Zudem prüft der Hotelverband eine Klage beim Kartellamt.

Die Klagen der Hoteliers sind verständlich. Nach der Fusion von HRS und hotel.de hat sich die Marktmacht der beiden Portale in Deutschland erheblich erhöht. Branchenkenner gehen von einem Marktanteil von 60 Prozent aus. Die Portale selbst sehen ihren Anteil deutlich niedriger. An den beiden Vermittlern kommt ein Hotelier aber heute kaum noch vorbei, wenn es alle möglichen Vertriebswege nutzen will, um sein Haus zu füllen.

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So nachvollziehbar die Wut der Hoteliers ist, so unwahrscheinlich ist der Erfolg ihres Protestes. Die Vermittlungsgebühr liegt mit 13 Prozent bei HRS und zwölf Prozent bei hotel.de unterhalb des Branchendurchschnitts von knapp 15 Prozent. HRS erhöht jetzt also auf ein nachvollziehbares Niveau. Hinzu kommt der Zusatznutzen, den HRS künftig bietet, nachdem das Kölner Unternehmen eine Kooperation mit Amadeus geschlossen hat: Das HRS-Hotelportfolio wird künftig auch über die Buchungsmaske der Reisebüros zu buchen sein. Das könnte sogar auch den Umsatz einzelner Hoteliers steigern.

Google steht in den Startlöchern

Die Kartellwächter werden all das berücksichtigen. Hinzu kommt, dass die Portalanbieter durch den Einstieg starker Wettbewerber wie Google neue Konkurrenz zu erwarten haben, die an der Marktmacht der beiden Portale rütteln wird. Der US-Konzern hat in den Vereinigten Staaten den Metasuchdienst Google Hotelfinder bereits erfolgreich in den Markt gebracht. Vielleicht denkt auch Amazon über ein ähnliches Angebot nach. Die Kartellamt dürfte die Gefahr für die deutschen Seiten ebenfalls berücksichtigen.

So bleibt den Hoteliers vermutlich nichts anderes übrig, als die Kröte zu schlucken und den erhöhten Vermittlungspreis zu zahlen.

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