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Kreuzfahrt-Unglück: Wiederholtes Versagen

von Hans-Jürgen Klesse

Die Costa-Katastrophe wirft einige wichtige Fragen auf  - aber für die Kreuzfahrtbranche wird sie wohl ohne große Folgen bleiben.

Kreuzfahrtschiff Costa Concordia: Quelle: REUTERS
Kreuzfahrtschiff Costa Concordia: Dass auch modernste Sicherheitstechnik von menschlichem Versagen außer Kraft gesetzt werden kann, ist als Antwort auf die Ursachenfrage nicht wirklich beruhigend. Quelle: REUTERS

Wer abergläubisch ist – und im Zusammenhang mit der christlichen Seefahrt sind das immer noch viele – der fühlt sich bestätigt: Das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ havarierte nicht an irgendeinem Tag, sondern an einem Freitag, den 13. Erschwerend hinzu kommt: Schon bei der Taufe des Schiffes 2006 durch das tschechische Top-Model Eva Herzigová ging etwas schief. Die Champagnerflasche zerschellte nicht am Bug – ein schlechtes Vorzeichen.

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Doch jenseits aller Spökenkiekerei stellt sich nach dem Unglück vor allem eine Frage: Wieso ist es fast 100 Jahre nach dem Untergang der „Titanic“ und den dadurch initiierten Verbesserungen in Schiffbau und Sicherheitsvorkehrungen noch möglich, dass ein noch keine sechs Jahre altes Schiff nach einer Grundberührung binnen weniger Stunden kentert und zu sinken droht?

Platz 1

Die amerikanische Reederei Royal Caribbean ist der weltweit größte Anbieter von Kreuzfahrten. Die Schiffe der Royal-Caribbean-Flotte verfügen laut Cruisemarketwatch über eine Kapazität von 62.220 Betten. Mit der „Allure of the Seas“ (im Bild) und dem nur etwas kleineren Schwesterschiff „Oasis of the Seas“ hat die Reederei zudem die beiden größten Kreuzfahrtschiffe der Welt in seinen Reihen.

Quelle: dapd

Die „Titanic“ hielt sich noch gut zweieinhalb Stunden über Wasser, nachdem sie einen riesigen Eisberg gerammt hatte, der den 270 Meter langen Dampfer zur Hälfte unter der Wasserlinie aufschlitzte. Fünf der 16 Abteilungen liefen binnen kürzester Zeit voll Wasser, die übrigen nach und nach, weil die Schotten nicht hoch genug waren.

Redundante Technik - menschliches Versagen

Das Leck der 20 Meter längeren „Costa Concordia“ war zwar „nur“ 70 Meter lang, Schiffskonstruktion und Sicherheitstechnik haben in den vergangenen 100 Jahren Riesenfortschritte gemacht. Dennoch blieb auch den Costa-Passagieren nicht viel mehr Zeit für die Rettung als ihren Leidensgenossen auf der „Titanic“.

Dass auch modernste Sicherheitstechnik von menschlichem Versagen außer Kraft gesetzt werden kann, ist als Antwort auf die Ursachenfrage nicht wirklich beruhigend. Auch redundante Technik nützt offenbar wenig, wenn die diese Technik bedienenden Menschen wiederholt versagen.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 17.01.2012, 10:57 UhrAstrologinPalmer

    Jeder, der eine Kreuzfahrt machen will, sollte vorher seinen Hausastrologen fragen.
    Denn wenn ein Schiff mit 4000 Passagieren evakuiert werden soll, ist Lebensgefahr programmiert. Die Rettungsboote der Schiffe fallen ganz oder teilweise aus, wenn das Schiff eine Schräglage hat wie das Costa-Schiff.
    Rettungsinseln bedingen immer einen Sprung ins (eiskalte) Wasser.
    Je nach Wassertemparatur hat man nur eine kurze Überlebenschance.
    Auf der beliebten Nordatlantlik-Route nach New York gibts manchmal bis zu 25 m hohen Wellen. Dann Rettungsboote zu fieren, ist fast unmöglich. Rettungsinseln können bei dem Seegang fast gar nicht erreicht werden.
    Ich empfehle jedem, vor Beginn einer Kreuzfahrt zu beten und seinen Nachlass zu regeln.

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