Junge Hotel-Ketten: Motel One und 25hours erobern die Innenstädte

Junge Hotel-Ketten: Motel One und 25hours erobern die Innenstädte

Junge deutsche Hotelketten erobern die Stadtzentren und provozieren die Luxusplatzhirsche. Was macht Motel One und 25hours so erfolgreich?

Andreas Jacobs checkt ein im 25hours Bikini am Breitscheidplatz in Berlin, er wohnt „gern in Hotels, die innovativ und unkompliziert sind, gleichzeitig Stil und Klasse haben“. An Alternativen mangelt es dem Vorstand der Jacobs Holding nicht. Ausgerechnet der alte Westen der Hauptstadt, das Areal zwischen Gedächtniskirche und Ku’damm, ist das Zentrum der neuen deutschen Hotelrevolution: In Rufweite des 25hours (Eröffnung 2014) ragt im 118 Meter hohen „Zoofenster“ das ein Jahr ältere Waldorf Astoria in den Himmel.

Und gleich gegenüber, gleichsam auf Augenhöhe mit dem teuren Luxus in Toplage, eröffnet in dieser Woche das Motel One Upper West, das bisher größte Haus der Kette, mit 582 Zimmern.

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Die drei Hotels könnten unterschiedlicher kaum sein. Das Waldorf Astoria ist eine klassische Fünf-Sterne-Herberge. Das 25hours steht für Boutique-Schick. Und das Motel One wendet sich an Gäste, die junges Design zum günstigen Preis schätzen und dabei gerne auf den Concierge verzichten.

Wo die Welt Urlaub macht

  • Platz 10

    2016 zählte Österreich 28,1 Millionen Besucher

    Quelle: Statista / UNWTO
    Die vorliegende Statistik in der Branche Tourismus bildet die Top 10 Reiseziele aller Nationen nach Besucher im Jahr 2016 ab. Die Werte beruhen auf einer Hochrechnung auf Basis der World Tourism Organization (UNWTO).

  • Platz 9

    Thailand mit 32,6 Millionen Besuchern im Jahr 2016

  • Platz 8

    Mexiko mit 34,9 Millionen Besuchern im Jahr 2016.

  • Platz 7

    Großbritannien mit 35 Millionen Besuchern im Jahr 2016.

  • Platz 6

    Deutschland mit 35,5 Millionen Besuchern im Jahr 2016.

  • Platz 5

    Italien mit 52,6 Millionen Besuchern im Jahr 2016.

  • Platz 4

    China mit 59,3 Millionen Besuchern im Jahr 2016.

  • Platz 3

    Spanien mit 75,3 Millionen Besuchern im Jahr 2016.

  • Platz 2

    USA mit 75,6 Millionen Besuchern im Jahr 2016.

  • Platz 1

    Frankreich mit 79,9 Millionen Besuchern im Jahr 2016.

Jedes der drei Häuser verfolgt eine andere Strategie, um schwarze Zahlen zu schreiben. Luxushotels bauen auf hohe Margen beim Zimmerpreis, 25hours zählt auf eine hohe Auslastung (Berlin: 92 Prozent). Und Motel One optimiert seine Flächen: Die Zimmer bieten knapp 17 Quadratmeter, für Restaurants ist kein Platz. Kurzum, man könnte annehmen, jedes der drei Häuser habe eine eigene, treue Klientel. Aber das ist „ein Irrtum“, sagt Dieter Müller, der Gründer und Chef von Motel One: „Der gleiche Gast, der bei uns für 69 Euro wohnt, geht vielleicht für 300 Euro in ein Sterne-Restaurant oder wohnt beim nächsten Berlin-Besuch im Adlon.“

Offenbar haben sich Distinktionsbedürfnisse und Standesgefühle von Hotelbewohnern weitgehend in Luft aufgelöst. Der moderne Reisende entscheidet situativ, nach Tageslust und Reiselaune, er optiert manchmal für teuer, groß und klare Linie, dann wieder für klein, preiswert und mit etwas Plüsch. Der aus der wohlhabenden Kaffee-Dynastie stammende Andreas Jacobs könnte sich das Waldorf Astoria problemlos leisten, ein modern gestaltetes Großstadthotel in kühlem Art-déco-Stil. Aber hier in Berlin fehlt Jacobs (und dem Hotel) der Spaßfaktor. Gibt es eine Bar im Waldorf? Jedenfalls keine, über die man spricht.

Die Reise-Gurus Wie neue Portale den Urlaub günstiger machen

Booking.com und Co. galten lange als die Schrecken der etablierten Reisekonzerne. Nun werden die Angreifer selbst von neuen Rivalen aufgemischt.

Start-ups wie Urlaubsguru.de machen das Reisen günstiger. Quelle: Presse

Die Monkey Bar in der zehnten Etage des 25hours Bikini mit ihrer Sicht in den Zoo hingegen brummt schon am frühen Nachmittag – ein Plus für viele Hotelgäste, ebenso wie die Lobby mit Wohnzimmerambiente, eine „Mini“-Flotte und kostenlose Leihfahrräder. Das 25hours will mit diesem Service keinen höheren Rang in der Hotelklassifizierung erreichen, im Gegenteil: Das 146-Zimmer-Haus, ab 140 Euro aufwärts, pfeift auf Sterne und folgt stattdessen nur „eigenen Vorstellungen darüber, was die Gäste brauchen“, sagt Hoteldirektor Dirk Dreyer: Lifestyle und Unverwechselbarkeit. Keines der acht Häuser der 2005 gegründeten 25hours-Gruppe gleicht einem anderen. Man habe früh wahrgenommen, dass es „in der Hotellerie zunehmend standardisierte Produkte“ gebe, sagt Christoph Hoffmann, Mitbegründer und Geschäftsführer von 25hours, „daher unser Motto: ‚Kennst du eins, kennst du keins‘“.

Vintage-Kiosk und Lounge-Bereich

Im Idealfall schaffen Lifestylehotels nicht nur einen Ort, an dem man sich gern aufhält, sondern sie reüssieren selbst als Hotspot, der auch von Einheimischen frequentiert wird. Darauf spekuliert 25hours in Zürich mit seiner Neueröffnung in der Langstrasse, einem Quartier für Nachtschwärmer, in das sich das Hotel mit Vintage-Kiosk und Lounge-Bereich einfügen wird.

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