Krankenhäuser: Gewinn bei Rhön-Kliniken sinkt, Berater verdienen gut

Krankenhäuser: Gewinn bei Rhön-Kliniken sinkt, Berater verdienen gut

von Jürgen Salz

Der Medizinkonzern Fresenius übernimmt von der Klinikkette Rhön 43 Krankenhäuser und Versorgungszentren. Der Kaufpreis liegt bei rund drei Milliarden Euro. Die ersten Gewinner des Deals stehen bereits fest: Juristen und Berater.

Anfang September hatte Fresenius den Kauf  angekündigt. Die Übernahme sei auf der Zielgeraden, hieß es bei der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen von Rhön am Hauptsitz im fränkischen Bad Neustadt an der Saale.  „Wir sind zuversichtlich, dass bis Jahresende ein Paket an Krankenhäusern übertragen sein wird, dessen Unternehmenswert mindestens 70 Prozent des vereinbarten Transaktionsvolumens beträgt“, erklärte Finanzchef Jens-Peter Neumann.

Der Übernahme-Coup war offensichtlich ein Fest für Juristen und Berater.  Auch wegen der hohen Beratungskosten ging bei Rhön der Gewinn zurück, mussten Unternehmenschef Martin Siebert und Finanzvorstand Neumann einräumen. Allein drei Kanzleien beschäftigten die Rhön-Manager und Eigentümer Eugen Münch im Vorfeld des Deals: die internationale Kanzlei Latham & Watkins; Seufert Rechtsanwälte aus München sowie Bub Gauweiler & Partner, ebenfalls aus der bayerischen Landeshauptstadt. Hinter Bub Gauweiler steckt unter anderem der CSU-Politiker Peter Gauweiler, der dort als Partner amtiert.

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Mit einer Prognose für das laufende Geschäftsjahr traute  sich Konzernchef Siebert – wegen der laufenden Transaktion -  noch nicht aus der Deckung. Die Zahlen für die ersten neun Monate lieferten ein gemischtes Bild: Einerseits sorgten mehr Patienten  für ein Umsatzplus von 6,3 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um 3,3 Prozent auf 223 Millionen Euro. Andererseits sank unter dem Strich der Gewinn:  Der Überschuss fiel um rund 3,0 Prozent auf 68 Millionen Euro. Umsatz und operatives Ergebnis legten zu. Mittelfristig rechnet Rhön-Chef Siebert  mit 3,5 bis 4,5 Prozent Umsatzwachstum.

In den nächsten Monaten muss das Management den Konzern mit den verbleibenden Krankenhäuser, darunter die Uni-Klinik Gießen und Marburg, neu ausrichten. Rhön wolle sich auf spitzenmedizinische Angebote auf dem Niveau der Uni- und Fachkliniken konzentrieren, schrieb Vorstandschef Siebert in seinem Brief an die Aktionäre. Mit dem Kaufpreis werde man Schulden abbauen und investieren. Der Umsatz schrumpft nach dem Verkauf an Fresenius künftig auf etwa 1 Milliarde Euro, ein Drittel der bisherigen Größe. Damit rutschen die Franken von Platz drei auf Platz vier unter den privaten Klinikbetreibern – hinter Fresenius, Asklepios und den Sana-Kliniken.

(Mit Material von dpa)

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