Krise der Schifffahrtbranche: Hapag-Lloyd schreibt weiter rote Zahlen

Krise der Schifffahrtbranche: Hapag-Lloyd schreibt weiter rote Zahlen

Die Schifffahrtbranche ist längst nicht über den Berg: Während Marktführer Maersk Gewinne scheffelt, steckt Hapag-Lloyd tief in der Verlustzone. Im Hamburger Hafen bremst der Ukraine-Konflikt das Wachstum.

Seit mehr als sechs Jahren kämpft die Schifffahrt mit Überkapazitäten, sinkenden Frachtraten und anhaltenden Verlusten. Das Wachstum des Welthandels hat sich seit der Finanzkrise verlangsamt. Experten rechnen mit einem Zuwachs des weltweiten Containertransports von drei bis fünf Prozent pro Jahr. Das ist weit entfernt von den zweistelligen Wachstumsraten früherer Jahre. Weil die weltweite Containerschiffsflotte weiter wächst, bleiben die Frachtraten niedrig. Die neuesten Zahlen der Reedereien Hapag-Lloyd und Maersk zeigen aber, dass größere Unternehmen es in der stark zersplitterten Branche leichter haben.

Die Linienreederei Hapag-Lloyd hat ihre operativen Verluste im dritten Quartal eindämmen können, bleibt aber tief in den roten Zahlen. In den ersten neun Monaten lag der operative Konzernverlust bei 41 Millionen Euro, gegenüber einem Gewinn von 80 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mit. Das gesamte Konzernergebnis weist ein Minus von 224 Millionen Euro auf, das ist viermal so viel wie im Vorjahr. Im Hinblick auf den operativen Quartalsgewinn von 33 Millionen Euro sieht sich Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen grundsätzlich auf einem guten Weg. „Das ist ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung“, sagte er. Hapag-Lloyd sei mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden.

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Wissenswertes zu Hapag-Lloyd

  • Gründung

    1847; 1970 fusionieren die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) und der Norddeutsche Lloyd (Bremen)

  • Flotte

    151 Containerschiffe

  • Transportvolumen

    5,5 Millionen TEU (Standardcontainer)

  • Umsatz

    6,6 Milliarden Euro in 2013

  • Mitarbeiter

    7000

Maßgeblich für die schwachen Zahlen ist nach wie vor die Verfassung des Marktes, der keine durchgreifende Erholung zulässt. Einerseits gab es für alle Linienreedereien eine Entlastung bei den Treibstoffkosten, weil der Ölpreis im dritten Quartal deutlich gefallen ist. Andererseits ist die durchschnittliche Frachtrate bei Hapag-Lloyd weiter gefallen und die bis zum Sommer andauernde Dollarschwäche wirkte ebenfalls dämpfend. So hat Hapag-Lloyd bis zum September zwar 4,35 Millionen Containereinheiten (TEU) transportiert, sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging dennoch um 2,5 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zurück.

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