Insolvenz des Franchisenehmers: Wie es bei Burger King weitergeht

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Insolvenz des Franchisenehmers: Wie es bei Burger King weitergeht

, aktualisiert 12. Dezember 2014, 11:00 Uhr
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Burger King: Wie geht es nach der Insolvenz der Yi-Ko-Tochter "Burger King GmbH" weiter?

von Henryk Hielscher, Florian Zerfaß und Oliver Voß

Nach der Pleite der Betreibergesellschaft von 89 Burger-King-Filialen  hat sich ein Gläubigerausschuss formiert – das Gremium zeigt, auf wen es im Insolvenzverfahren wirklich ankommt.

Den medialen Todesstoß ihrer Geschäfte mit Burger King erlebten die Geschäftspartner Ergün Yildiz und Alexander Kolobov gemeinsam: An einem Montagabend im November hatten sich die beiden Gesellschafter der Yi-Ko Holding in einem Konferenzraum einer Hamburger Anwaltskanzlei getroffen, um über die Zukunft des Unternehmens zu verhandeln: Als der RTL-Beitrag des „Team Wallraff“ über die von ihnen betriebenen 89 Burger-King-Restaurants begann, unterbrachen die Beteiligten ihre Verhandlungen und schauten sich den Bericht zusammen an.
Der TV-Beitrag gilt als einer der letzten Auslöser für die Pleite der Burger King Gmbh, die zum Reich von Yi-Ko gehörte. Am Mittwoch hat der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft beim Amtsgericht Stade den Insolvenzantrag eingereicht. Rund 3000 Mitarbeiter hoffen nun, dass der vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter Marc Odebrecht von der Kölner Wirtschaftskanzlei Görg schnell eine Lösung für die Restaurants findet.

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Chronologie - Der Streit bei Burger King

  • 19. November

    Die Fast-Food-Kette kündigt ihrem Franchisenehmer Yi-Ko fristlos und begründet den Schritt unter anderem mit Vertragsverstößen. Die 3000 betroffenen Beschäftigten bangen um ihre Jobs. Die Yi-Ko Holding betreibt über ihre Tochter "Burger King GmbH" 89 der Fast-Food-Restaurants in Deutschland.

  • 21. November

    Burger King beliefert die Filialen von Yi-Ko nicht mehr mit Waren und lässt dem Franchiser die Nutzung von Marke und Firmenlogo verbieten. Damit stehen die Schnellrestaurants vor der Schließung.

  • 23. November

    Die ersten gekündigten Filialen müssen dichtmachen.

  • 24. November

    Yi-Ko muss auch die restlichen Filialen gezwungenermaßen schließen.

  • 26. November

    Nach einem Gesellschafterwechsel hofft der Franchiser auf Bewegung im Streit mit Burger King. Nach dem Rückzug von Ergün Yildiz ist der Russe Alexander Kolobov Allein-Eigentümer von Yi-Ko.

  • 28. November

    Yi-Ko unterbreitet in dem Streit einen Lösungsvorschlag und will auch Forderungen von Arbeitnehmervertretern erfüllen. Burger King will die Vorschläge prüfen.

  • 5. Dezember

    Burger King und der Franchiser verhandeln weiter über eine Lösung für die 89 geschlossenen Filialen.

  • 8. Dezember

    In dem Streit zeichnet sich eine mögliche Lösung ab. Eine vor dem Landgericht München geplante Verhandlung über den Streit um die Marken-Nutzung wird aber abgesagt.

  • 10. Dezember

    Burger King gibt bekannt, dass Verhandlungen mit Yi-Ko gescheitert sind. Am Nachmittag wird für die Betreibergesellschaft und Yi-Ko-Tochter "Burger King GmbH" Insolvenzantrag beim Amtsgericht Stade gestellt.

Dabei wird er nach Informationen der WirtschaftsWoche bereits von einem vorläufigen Gläubigerausschuss unterstützt und kontrolliert. Das Gremium soll die Interessen der Gläubiger schützen und wacht - ähnlich einem Aufsichtsrat - über den Ablauf des Insolvenzverfahrens. Neben der Gewerkschaft NGG, der Bundesagentur für Arbeit und dem Manager eines Logistikunternehmens ist auch ein Vertreter von Burger King Europe an Bord. Die Besetzung zeigt bereits, auf welche Beteiligten es bei den Verhandlungen in den nächsten Tagen ankommen wird.

Burger King steht dabei an erster Stelle. Ohne die Zustimmung der Amerikaner zur Nutzung der Franchiselizenzen bleibt wohl nur die Abwicklung der Betreibergesellschaft. Doch auch bei der Fast-Food-Kette ist der Druck groß, das Überleben der Filialen zu sichern. Jedes achte der rund 700 Burger-King-Restaurants in Deutschland ist derzeit geschlossen, was für empfindliche Umsatzrückgänge sorgt.

Burger King und Yi-Ko Der Insolvenzverwalter übernimmt das Kommando

Einsatz an der Fritteuse: Der Insolvenzexperte Marc Odebrecht soll als vorläufiger Insolvenzverwalter in den Filialen des umstrittenen Yi-Ko-Tochter "Burger King GmbH" retten was zu retten ist.

Die Verhandlungen zwischen Burger King und dem umstrittenen Franchiser Yi-Ko über eine Lösung für die 89 geschlossenen Schnellrestaurants sind gescheitert. Quelle: dpa

Wann öffnen die Burger King Filialen wieder?

Nur wenige Stunden nach dem Insolvenzantrag hielten Verwalter Odebrecht und Burger-King-Manager eine abendliche Telefonkonferenz ab, um den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen zu besprechen. „Alles verlief konstruktiv, alle haben guten Willen bekundet“, sagte ein Sprecher Odebrechts. Voraussichtlich bis zum Wochenende sei Odebrecht nun mit einer Bestandsaufnahme beschäftigt. Oberstes Ziel sei es, die Filialen so schnell wie möglich wieder öffnen zu können. Ein Termin dafür sei aber noch nicht absehbar.

Das Kapitel Yi-Ko begann im Mai 2013. Damals hatte Burger King Deutschland ursprünglich 91 Filialen an den Lizenznehmer Yi-Ko verkauft. Wenig später berichteten die WirtschaftsWoche und andere Medien über die Probleme in den Filialen. Doch erst, als RTL einen Beitrag über die Zustände in den Yi-Ko-Restaurants ausstrahlte, reagierte auch Burger King und versuchte den Franchisenehmer - zunächst mit guten Worten, später mit rechtlichen Schritten - zu Änderungen zu bewegen.

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Im November eskalierte der Streit. Burger King kündigte Yi-Ko mit Verweis auf Vertragsverstöße fristlos, verbot die Nutzung von Firmenlogo und Marke und stoppte auch die Belieferung mit Ware. Dieter Stummel, Chef der operativen Aktivitäten von Yi-Ko, sprach da bereits offen von einer drohenden Insolvenz.

Kurzzeitig keimte Hoffnung auf, dass mit einem vollständigen Rückzug von Yildiz die Wogen noch geglättet werden könnten. In einem Hamburger Notariat wurde besiegelt, dass Yildiz weichen muss, Kolobov dafür der neue starke Mann bei der Holding wird.

Geholfen hat der Gesellschafterwechsel nicht. Nach einem Verhandlungsmarathon erklärte Burger King die Gespräche am Mittwoch für gescheitert. Wenig später folgte der Insolvenzantrag.

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