Kartellamtschef: Uber bringt Taximarkt in Bewegung

Kartellamtschef: Uber bringt Taximarkt in Bewegung

Die App Uber habe Bewegung in den deutschen Taxi-Markt gebracht, so Kartellamtspräsident Mundt. Mehr Wettbewerb könne nicht schaden. Während man hier noch an der Lösung feilt, ist man in London mit Maaxi schon weiter.

Der US-Fahrdienstanbieter Uber hat nach den Worten von Kartellamtspräsident Andreas Mundt Bewegung in den deutschen Taximarkt gebracht. "Mehr Wettbewerb kann dem Taxigeschäft nicht schaden", sagte Mundt der "Rheinischen Post". Uber profitiere allerdings auch davon, dass es den strengen Regularien für das traditionelle Taxiwesen nicht ausgesetzt sei. Daher sei es angebracht, "eine liberalere Ausgestaltung der bisherigen Regulierung zu diskutieren." Konkret sei denkbar, Ortskenntnisse bei Taxifahrern nicht mehr so scharf zu prüfen. Navigationssysteme seien ein gutes Beispiel dafür, dass auch technische Weiterentwicklungen Deregulierungen nahelegen könnten.

Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Das kalifornische Unternehmen, zu dessen Geldgebern Google und Goldman Sachs gehören, vermittelt Fahrgäste über Smartphone-Apps gegen Provision an Gelegenheitsfahrer. Dagegen hat das Taxigewerbe geklagt, weil es um seine Einnahmen fürchtet. Uber-Fahrer besäßen keine Genehmigung zur Personenbeförderung und ihre Fahrzeuge seien nicht entsprechend versichert. In mehreren deutschen Großstädten wie auch in London hatte es zahlreiche Proteste der Taxifahrer gegeben.

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In diesen Großstädten ist Taxifahren am teuersten

  • Hamburg

    5 km: 13,60 Euro

    10 km: 22,60 Euro

    Quelle: WirtschaftsWoche/taxi-rechner.de

  • Düsseldorf

    5 km: 12,70 Euro

    10 km: 21,70 Euro

  • Essen

    5 km: 12,00 Euro

    10 km: 20,80 Euro

  • München

    5 km: 12,50 Euro

    10 km: 20,50 Euro

  • Frankfurt

    5 km: 11,60 Euro

    10 km: 20,30 Euro

  • Stuttgart

    5 km: 12,20 Euro

    10 km: 20,30 Euro

  • Köln

    5 km: 12,00 Euro

    10 km: 20,00 Euro

  • Berlin

    5 km: 12,40 Euro

    10 km: 19,80 Euro

  • Bremen

    5 km: 11,50 Euro

    10 km: 19,50 Euro

  • Dortmund

    5 km: 10,60

    10 km: 18,10 

In London soll demnächst eine neue Taxi-App auf den Markt kommen. "Maaxi" soll Kunden eine günstigere Taxifahrt bescheren und zugleich den Londoner Taxifahrern helfen, sich gegen Uber zur Wehr zu setzen. Die App soll nämlich Menschen, die das gleiche Reiseziel haben, zusammen bringen, damit diese sich ein Taxi - und somit auch die Fahrtkosten - teilen können.

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Finanziert wird der Dienst, der in einigen Wochen in London starten soll, von Nathaniel Rothschild, einem britischen Investor und Mitglied der Rothschild-Dynastie. Bislang habe Maaxi Verträge mit mehr als 1500 Londoner Taxifahrern. Beteiligen sollen sich allerdings nur die traditionellen Black Cabs, die fünf Passagieren Platz bieten.

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