Korruptionsfall: Bilfinger bleibt womöglich länger unter US-Aufsicht

exklusivKorruptionsfall: Bilfinger bleibt womöglich länger unter US-Aufsicht

Bild vergrößern

Die Zentrale von Bilfinger in Mannhein.

von Harald Schumacher

Der Mannheimer Industrie- und Kraftwerksdienstleister Bilfinger muss womöglich länger unter Aufsicht des US-Justizministeriums bleiben.

Das sagte der Züricher Rechtsanwalt Mark Livschitz, der im Auftrag des US-Justizministeriums die Compliance-Regeln von Bilfinger verbessern soll und den M-Dax-Konzern derzeit als sogenannter Compliance-Monitor überwacht, gegenüber der WirtschaftsWoche: „Wenn das von der Sache her geboten ist, ist das eine Option.“ Nach dem bisherigen Zeitplan war ein Ende der Überwachung im Februar 2016 vorgesehen.

Brasilien-Geschäft Bilfinger findet fragwürdige Buchungen

Im Zusammenhang mit einem Millionen-Auftrag für die Fußball-WM 2014 in Brasilien ermitteln die Behörden gegen eine Tochterfirma von Bilfinger. Es soll um Schmiergelder von über 20 Millionen Euro gehen.

Die Behörden in Brasilien gehen Bestechungsvorwürfen gegen eine Tochterfirma des deutschen Konzerns nach. Quelle: ap

Die Entscheidung ob die Compliance-Aufsicht verlängert wird, hängt laut Livschitz nun davon ab, ob „die Zeit für eine zielführende Zusammenarbeit mit dem künftigen Bilfinger-Vorstandschef ausreicht“. In Frage steht das durch den Wechsel an der Spitze des angeschlagenen Dienstleistungskonzerns. Seit dem Abgang von Vorstandschef Roland Koch im Sommer 2014 lenkt Herbert Bodner übergangsweise den Konzern. Koch-Nachfolger Per Utnegaard vom Flughafendienstleister Swissport wird frühestens im Mai die Unternehmensleitung übernehmen. „Es ist für meine Aufgabe nicht optimal, dass der künftige Bilfinger-Vorstandschef voraussichtlich erst in der zweiten Hälfte meiner Tätigkeit sein Amt bei Bilfinger übernimmt“, sagt Livschitz. „Eine enge Zusammenarbeit des Vorstandschefs mit mir ist für die frühzeitige Zielerreichung des Monitor-Programms von großer Bedeutung.“

Anzeige

Bilfinger ist - nach Siemens und Daimler - das dritte und aktuell einzige deutsche Unternehmen, das wegen Bestechung in internationalen Geschäften unter US-Aufsicht steht. Grund ist ein zwölf Jahre zurück liegender Korruptionsfall bei einem Pipeline-Projekt in Nigeria, in den Bilfinger verwickelt war. Mit dem Vorgehen des Unternehmens bei der Aufklärung des im März bekannt gewordene neue Korruptionsfalls in Brasilien ist Livschitz offenbar zufrieden: „Bisher reagiert Bilfinger im Fall Brasilien genauso, wie ich mir das vorstelle.“

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%