Immobiliengesellschaft: Anlegeranwälte entern Pleite-Unternehmen WGF

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Immobiliengesellschaft: Anlegeranwälte entern Pleite-Unternehmen WGF

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Wohnbauprojekt der WGF AG in Berlin Prenzlauer Berg.

von Henryk Hielscher

Mit einer gewagten Personalrochade versuchen Anlegeranwälte bei der insolventen Immobiliengesellschaft WGF zu retten, was zu retten ist: Sie übernehmen selbst das Kommando bei dem havarierten Unternehmen.

Neue Wende im  Fall des insolventen Immobilienunternehmens WGF: Die beiden prominenten Anlegeranwälte Klaus Nieding und Julius Reiter sollen ins Management der Pleitegesellschaft einziehen. Der renommierte Düsseldorfer Jurist Reiter soll künftig als Vorstand der Westfälischen Grundbesitz und Finanzverwaltung AG die Sanierung unterstützen. Nieding, der zugleich Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz ist, soll den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen. Auf diesem Weg soll die „bestmögliche Verwertung der Immobilien“ gesichert werden, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Kanzleien. „Wir sind davon überzeugt, dass das den Anleiheinhabern deutlich mehr Werte bringt, als jede andere Lösung“, so Reiter.

Tatsächlich zählen die Anleihegläubiger – wie in zahlreichen anderen Fällen - zu den Hauptleidtragenden der Insolvenz. Ihnen schuldet das Unternehmen rund 200 Millionen Euro. Sie sollen laut Insolvenzplan, der wiwo.de vorliegt, in einem ersten Schritt bis Ende 2015 42,4 Millionen Euro zurück erhalten, das entspricht einer Quote von 21,2 Prozent. Stimmen sie bei der Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zu, werden zusätzliche Beträge von 25 Millionen Euro bis 2018 über so genannte Besserungsscheine in Aussicht gestellt. Damit würde die Rückzahlungsquote auf 44 Prozent steigen.

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Klar ist: Die Verluste werden für die Anleger in jedem Fall schmerzhaft sein. Kernziel des Insolvenzplans ist es, der Gesellschaft mehr Zeit für den Verkauf der Immobilien zu geben. Damit sollen wertvernichtende Notverkäufe wie sie im Zerschlagungsfall drohen, möglichst vermieden werden. Zugleich soll sich die Unternehmensgruppe künftig ausschließlich auf die Projektentwicklung konzentrieren.

Offen ist, ob der bisherige Vorstandschef Sergio Pino dabei auf Dauer noch eine Rolle spielt. Er ist für die Pleite mitverantwortlich, durfte aber weiter an Bord bleiben, da das Verfahren als so genannte Insolvenz in Eigenverwaltung geführt wird. Zur Seite gestellt wurde Pino indes der Sanierer Bernd Depping und als Kontrollorgan der Sachwalter Rolf Rattunde von der Berliner Kanzlei Leonhardt Rechtsanwälte. Offiziell wird die Schieflage des Unternehmens damit begründet, dass der Absatz von Kapitalmarktprodukten infolge „öffentlich vorgetragener Zweifel am Geschäftsmodell“ ab Juli 2011 „abrupt zum Erliegen“ kam, wie es im Insolvenzplan heißt. „Weil nun frisches Kapital ausblieb, konnte die WGF AG nicht mehr am Markt agieren.“   

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