Keine weitere Startbahn: Münchner Nein stärkt Frankfurt

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KommentarKeine weitere Startbahn: Münchner Nein stärkt Frankfurt

von Rüdiger Kiani-Kreß

Vom Ausbaustopp des Münchner Flughafens profitieren die Konkurrenz-Airports in Europa und der in Golfregion. Doch will die Flugbranche in Deutschland auf Dauer weiter wachsen, muss sie nicht nur ihre Flugzeuge erneuern, sondern auch ihre Werbung in eigener Sache.

Stuttgart 21, Proteste gegen die Ausbauten der Flughäfen in Frankfurt sowie Berlin. Doch dass jetzt ausgerechnet im wachstumsfreundlichen Bayern ein lautes „Nein“ den Ausbau des Airport stoppt, hat selbst die lautesten Gegner des Flugverkehrs überrascht. Schließlich hat in jüngerer Zeit kein Flughafen in Europa deutlicher gezeigt, dass Ausbau der Infrastruktur und zusätzlicher Verkehr Wachstum und Wohlstand schafft.

Aber für Katastrophenstimmung besteht zumindest in der Flugbranche noch kein Anlass. Sicher, der Ausbau der Infrastruktur wird in Deutschland noch ein wenig schwerer und in München wird künftig weniger neue Flüge bekommen. Doch die Branche und die Lufthansa werden weiter wachsen. Nur eben weniger in München. Denn bei der Fliegerei gilt wie in kaum einer anderen Branche: Sie wird aufgrund der Nachfrage weiter zulegen.

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Flugverbindungen für das Wirtschaftswachstum

Größter Profiteur ist Frankfurt. Dank der neuen Bahn hat Deutschlands größter Airport reichlich Platz. Bislang musste die Lufthansa ihre Flüge notgedrungen auf Frankfurt und München verteilen. Denn in Frankfurt war nicht genug Platz für alle Flüge. Dazu konnte die Lufthansa mit dem Verweis auf München mit seinen niedrigeren Gebühren und dem besseren Service etwa durch die kürzeren Umsteigezeiten ein wenig Druck auf Frankfurt machen. Doch letztlich möchte Lufthansa wie alle Fluglinien ihre Langstrecken an einem Ort bündeln. So lassen sich die die Flieger besser sowie zu höheren Preisen füllen. Außerdem ist es angesichts des größeren Zubringernetzes leichter, neue Strecken aufzulegen.

Wer also künftig aus München nach Asien will, muss also künftig öfter mal umsteigen. Damit helfen die Münchner mit ihrer Wachstumsverweigerung auch den anderen europäischen Drehkreuzen wie Paris, Amsterdam, Brüssel, Zürich und Wien. Aber sie sorgen auch für mehr Verkehr in den Golfstaaten, die den Flugverkehr durch Flughafenausbauten auf Vorrat und niedrige Gebühren fördern. Denn so sehr Ausbaugegner auch bestreiten, dass Airports ihren Städten etwas anderes als Dreck und Lärm bescheren: Dubai, Abu Dhabi und Qatar haben von Amsterdam und Singapur gelernt, dass gute Flugverbindung für Wirtschaftswachstum sorgen und für rund 2500 Jobs pro einer Million zusätzlicher Passagiere.

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Die Flugbranche muss deutlich werden

Diese Argumente haben die Befürworter des Münchner Ausbaus zwar auch alle vorgebracht. Doch gezogen haben sie nicht. Das ist nicht nur ein Versäumnis der Politik, sondern auch der Flugbranche. Sie muss endlich stärker und besser für ihre Sache werben. Wenn es zwei Dritteln der Münchner egal ist, was aus dem Flughafen wird, ist das bereits ein Armutszeugnis. Noch schlimmer ist es aber, wenn die Branche nicht verhindern konnte, dass die Ausbaugegner die Abstimmung zu einem Unmutsbeweis gegen die CSU-Regierung in Bayern machen konnten und Hartmut Binner, Sprecher des Bündnisses gegen den Ausbau, rufen konnte: „Wir können der Staatsregierung sagen: Wir haben sie nieder gemacht.“

So schwer es auch ist: Die Flugbranche muss klarer deutlich machen, was sie leistet. Dass sie für Wohlstand oder neue Jobs sorgt und zwar gerade für Un- und Angelernte, die am Hightech-Standort Deutschland zunehmend zur Mangelware werden.

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