Kandidaten für den Chefposten: Weiter alles offen bei Lufthansa

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Kandidaten für den Chefposten: Weiter alles offen bei Lufthansa

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Die Fakten sprechen eher gegen die Möglichkeit Ex-Telekom-Chef René Obermann zum Nachfolger von Christoph Franz zu machen

von Rüdiger Kiani-Kreß und Jürgen Berke

Warum der Ex-Telekom-Chef René Obermann wohl nicht Vorstandsvorsitzender der Lufthansa wird.

Es war eine Nachricht, auf die viele gewartet haben: Die Lufthansa sieht Ex-Telekom-Chef René Obermann als Kandidaten für den Chefposten. Für Analysten und Belegschaft würde damit die lange Unsicherheit enden, wer nach dem plötzlichen Ausscheiden des heutigen Konzernlenkers Christoph Franz die Fluglinien wetterfest macht für die immer stärkeren Stürme. Und gleichzeitig kann der bislang ungewohnt blasse Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber zeigen, dass er das Heft fest in der Hand hat, für Vorschläge anderer offen ist und mit der Wahl eines Externen in den Führerstand den überfälligen Veränderungsprozess vorantreibt.

Leider hat die Nachricht einen Nachteil: es ist wohl nichts dran. „Mit Obermann hat bisher keiner auch nur halbwegs ernsthaft gesprochen“, erfuhr die Wirtschaftswoche aus Aufsichtsratskreisen. „Wer den Namen nennt, scheint an der Sache nicht sonderlich nahe dran zu sein.“

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Ex-Telekom-Chef Obermanns Traum ist geplatzt

Das Internet frisst seine Pioniere. Gerade erst gestartet, muss Ex-Telekom-Chef René Obermann seinen Chefposten beim Kabel-TV-Anbieter Ziggo auch schon wieder quittieren.

Am 2. Januar hatte René Obermann seinen Posten als Vorstandsvorsitzender des niederländischen Kabel-TV-Anbieters Ziggo angetreten. Jetzt ist der ehemalige Telekom-Chef seinen Job schon wieder los. Quelle: dpa

Zwar spricht auf den ersten Blick einiges für Obermann. Er kennt Lufthansa-Aufsichtsratschef Mayrhuber gut und kommt mit dem nicht immer pflegeleichte 66-jährigen gut klar. Dazu hat Obermann als Telekom-Chef ebenso Erfahrung mit der Sanierung eines ehemaligen Staatsunternehmens mit starken Gewerkschaften wie im oft schwierigen Umgang mit Regulierern und Politikern.

Doch die Hindernisse gegen einen LH-Chef Obermann wiegen deutlich schwerer. „Er ist auf absehbare Zeit nicht frei“, heißt es in Aufsichtskreisen. „Und wenn er könnte, wüssten wir nicht, warum er wollen sollte.“

Zwar kann der Ex-Telekom-Chef seinen gerade angetretenen Job als Chef des niederländischen Kabelanbieters Ziggo bald beenden. Nach der Übernahme des Unternehmens durch den US-Kabelriesen Liberty Global des Milliardärs John Malone kann Obermann dank der üblichen Change-of-Control-Klausel schnell und mit einer beträchtlichen Abfindung aussteigen.

Doch auch dies ginge nicht so schnell wie es die Lufthansa braucht. Sie sucht einen neuen Chef, der am 1. Juni loslegen kann. Obermann aber, heißt es in dessen Umfeld, will jedoch in jedem Fall bis zum Abschluss des Liberty-Deals bleiben. Das könne angesichts der vielen Fragen der Wettbewerbshüter in Brüssel noch bis weit in die zweite Jahreshälfte dauern. Nach dann fast zehn Monaten mit einem Chef auf Abruf wäre wohl selbst für gelassene Aufsichtsräte des Guten zu viel.

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