Kaputte Bahntoiletten: Kunden sollen sich in Flaschen erleichtern

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Kaputte Bahntoiletten: Kunden sollen sich in Flaschen erleichtern

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Kunden der Deutschen Bahn müssen häufig mit langen Wartezeiten rechnen.

In einem Zug der Bahn sind alle Bordtoiletten gleichzeitig ausgefallen. Der Zugführer schlägt den Kunden eine Alternative vor: Anstatt den Zug zu stoppen, sollen die Kunden mit einer Flasche in den letzten Waggon gehen.

Weil alle Zugtoiletten an Bord unbenutzbar waren, hat ein Zugbegleiter eines Regionalzuges von Köln nach Hamm die Reisenden indirekt aufgefordert, sich im letzten Waggon des Zuges in eine leere Flasche zu erleichtern. Ein Bahnsprecher bestätigte den Vorfall, der sich Anfang Juli zugetragen hat, auf Anfrage der Tageszeitung "Neue Westfälische". Dem Bericht einer Mitreisenden zufolge hatte der Zugbegleiter darauf aufmerksam gemacht, dass alle Zugtoiletten defekt seien und gesagt: "Wer eine Flasche bei sich hat, kann durchgehen in den letzten Waggon."

Der Bahn-Sprecher bezeichnete dies als "ärgerlich und sicherlich nicht glücklich" und entschuldigte sich bei den Reisenden für die defekten Toiletten "und die missverständliche Durchsage". Der Zugbegleiter hätte in einem solchen Fall entweder den Zug aus dem Verkehr ziehen oder den Zug an einem Bahnhof anhalten lassen müssen, der über eine Toilettenanlage verfüge. Dort hätten die Reisenden die Toilette aufsuchen können. Es komme zwar nicht selten vor, dass Toiletten ausfielen, dass aber alle Toiletten eines Zuges ausfielen, bezeichnete er als Ausnahme.

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Reisende stehen auf dem Hauptbahnhof Berlin. Quelle: dpa

Auch wenn der Bahnsprecher diesen Vorfall als Ausnahme bezeichnet, ist die Bahn immer wieder von Pannen geplagt. Ein Dauerproblem: Die vereisten Schienen im Winter. Technische Mängel und mangelhafte Infrastruktur sorgen in der kalten Jahreszeit immer wieder für frierende Kunden an den Bahnsteigen.

Ebenfalls frieren mussten die Passagiere eines ICE, der bei eisiger Kälte im Januar 2009 aufgrund eines beschädigten Stromabnehmers hinter Hamm liegen geblieben war. Die rund 300 Menschen waren gezwungen bei Minusgraden den Zug zu verlassen. Zwischenzeitlich waren die Heizung, die Klimaanlage und die Toilettenspülung ausgefallen. Die Passagiere mussten über eineinhalb Stunden warten bis sie zu einem Zug dazu steigen konnten.

Gänzlich ohne Begleitung war ein Zug im Dezember 2008 unterwegs. Der Zug der Burgenlandbahn in Sachsen-Anhalt rollt aufgrund einer Störung in der automatischen Kupplung ohne den Lokführer davon. Rund 35 Kilometer von Merseburg in Sachsen-Anhalt bis nach Querfurt in Bayern.

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Dass solche Pannen schnell auch gefährlich werden können, zeigte ein schwerer Unfall im April 2010. Auf der ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt am Main und Köln riss die Tür eines ICE bei der Begegnung mit einem anderen ICE in einem Tunnel ab. Die Tür schlug gegen die Fensterscheibe des zweiten Zuges, wurde gegen die elektrische Fahrleitung geschleudert und fiel anschließend auf die Gleise. Sechs Menschen wurden verletzt. Die Strecke konnte erst nach zehn Stunden freigegeben werden.

Vielleicht nicht zuletzt deshalb wies der Bahnsprecher daraufhin, dass beim Vorfall Anfang Juli nicht von Anfang an alle Toiletten kaputt gewesen seien. Immerhin, so unterstrich er, habe bis zum Kölner Bahnhof eine der vier Zugtoiletten funktioniert. Die vierte sei erst danach ausgefallen.

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