_

Kreuzfahrt: Sektempfang ohne Sekt

von Ulrich W. Hanke

Im Dezember war WirtschaftsWoche-Redakteur Ulrich W. Hanke mit seiner Lebensgefährtin vierzehn Tage mit dem Kreuzfahrtschiff Aida Diva in Südostasien unterwegs. Aida ist eine Tochter der Carnival Corporation, zu der auch die Reederei Costa mit dem Unglücksschiff Costa Concordia gehört.

Mit der 252 Meter langen und 32,2 Meter breiten "AIDAdiva" war Redakteur Ulrich W. Hanke in Südostasien Quelle: dpa
Mit der 252 Meter langen und 32,2 Meter breiten "AIDAdiva" war Redakteur Ulrich W. Hanke in Südostasien Quelle: dpa

Vorab: Mein Beileid gilt den Angehörigen der Verunglückten der Costa Concordia. Die Seenotrettungsübung auf der Aida Diva war in meinem Falle vorbildlich und fand vor Fahrtantritt statt. Ansonsten haben wir leider an vielen Ecken Sparmaßnahmen und eine gewisse Kostenbewusstheit der Reederei wahrgenommen, die mich jetzt besonders zum Nachdenken bewegt hat.

Anzeige

Es ist 21.30 Uhr. Vor zehn Minuten sollte unser Traumurlaub auf der Aida Diva offiziell mit einem Sektempfang beginnen. Doch an der Poolbar auf Deck 11 gibt es zehn Minuten nach offiziellem Beginn schon keinen Begrüßungssekt mehr. "Der ist alle", sagt die Dame hinter der Theke, als wäre es selbstverständlich. Wer zehn Minuten zu spät kommt, den bestraft Aida. Der Sekt kostet nun - und zwar sieben Euro. All Inclusive à la Aida.

Das „Ai“ in Aida steht scheinbar für „absolut income“ zu stehen. Den nächsten Satz brauchte ich nicht einmal selbst zu formulieren: „Das ist hier alles auf maximalen Profit ausgelegt“, höre ich von mehreren Passagieren. Wer mit Aida über die Meere schippern oder seine allererste Kreuzfahrt antreten will, sollte sich die folgenden Zeilen gut durchlesen. Sie ersparen viel Ärger und finanziellen Schiffbruch.

„Ich will mit Delphinen schwimmen“, freute sich meine Freundin - und buchte im August die Reise von Tchibo mit der Aida nach Südostasien. Die Bilder im PC und im Kopfkino sind paradiesisch. Doch nach der Buchung ist nicht vor der Buchung. Der Ausflug mit den Delphinen erscheint plötzlich nicht mehr auf der Internetseite von Aida. Ein Anruf bringt Gewissheit: „Den Ausflug gibt es schon seit Längerem nicht mehr“, sagt die Dame an der Hotline. Und warum wirbt Aida dann noch damit?

Na gut, buchen wir eben den Ausflug mit Schnorcheln, Kajakfahren durch Grotten und einem Spaziergang zu einem Aussichtsplateau. Schlappe 79 Euro kostet der pro Person, hört sich aber auch interessant an. Dazu nehmen wir noch Schnuppertauchen am ersten Tag - besser als mit dem Bus zurück ins zwei Stunden entfernte Bangkok zu fahren, wo wir tags zuvor gelandet sind. Ja, bei einer Asienrundreise legen die Kreuzfahrtschiffe oft weit entfernt von den Sehenswürdigkeiten an - das wird jedem Aida-Reisendem erst - richtig - nach der Buchung klar. Geschuldet ist dies vor allem auch den riesigen Schiffen mit Platz für 2000 Passagieren und mehr, die nur in wenig romantischen Containerhäfen anlegen können.

17 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.03.2012, 13:36 UhrAnonymer Benutzer: Franki

    Das Problem ist, dass viele langjährige AIDA-Fahrer AIDA durch eine rosarote Brille sehen....

    Ich fahre auch seit 2003 regelmäßig mit AIDA. Fakt ist, dass sich viele Dinge negativ verändert haben:

    - das Essen in den Buffetrestaurants ist deutlich schlechter und langweiliger geworden

    - mit Clubschiff hat es schon lange nichts mehr zu tun (Rentnerdampfer + einige Junge)

    - seit der Übernahme durch Carnival (rein formell ist AIDA eine Costa Tochter) wird es von Jahr zu Jahr kommerzieller... Da hat der Autor absolut recht!

  • 16.02.2012, 13:17 UhrAnonymer Benutzer: Kreuzfahrerin

    Ich bin schon mit vielen Schiffen gereist. Bei AIDA war ich immer skeptisch! Schon im Vorfeld der Reise, haben sich meine Bedenken bestätigt! Ich habe im Januar online eine Reise auf der AIDALuna gebucht. Außenkabine für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Ich bekam nur eine Reisebestätigung per E-Mail. Allerdings waren wir jetzt auf einer Innenkabine gebucht und plötzlich sollten die Kinder auch noch 150 Euro extra kosten. Wir reklamierten ohne Erfolg. Obwohl die Kinder in der Buchungsbestätigung kostenlos reisten, sollte jetzt kräftig Aufschlag gezahlt werden. Und die Kabine? Reine Masche von AIDA, denn jetzt konnte man ja nochmal 150 Euro pro Person an Umbuchungsgebühr aufschlagen. Auf Reklamationen kommen Standardantworten, pampig und unfreundlich. Ich habe die Sache jetzt meinem Anwalt übergeben. Ich werde ganz bestimmt nicht an Bord dieses Schiffes gehen. Wenn die schon an Land mit Passagieren so dreist umgehen, was darf man dann an Bord erwarten? Ich habe jetzt wieder die Mein Schiff gebucht! Freundlich, ohne Kostenfalle und erstkalssiger Service! AIDA NIE WIEDER!!!!!!!!!!

  • 06.02.2012, 15:55 UhrAnonymer Benutzer: Dinibel

    Was für ein unsachlicher völlig überzogener Bericht und das auch noch von einem Journalisten, unglaublich. Vielleicht hätte der Autor sich vor Buchung der Reise erkundigen sollen, was ihn auf den Aida-Clubschiffen erwartet und was im Reisepreis enthalten ist. Wir waren bereits 5x auf unterschiedlichen Aida-Schiffen und fanden die Crew bisher immer sehr freundlich und äußert hilfsbereit, egal ob Putzpersonal, Kellner oder Offiziere und haben glücklicherweise bisher keine negativen Erfahrungen gemacht. Das Essen war herrvorragend und keinesfalls mit einer Kantine zu vergleichen, aber das ist zugegebnermaßen Geschmacksache. Wein und Wasser stehen immer auf den Tischen bereit, andere Getränke holt man sich am Buffet - was ist daran so schlimm? Immerhin sind die Tischgetränke im Reisepreis mit inbegriffen, während man beispielsweise bei Costa Getränkepauschalen hinzubuchen muss - das nur zum Thema Abzocke...Wenn man Getränke serviert bekommen möchte,am besten vom persönlichen Kellner, Essen vom 5-Sterne-Koch haben und am besten noch eine persönliche 24-Stunden-Assistentin zur Seite gestellt haben will wie Beatrice vom Traumschiff, dann sollte man vielleicht die MS Deutschland, Queen Mary oder ähnliches buchen - dann aber garantiert nicht zu den Preisen, die Aida anbietet... Ausflüge sind sicherlich nicht preisgünstig, aber man wird nicht gezwungen diese zu buchen. Außerdem werden auch auf anderen Schiffen wetterbedingt Ausflüge abgesagt.Dies vielleicht auch zur Sicherheit der Passagiere? Es ist mir jedenfalls lieber als wenn ich auf Teufel komm raus auf einen Ausflug geschleppt werde und mich unnötiger Gefahr aussetzen muss bzw. auch gar keinen Spaß aufgrund der schlechten Wetterlage habe. Außerdem bekommt man das Geld dann ersetzt - wo ist also das Problem? Von einem Journalisten hätte ich einen seriösen, sachlichen Artikel erwartet, nicht so etwas, tut mir leid.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.