Hygiene-Skandal: Burger King will Franchisenehmer loswerden

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Hygiene-Skandal: Burger King will Franchisenehmer loswerden

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Kritiker bewerten den Erhalt von Ergün Yildiz als Miteigentümer der Yi-Ko-Holding als Augenwischerei

von Oliver Voß

Burger King räumt auf. Dem umstrittenen Franchisenehmer Ergün Yildiz droht der Rauswurf. Und mit einem bereits geschassten Filialbetreiber streitet der Konzern jetzt vor Gericht.

Wenigstens an der Autobahn A 1 zwischen Hamm und Hagen scheint die Welt von Burger King noch in Ordnung sein. An der Raststätte Lichtendorf wurde gerade eine neue Filiale eröffnet – zusätzlich zum Restaurant auf der gegenüberliegenden Seite der A 1.

Es ist ein kleiner Lichtblick für den krisengeplagten Deutschland-Chef Andreas Bork. Doch ein Anruf in der Raststätte zeigt, wie verunsichert die Betreiber nach den Berichten über geschundene Mitarbeiter und umetikettierte Salate sind. „In welcher Fahrtrichtung befindet sich denn die neue Filiale?“ Antwort: „Wir sagen gar nichts. Für Auskünfte müssen Sie in München anrufen.“

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Im Krisenmodus

Dort, in der deutschen Burger-King-Zentrale, arbeitet Bork seit zwei Wochen im Krisenmodus. In einem Werbespot entschuldigt er sich derzeit persönlich für die Versäumnisse und versucht so, dass Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Nachdem der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff einem Millionenpublikum im Fernsehen von Darmkeimen in der Küche berichtet hatte, brach über Burger King ein Shitstorm herein, wie ihn selten ein Unternehmen in Deutschland erlebte.

Burger-King-Chef Andreas Bork "Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen"

Die Zukunft der Skandal-Filialen von Burger King ist ungewiss, der umstrittene Franchisenehmer weiter Inhaber. Burger-King-Chef Bork über die Krise und den Verkauf der Restaurants.

Quelle: dpa

Doch noch zweifeln viele Kunden von Burger King, ob Bork wirklich reinen Tisch macht, wie er im Fernsehen suggeriert. Die Kritik zielt auf Ergün Yildiz, den Miteigentümer der Yi-Ko-Holding, die in Deutschland 90 Burger-Buden betreibt.

Zwar wich Yildiz auf Borks Drängen aus der Yi-Ko-Geschäftsführung, und Bork riss die Kontrolle über dessen Filialen an sich. Yildiz hatte Verträge selbstherrlich außer Kraft gesetzt und Betriebsräte schikaniert.

Gleichwohl ist Yildiz weiter Miteigentümer der Yi-Ko-Holding, was vielen Kunden übel aufstößt. Auf der Facebook-Seite von Burger King stehen viele Kommentare wie dieser: „Komplette Kündigung des Vertrages mit Yi-Ko, alles andere ist Augenwischerei.“

Fastfood-Kette Burger Kings unappetitliches Geschäftsgebaren

Nach einer RTL-Reportage steht Burger King unter Beschuss. Die Journalisten berichten über unhygienische Zustände und Sozial-Dumping. Wirtschaftlich geht die unappetitliche Strategie jedoch auf – die Frage ist, wie lang.

Noch macht Burger King ordentlich Geschäft, die Frage ist, wie lange noch. Quelle: dapd

Dass Burger King bei Mängeln zu einer harten Gangart fähig ist, weiß Willi Otto Andresen. Ihm hat der Konzern 2011 die Lizenz für seine zwei Restaurants in Hamburg entzogen, unter anderem wegen „falscher Lagerung von Bürsten“ oder „Roststellen an Regalböden“. Andresen geht dagegen vor und fordert von Burger King 116.723 Euro Schadensersatz.

Jetzt muss das Münchner Oberlandesgericht entscheiden, wann vermeintliche Hygienemängel den Rauswurf rechtfertigen. Im Vergleich zu den Missständen bei Yi-Ko lege der Burgerriese zweierlei Maßstäbe an, kritisiert Andresen: „Es ist ein Witz, dass sie nicht so hart durchgreifen wie bei mir.“

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