Insolvenz-Studie: So wenige Firmenpleiten wie zuletzt in den 90er-Jahren

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Insolvenz-Studie: So wenige Firmenpleiten wie zuletzt in den 90er-Jahren

Überraschend sinken die Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1996. Dennoch bleiben die Gläubigerschäden hoch: Alleine im ersten Halbjahr verursachten Insolvenzen Forderungsverluste von 12,8 Milliarden Euro.

Die gute Wirtschaftsentwicklung in Deutschland wird die Zahl der Firmenpleiten 2013 nach Verbandsangaben wohl auf den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahrzehnten drücken. Zudem dürfte es deutlich weniger Privat-Insolvenzen geben, teilte der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen am Dienstag nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedern mit. Die gute Binnennachfrage, nicht zuletzt gefördert durch die anhaltende Niedrigzinsphase, bringt den positiven Trend. Genau hier sieht der BDIU aber auch kommende Gefahren. "Ein Konsum auf Pump ist eine tickende Zeitbombe, die bei einem Abschwung der Wirtschaft enormen Schaden zufügen kann", warnte Verbandspräsident Wolfgang Spitz. Laut Angaben der Schufa laufen derzeit etwa 17,4 Millionen Ratenkredite für Verbraucher - die Hälfte mehr als noch vor zehn Jahren.

Insgesamt werde im laufenden Jahr mit einem Rückgang der Firmenpleiten um etwa acht Prozent auf 26.000 gerechnet. Weniger gab es zuletzt 1996. Die Zahl der Bürger, die Privat-Insolvenz anmelden, werde wohl ebenfalls um etwa acht Prozent auf rund 90.000 sinken. Allerdings berichten auch 33 Prozent der BDIU-Mitglieder, dass private Schuldner jetzt schlechter zahlen als noch vor einem halben Jahr. Grund sind Überschuldung (laut 80 Prozent der Inkassounternehmen), ein unkontrolliertes Konsumverhalten (69 Prozent) sowie Arbeitslosigkeit (61 Prozent - Mehrfachantworten waren möglich).

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Junge Konsumenten haben keine Finanzkompetenz

Besonders kritisch sehen die Inkassofirmen die Entwicklung der Zahlungsmoral bei jungen Verbrauchern. Diese sind vor allem bei Telekom-Unternehmen und Online-Händlern verschuldet, während Erwachsene ihre Schulden vor allem gegenüber ihrer Bank haben. Unter 25-Jährige stehen durchschnittlich mit 8.200 Euro bei ihren Gläubigern in der Kreide. Zudem zahlen 18- bis 24-Jährige laut 47 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Rechnungen schlechter als über 25-Jährige. Grund, warum diese Konsumschulden eingegangen werden, ist laut Umfrage eine mangelnde Finanzkompetenz. "Wir fordern: Der Umgang mit Geld und das Vermeiden von Schulden müssen Thema in den Schulen werden", so BDIU-Vizepräsidentin Marion Kremer. "Wir unterstützen dabei insbesondere das Projekt Schulschwein, das bereits Grundschulkindern und deren Familien den werteorientierten und verantwortungsvollen Umgang mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Geld vermittelt."

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Der Forderungsverlust pro privatem Insolvenzfall liegt laut Verband aktuell bei rund 53.000 Euro. Auch der Schaden durch Firmen-Pleiten ist weiter beträchtlich: So hätten sich allein im ersten Halbjahr 2013 die Forderungsverluste auf 12,8 Milliarden Euro summiert. Ein Sorgenkind bleibt auch die öffentliche Hand, also etwa Bund, Länder und Kommunen. Ihre Außenstände erreichen inzwischen fast 80 Milliarden Euro. Handwerker und Baufirmen klagen häufig über zögerliche Zahlungen öffentlicher Auftraggeber.

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