Kreuzfahrten: Hochsee gewinnt, Flüsse verlieren

Kreuzfahrten: Hochsee gewinnt, Flüsse verlieren

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Die beiden Luxusliner Queen Mary 2 (links) und Queen Elizabeth liegen während einer Schiffsparade am Cruise Center in der Hafencity in Hamburg nebeneinander.

von Hans-Jürgen Klesse

Kreuzfahrten bleiben das am stärksten wachsende Segment im Tourismus - zumindest die auf den sieben Weltmeeren verkehrenden Musikdampfer kommen für immer mehr deutsche Urlauber in die engere Wahl, wenn sie die schönsten Wochen des Jahres planen. Bei den Passagieren auf Flusskreuzern gab es dagegen auch im vergangenen Jahr wieder Rückgänge.

„Das Interesse an Kreuzfahrten ist ungebrochen“, sagt Jürgen Büchy, Präsident des Deutschen ReiseVerbandes (DRV). „Kein Wunder, schließlich wächst die bereits große Auswahl an Schiffen und alljährlich kommen neue dazu, mit einer Vielzahl unterschiedlicher Freizeitaktivitäten an Bord und Erkundungsmöglichkeiten an Land“, lobt Büchy. Geändert haben sich nämlich Gründe und Kunden dieser Urlaubsform: Während in den Anfangsjahren der Kreuzschifffahrt ein überwiegend älteres - und auf den legendären Musikdampfern überdurchschnittlich kaufkraftstarkes - Publikum sich für ein paar Wochen auf einem Schiff einquartierte, um fremde Länder kennenzulernen, sind heute das Schiff selbst und dessen Freizeitangebote die Attraktion.

Statt mehrere Wochen dauern die meisten Kreuzfahrten heute nur ein paar Tage, statt gut betuchter Damen und Herren reiferen Jahrgangs sind normalverdienende Paare, Familien mit Kindern und jede Menge Singles unterwegs. Und wo früher bei Captains-Dinner und High-Tea ganz große Garderobe und teurer Schmuck ausgeführt wurden, ist heute an den Buffets legere Freizeitkleidung ausreichend. Diese Veränderung der Zielgruppen hat das rasante Wachstum der Kreuzreisen in Deutschland erst möglich gemacht und selbst die Costa-Concordia-Katastrophe vor gut zwei Jahren sowie die regelmäßig in den Nachrichten auftauchenden Horrormeldungen von Feuern im Maschinenraum oder steuerlos und ohne Klimaanlage in den Tropen dümpelnden Schiffen mit 3000 Passagieren an Bord, sorgen in den Buchungsstatistiken allenfalls für kurzfristige Dellen.

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Verbrachten 1993 gerade mal 235.000 Kreuzfahrtgäste ihren Urlaub auf Hochsee- und Flussschiffen, waren es 2013 fast 2,1 Millionen. Das ist das Ergebnis von zwei Studien – jeweils eine zum Hochsee- und eine zum Flusskreuzfahrtenmarkt –, die der DRV zusammen mit Cruise Lines International Association (CLIA Deutschland) und der IG River Cruise während der ITB in Berlin präsentierte. Die Studienautoren sind sich darin einig, dass der Markt auch in den nächsten Jahren noch weiter wachsen wird.

Gemessen am Gesamtumsatz aller Reiseveranstalter in Deutschland kamen Kreuzfahrten 2013 auf einen Marktanteil von rund 12 Prozent. Hochseekreuzfahrten verzeichneten in Deutschland einen Passagierzuwachs von 9,2 Prozent auf 1,69 Millionen - damit fiel die Steigerung hierzulande doppelt so hoch aus, wie im übrigen Europa. Erwirtschaftet wurde ein Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Das sind zwar 100 Millionen Euro weniger als im Vorjahr - allerdings sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar, weil in den vergangenen Jahren auch die Flugkosten für An- und Abreise in die Berechnung mit einflossen. Die aktuellen Zahlen spiegeln dagegen ausschließlich die Umsätze der Kreuzfahrtreedereien wider.

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