Insider-Informationen: Tui-Großaktionäre prüfen offenbar Übernahme durch Tui Travel

Insider-Informationen: Tui-Großaktionäre prüfen offenbar Übernahme durch Tui Travel

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Großaktionäre der Tui-AG prüfen laut Insider-Informationen die Übernahme der Tui-AG durch die Tochter Tui-Travel.

Die Tui-Eigner spielen Insidern zufolge Pläne für einen Zusammenschluss des Konzerns mit seiner britischen Tochter Tui Travel durch.

Favorisiert werde derzeit ein sogenannter Reverse Takeover, bei dem Tui Travel den Mutterkonzern Tui AG kaufe, sagten drei mit der Sache vertraute Personen zu Reuters. "Die Idee ist, zwei Unternehmen aus der gleichen Branche zusammenzubringen", erläuterte ein Insider aus dem Umfeld eines der größten Aktionäre. Hauptantrieb seien die Kostensenkungen, die durch solche eine Transaktion zu erzielen seien.

Der Tui-Konzern mit Sitz in Hannover hält 56,4 Prozent an Tui Travel. Die Tochter entstand 2007 durch die Fusion von großen Teilen des Tui-Reisegeschäfts mit dem britischen Rivalen First Choice - seitdem ist Tui Travel an der Londoner Börse notiert. Jedoch wurden nicht alle Reiseaktivitäten verschoben - unter anderem gehören die Kreuzfahrtsparte und einige Hotels noch zum Mutterkonzern, ebenso wie ein Anteil an Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd. Die Schifffahrt verliert seit einem Strategieschwenk 2008 an Bedeutung und seitdem prüfen die Eigner Konzepte, um die Kosten bei Tui und Tui Travel durch ein Zusammengehen zu drücken. Die Unternehmen verfügen beispielsweise über eigene Zentralen - in Hannover und London. Eine Fusion könnte Einsparungen von 500 Millionen Euro erzielen, sagten zwei der Insider. Analysten veranschlagen das Sparpotenzial auf lediglich etwa 100 Millionen Euro. Sprecher der Tui AG und von Tui Travel wollten sich dazu nicht äußern.

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Der neue Plan steht im Widerspruch zu einer anderen Idee, die in der Vergangenheit wiederholt diskutiert wurde: Dass die Tui AG die noch ausstehenden rund 44 Prozent an Tui Travel kauft. Allerdings habe der Mutterkonzern dafür nicht genug Geld auf der hohen Kante und werde sich die Mittel auch nur schwerlich am Kapitalmarkt besorgen können, da das Unternehmen an der Börse mit einem deutlichen Abschlag zu den Konkurrenten gehandelt werde, sagte einer der Insider.

"Die Zahlen sprechen gegen einen solchen Deal", sagte er. Hingegen wäre ein Reverse Takeover, bei dem etwa zehn Euro je Tui-AG-Aktie gezahlt würden, machbar und wertsteigernd für die Aktionäre. Die beiden größten Aktionäre der Tui AG - der russische Milliardär Alexej Mordaschow mit 25 Prozent und der Schifffahrtsunternehmer John Fredriksen aus Norwegen mit 15 Prozent - trieben den Versuch eines Reverse Takeovers voran. Die Diskussionen mit anderen Anteilseignern über den Plan seien "konstruktiv", sagte der Kenner.

Mordaschow und Fredriksen waren 2008 und 2009 bei der Tui AG eingestiegen, zu Kursen weit über dem derzeitigen Niveau von 7,45 Euro. Das Investment war für die beiden deshalb ein Millionengrab. Fredriksen hat auch bei Tui Travel einen Fuß in der Tür - mit einer Beteiligung von 5,4 Prozent ist er zweitgrößter Aktionär des englischen Unternehmens.

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