Insolvenzverwalter: Wer betreut die meisten Pleitefälle im Land?

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Insolvenzverwalter: Wer betreut die meisten Pleitefälle im Land?

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Zwar ist im ersten Halbjahr 2013 die Zahl der Insolvenzen zurück gegangen, aber die Insolvenzverwalter und Kanzleien haben trotzdem viel zu tun

von Henryk Hielscher

Welche Insolvenz-Kanzleien in den ersten sechs Monaten des Jahres die meisten Pleitefälle beackert haben.

Flaute im Insolvenzgewerbe? Wer sich an die Wirtschaftsschlagzeilen im ersten Halbjahr erinnert, dürfte die Frage mit spontanem Kopfschütteln quittieren:  Der Call-Center Dienstleister Tectum  meldete Insolvenz an ebenso wie Strumpfikone Kunert Fashion. Feuilleton-Freunde durften über Wochen den suhrkampschen Volten folgen und Krimi-Fans sich von flackernder Spannung beim Leutenhersteller Hess und dem Energiediscounter Flextrom in Atem halten lassen.

Schon Wochen vor dem Praktiker-Finale und den Nahtod-Erfahrungen von Solarworld und IVG  schienen die Geschäft von Sanierern und Verwaltern eigentlich wieder anzuziehen. Eigentlich. Denn eine Erhebung des der Online-Plattform Insolvenz-Portal für die WirtschaftsWoche zeigt, dass die Zahl der bis zum 30. Juni neu eröffneten Verfahren sogar leicht sank. Der Betreiber der Plattform, der Karlsruher Informationsdienstleister STP Portal, wertete dafür sämtliche Veröffentlichungen deutscher Amtsgerichte zu Insolvenzanmeldungen von Kapitalgesellschaften aus. Zudem versuchten die Experten, alle Schutzschirm- und Eigenverwaltungsverfahren zu erfassen.  

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Neue Sanierungsinstrumente boomen

Das Resultat: "Trotz vieler spektakulärer Zusammenbrüche hat sich die Gesamtzahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr auf einem niedrigen Niveau eingependelt", bilanziert Insolvenzportal-Chef Jens Décieux. Die Zahl der vorläufigen Verfahren sackte von 4184 im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 4116 Verfahren. Warum derzeit ausgerechnet vermeintlich stabile Traditionsmarken und verzweigte Konzerne unter Druck stehen, beleuchtet die WirtschaftsWoche in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die Statistik zeigt auch, dass der Boom der neuen Sanierungsinstrumente weiter anhält. "Allein im ersten Halbjahr wurden bereits in 116 Fällen Schutzschirm- und Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet", sagt Décieux. "Seit der Insolvenzrechtsreform im Frühjahr 2012 wurde damit fast 300 Mal von den neuen Sanierungsmöglichkeiten Gebrauch gemacht."

Ein paar Großinsolvenzen auf der einen Seite, insgesamt jedoch bestenfalls stagnierende Pleitezahlen auf der anderen Seite – wie liefen angesichts der Gemengelage die Geschäfte im Insolvenzgewerbe und wer zog die meisten Fälle an Land? 

Sicher, allein die Zahl der vorläufigen Verfahren ohne Berücksichtigung von Größe und Vermögensmasse der jeweiligen Unternehmen, lässt keine direkten Rückschlüsse auf den wirtschaftlichen Erfolg einzelner Kanzleien zu. Und doch bietet die Aufstellung interessante Hinweise auf die Reputation bei Gläubigern und Gerichten und auf die Akkordarbeiter in der der Verwalterzunft.

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