Joey's Pizza & Co.: Expansionswelle im Pizzageschäft

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Joey's Pizza & Co.: Expansionswelle im Pizzageschäft

von Rebecca Eisert und Oliver Voß

Joey's Pizza will die Zahl der Filialen verdoppeln und heizt der Konkurrenz im Onlinegeschäft kräftig ein. Herausforderer Domino's hat das Nachsehen. Gefahr droht den Pizzabäckern aber noch von dritter Seite.

Pizza geht immer. Als schnelle Schnitte in der Mittagspause, als Nervennahrung in arbeitsreichen Nächten und sogar als Katerfrühstück - kalt nebst Cola. Pizza ist nach Pasta das Lieblingsgericht Nummer zwei der Deutschen. Deshalb rollen Teigbällchen wie auch der Rubel bei Pizza-Lieferdiensten wie Joey's, Hallo Pizza und Domino's. "Home-Delivery bleibt der stärkste Trend im Außer-Haus-Markt", sagt Peter Christopher vom Branchenverband der Hotellerie und Gastronomie, dehoga in Berlin. "Früher ist man, wenn man keine Lust aufs Kochen hatte, ins Restaurant gegangen. Heute bestellt man sich etwas beim Lieferdienst - dann hat man später auch keinen Abwasch und der Hunger ist schnell gestillt". Fast alle Pizza-Lieferdienste in Deutschland - Joey's, Smiley's, Call it, Pizza Max usw. - sind in den letzten beiden Geschäftsjahren im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Der Trend zum Bestellservice werde, so Christopher, auch vom niedrigeren Mehrwertsteuersatz gestützt. Auf Liefer-Pizza werden nur sieben Prozent fällig, auf die Margherita im Restaurant dagegen 19 Prozent. "Das verschafft den Lieferdiensten natürlich einen leichten Wettbewerbsvorteil", erklärt Christopher.

Deutschlands beliebteste Lieferessen
LieferessenProzentsatz aller Bestellungen
Pizza28%
Italienisch
(ohne Pizza)
24%
Asiatisch16%
Internationale Küche11%
Sushi5%
Indisch4%
Amerikanisch3,5%
Griechisch3%
Türkisch2,5%
Deutsch
(inkl. Schnitzel)
1%
Rest2%
Quelle: Lieferheld, Januar 2014
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Rund 800 Filialen professioneller Pizza-Lieferdienste gibt es in Deutschland. Allein Marktführer Joey's Pizza möchte die Zahl seiner Standorte innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre auf 400 Filialen verdoppeln. Doch damit nicht genug. Den Hunger nach Quattro Stagioni, Pizza Funghi und Hawaii will Geschäftsführer Karsten Freigang noch öfter per Internet-Bestellung stillen.

Bereits jetzt macht Joey's 40 Prozent seines Jahresumsatzes von 128 Millionen Euro im Netz. Statt zum Hörer greifen die Kunden immer öfter zum Tablet oder Smartphone. Im Laufe dieses Jahres, schätzt Joey's Geschäftsführer Karsten Freigang, werde der Anteil der Bestellungen via Website und App über 50 Prozent liegen. "Beide Onlinekanäle wachsen stark und werden den Anteil an telefonischen Bestellungen bald einholen."

Im neuen Webshop können Kunden zum Beispiel schon am Montag Pizza für den Fußballabend mit Freunden am Samstag ordern. Wer will, kann seiner Spezial-Pizza-Kreation einen eigenen Namen geben und über Facebook mit Freunden teilen. Aktuell zählt Joey's dort 160.000 Fans. Bei der letzten Crowdsourcing-Aktion reichten sie 8000 verschiedene Rezeptideen ein. Das Engagement im Netz wird für den Marktführer immer wichtiger - birgt aber auch Gefahren. 2012 etwa legte ein Hackerangriff das Portal Lieferando lahm. Freigang: "Online-Shops werden leider immer wieder von solchen Attacken betroffen sein. Wir nehmen dieses Problem sehr ernst und sind gut vorbereitet." Bei letzten Relaunch habe man auch aktuellste Sicherheitsvorkehrungen im Hinblick auf Firewall-Anforderungen und DDOS-Attacken-Schutz berücksichtigt.

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