
Reisen verkaufen sich immer mehr über das Internet. Die Erkenntnis ist nicht neu, aber treibt Unternehmen zu Veränderungen. Das jüngste Beispiel: Der Vorstandschef des Reiseveranstalters L'Tur, Markus Orth, stutzt seinen Vorstand von vier auf drei Mitglieder. Künftig übernimmt Orth auch die Verantwortung für die 165 L'Tur-Shops. Der stationäre Vertrieb war bislang als eigenständiger Vorstandsbereich organisiert.
Die Entscheidung aus dem Nordschwarzwald zeigt, dass der Verkauf von Pauschalreisen mehr und mehr in das Internet abwandert. Sie ist auch ein weiteres Warnsignal für die Reisebüro-Landschaft in Deutschland insgesamt. Die Anzahl der Filialen sinkt seit Jahren stetig. Gab es 2002 noch weit mehr als 14.000 Verkaufsstellen, waren es Ende vergangenen Jahres nur noch rund 10.000 Reisebüros. Zwar konnte jede einzelne Filiale im Schnitt seinen Filialumsatz steigern. Dennoch ist jedem klar, dass der reine stationäre Vertrieb seine besten Zeiten hinter sich hat. L'Tur-Chef Orth will den stationären Vertrieb nun "besser in die neue digitale Welt einbinden". Die Zauberlosung heißt: der "integrierte Multi-Kanal-Ansatz".
- Bild: Screenshot
HLX
Das jüngste Portal der Branche ist das L-Tur-Produkt hlx.com - es ging im Dezember 2011 online. HLX baut komplette Urlaubsreisen mit Flug, Übernachtung und Extras von Verpflegung bis Transfers à la Minute nach den Wünschen des Kunden zusammen und vergleicht den eigenen Preis mit den Angeboten von 160 Wettbewerbern.
Im Unterschied zu vielen anderen Reise-Portalen vergleicht HLX keine vorgeschnürten Pakete, sondern greift auf 220 Millionen mögliche Kombinationen von Flug und Hotel aus dem Bestand der Reiseanbieter zu und zimmert ein persönliches Paket.
Bild: ScreenshotPlatz 10: Travelocity Europe
Umsatz 2010: 130 Mio. Euro
Travelocity belegt nach Schätzungen der fvw-Redaktion den zehnten Platz der Online-Reiseportale in Deutschland mit Portalen wie www.lastminute.de. Ein Vergleich des Umsatzes mit Zahlen aus dem Jahr 2009 ist nicht möglich, weil einige Unternehmensteile für die diesjährige Schätzung weggelassen wurden.
Pluspunkte gibt es für Hotelvideos, kleine Reisegeschichten, Top-Ten-Listen und das breite Angebot inklusive Ferienhäusern.
Abzüge gibt es für ein etwas unübersichtliches Layout, die relativ komplizierte Suche und noch spärlich vorhandenen Bewertungen.
Quelle für die Umsatzzahlen: fvw-Das Magazin für Touristik und Business-Travel
Bild: ScreenshotPlatz 9: Travix (BCD)
Umsatz 2010: 150 Mio. Euro
Mit seinen Portalen www.cheaptickets.de und www.flugladen.de belegt Travix den neunten Platz im Ranking.
Bild: ScreenshotPlatz 8: RTK-Gruppe
Umsatz 2010: 191,2 Mio. Euro
Die RTK-Gruppe betreibt Merson.de, RT-Reisen.de (siehe Bild) und etliche Mitgliederportale.
Bild: ScreenshotPlatz 7: Comvel
Umsatz 2010: geschätzte 2010 Millionen Euro*
Comvel betreibt die Portale weg.de, ferien.de und payback-reisen.de.
Pluspunkte sammeln die Reiseseiten des Kölner Media Ventures dadurch, dass neben der Suchmaske auch eine freie Suche möglich ist, eigene Skiseiten mit Web-Cams angeboten werden und eigene Veranstalter-Angebote.
Abzüge gibt es für die im Gegensatz zu anderen Portalen etwas aufdringliche Werbung
* Die Schätzungen beruhen auf Expertenmeinungen, Angaben zum Traffic und den genannten Vorjahresumsätzen
Bild: dpaPlatz 6: TUI
Umsatz 2010: geschätzte 225 Millionen Euro
TUI ist unter anderem mit den Portalen TUIfly.de, 1-2Fly, Discount-Travel.de im Web präsent. Größter Umsatzbringer ist das ehemalig Airline-Portal Tuifly.com, das seit 2009 von TUI Deutschland betrieben wird.

Platz 5: Holidaycheck
Umsatz 2010: geschätzte 410 Mio. Euro; + 46,5 %
Holidaycheck.de ist ein Tochterunternehmen der Tomorrow-Focus. Die Angaben zum Umsatz basieren auf deren Angaben zum Nettoumsatz im Bereich E-Commerce und berücksichtigt zudem Expertenmeinungen.

Platz 4: Opodo
Umsatz 2010: 468 Mio. Euro, + 14,4 %
Opodo sichert sich Platz vier mit nur einem Portal, Opodo.de.
Bild: ScreenshotPlatz 3: Schmetterling
Umsatz 2010: 488,2, + 16,2 %
Schmetterling ist nach eigenen Angaben drittgrößter Online-Reiseportalbetreiber. Die fvw-Experten schließen aber nicht aus, dass das Unternehmen bei den Angaben einige Umsätze doppelt zählt.
Die Reiseportale von Schmetterling sind unter anderem schmetterling.24.de und buche24.de.
Bild: ScreenshotPlatz 2: Expedia
Umsatz 2010: 745 Mio. Euro; + 23 %
Expedia war einer der Pioniere im Markt für Online-Buchungen und hat sich dort schon lange etabliert. Der Betreiber setzt nach wie vor allein auf die Seite expedia.de und ist börsennotiert.
Pluspunkte sammelt das Portal mit seiner übersichtlichen Seite, seinem eigenen Reiseangebot, vielen Zusatzinfos und Bewertungen.
Abzüge gibt es für die etwas US-lastigen Informatioen und die sehr präsente Werbung.
HLX
Das jüngste Portal der Branche ist das L-Tur-Produkt hlx.com - es ging im Dezember 2011 online. HLX baut komplette Urlaubsreisen mit Flug, Übernachtung und Extras von Verpflegung bis Transfers à la Minute nach den Wünschen des Kunden zusammen und vergleicht den eigenen Preis mit den Angeboten von 160 Wettbewerbern.
Im Unterschied zu vielen anderen Reise-Portalen vergleicht HLX keine vorgeschnürten Pakete, sondern greift auf 220 Millionen mögliche Kombinationen von Flug und Hotel aus dem Bestand der Reiseanbieter zu und zimmert ein persönliches Paket.
Die Entscheidung aus dem Nordschwarzwald zeigt auch, dass L'Tur sein Geschäftsmodell inzwischen durch lukrative Sparten erfolgreich erweitert hat. Der Anteil der verkauften Reisen über das Internet macht heute schon mehr als 50 Prozent aus.
Insgesamt setzte das Unternehmen, das zu 70 Prozent dem britischen Reisekonzern TUI Travel gehört, im abgelaufenen Geschäftsjahr 459 Millionen Euro um – ein Plus von sieben Prozent. Insgesamt buchten rund eine Millionen Kunden eine Reise bei L'Tur. Der Online-Anteil soll weiter steigen.
Neben dem Verkauf der eigenen Veranstalter-Produkte hat L'Tur zunehmend das Vermittlungsgeschäft für TUI übernommen. So verkauft L'Tur beispielsweise Last-Minute-Produkte des Mutterkonzerns. Außerdem laufe der Verkauf von Bahn-Reisen und Kreuzfahrten "sehr erfolgreich", wie L'Tur mitteilt. "Dieser Entwicklung tragen wir mit der neuen Führungsstruktur Rechnung", sagt Orth. Vor allem im Bereich der Last-Minute-Bahnreisen hat sich L'Tur in der jüngsten Vergangenheit bei einer wachsenden Anzahl von Kunden einen Namen gemacht.
























