Kostenexplosion: Milliardenrechnung für Berliner Flughafendebakel

Kostenexplosion: Milliardenrechnung für Berliner Flughafendebakel

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Bauarbeiten im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld, aufgenommen am 30. Mai.

Quelle:dpa

Es sind Stunden der Wahrheit für die Krisenmanager: Können Kosten und Zeitplan beim neuen Berliner Großflughafen noch unter Kontrolle gehalten werden? Der Aufsichtsrat bekommt eine heikle Rechnung.

Eigentlich sollte jetzt die Zeit der ersten großen Bewährungsprobe für den nagelneuen Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt sein - mit einem Passagieransturm an den schmucken Check-in-Schaltern zum Auftakt der Sommerferien in der Hauptstadtregion. Doch nach der Blamage der geplatzten Eröffnung am 3. Juni ist kein Reisender im riesigen Terminal. Und zum Härtetest wird der einst geplante Betriebstag Nummer 20 nur für die Manager.

Dem Aufsichtsrat muss Flughafenchef Rainer Schwarz eine unangenehme Rechnung aufmachen: Das Vorzeigeprojekt wird zum Milliardengrab. Dass die mittlerweile zweite Verschiebung des Starttermins für Deutschlands drittgrößten Airport teuer wird, war den Kontrolleuren schon klar.

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Bei der Krisensitzung am Freitag auf der eingezäunten Großbaustelle in Schönefeld sollte nun aber ein genauerer Überblick her.

Zahlen ernüchtern

Die ernüchternde Kalkulation: Die Gesamtkosten werden um gut eine Milliarde Euro auf mehr als vier Milliarden Euro abheben. Das liegt zum einen daran, dass die ersten Jets am „modernsten Flughafen Europas“ wohl erst mit neun Monaten Verspätung starten sollen.

Als Zieldatum, auf das alle Planungen zulaufen, ist der 17. März 2013 errechnet worden - nicht alle sind froh, dass damit schon wieder ein neuer Tag X hohen Erwartungsdruck schürt. „Wir wissen, dass der Termin von einigen kritisch beäugt wird“, sagt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der die rund achtstündige Beratung des Aufsichtsrats geleitet hat.

Das erst vor vier Wochen berechnete Datum wird daher kurzerhand unter Vorbehalt gestellt, um auf Nummer Sicher zu gehen. Denn ein erneutes Debakel kurz vor der Eröffnung können sich alle Beteiligten kaum leisten.

Bis August, zur nächsten Aufsichtsratssitzung, soll zweifelsfrei überprüft sein, ob die Entrauchungsanlage zuverlässig arbeiten kann und der Termin wasserdicht ist. Schließlich hatten massive Probleme mit der Brandschutztechnik das ganze Termindesaster erst ausgelöst.

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