Internet-Reiseportal: Die Luft wird dünner für Unister

KommentarInternet-Reiseportal: Die Luft wird dünner für Unister

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Thomas Wagner, Chef des Leipziger Unternehmens Unister. Die Justiz hat die Internet-Firma ins Visier genommen.

von Christian Schlesiger

Neue Vorwürfe belasten das Geschäftsmodell des Leipziger Portalbetreibers Unister. Firmengründer Thomas Wagner steht mit dem Rücken zur Wand.

Neue Verdachtsmomente gegen den Leipziger Portalbetreiber Unister: Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden hat ihre Ermittlungen ausgeweitet und wirft dem Leipziger Unternehmen vor, Adresshandel betrieben und Preisangaben auf Seiten wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de gefälscht zu haben. Seit längerem schon steht Unister zudem im Verdacht, illegal Versicherungen verkauft und dabei Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Das Unternehmen wies die neuen Vorwürfe als unzutreffend zurück. 

Solange kein Richter Recht gesprochen hat, gilt die Unschuldsvermutung. Doch so langsam wird die Luft für Gründer und Unternehmenschef Thomas Wagner sowie weitere Führungskräfte dünn. Das Sündenregister ist jetzt schon lang. Mitunter sind es Petitessen, etwa dann, wenn Verbraucher eine Versicherungspolice, die beim Buchungsprozess vorab eingestellt ist, wegklicken müssen. Kunden sind auch mündige Bürger. Doch wenn sie durch ein zweifelhaftes Gütesiegel in die Irre geführt werden, ist das schon eine andere Nummer. Teilweise erhebt Unister bei Flugbuchungen erst dann Servicegebühren, wenn die Buchung fast abgeschlossen ist. Der BGH entschied aber bereits, dass der Endpreis sofort ersichtlich sein müsse. Hier ist die Grenze des Erlaubten überschritten.

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Unister Unister-Gründer bewegt sich auf schmalem Grat

Thomas Wagner hat ein Imperium von Internet-Portalen aufgebaut. Interne E-Mails werfen nun die Frage auf, ob er beim Verkauf von Versicherungsprodukten das Erlaubte überdehnte.

Quelle: Laif

Das gilt erst recht, sollten sich die jüngsten Verdachtsmomente erhärten. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden habe den „Verdacht, dass über mehrere Jahre Kundendaten ohne Wissen der Betroffenen verkauft worden sind an kommerzielle Adresshändler“. Damit habe Unister mehrere Millionen Euro gemacht. Die Ermittlungen wegen illegalen Adresshandels seien durch eine Strafanzeige des sächsischen Datenschutzbeauftragten ins Rollen gebracht worden. Unister teilt mit, man sei über diese Anschuldigung „nicht nur überrascht, sondern sie entbehrt jeder Grundlage.“

Doch wie oft entbehren die Anschuldigungen eigentlich noch jeder Grundlage?

Reiseportal-Betreiber Unister Interne E-Mails könnten Gründer und Chef Wagner belasten

Seit mehreren Wochen ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden gegen den Gründer und Chef des Leipziger Internet-Unternehmens Unister, Thomas Wagner, wegen des unerlaubten Vertriebs von Versicherungsprodukten und Steuerhinterziehung.

Logo von Unister an der Firmenzentrale Quelle: dapd

Unister-Gründer Wagner hat nun angekündigt, sich von der Spitze des Unternehmens zurückzuziehen. Doch ein Nachfolger ist noch immer nicht gefunden. Es wäre dringend Zeit für einen echten Neuanfang. Jede schlechte Nachricht erschüttert die Glaubwürdigkeit von Unister. Wirtschaftliche Folgen jetzt sind schon erkennbar. TUI und Alltours verkaufen ihre Reisen nicht mehr über ab-in-den-urlaub.de – geschätzt ein Umsatzverlust im zweistelligen Millionenbereich. Auch Verbraucher werden sich bei Buchungen über Unister-Seiten verstärkt zurückhalten. Bei der Vielzahl der kleinen und größeren Sünden sowie der harten Verdachtsmomente der Staatsanwaltschaft wäre das allzu verständlich.

Unister-Gründer Wagner steht inzwischen mit dem Rücken zur Wand.  

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