Krisen-Airline: Air Berlin weiter im Sinkflug

ThemaAir Berlin

Krisen-Airline: Air Berlin weiter im Sinkflug

von Rüdiger Kiani-Kreß

Das aktuelle Quartalsergebnis von Air Berlin zeigt erneut, dass auch nach fast drei Jahren harter Sanierung kein Land in Sicht ist - obwohl das Rettungsprogramm der Konzernmutter Etihad durchaus sinnvoll ist.

Air Berlin hatte seit 2011 zwei Arten von Bilanzen: die furchtbaren und die (mehr oder weniger) geschönten. Der bislang letzte Fall der zweiten Kategorie war der Jahresabschluss für 2012. Damals wies die Linie einen kleinen Gewinn aus, weil ihre Muttergesellschaft Etihad für fast 180 Millionen Euro 70 Prozent des Air-Berlin-Bonus-Programms übernahm.

Das jüngste Beispiel für die Kategorie "furchtbar" ist die heute vorgelegte Bilanz für das erste Quartal 2014. Denn auch das hat die Linie wieder mit einem deutlichen Verlust in Höhe von fast 210 Millionen Euro beendet. Rechnet man den Einmaleffekt durch den Verkauf des Bonus-Programms mal raus, summiert sich der Verlust nach gut zweieinhalb Jahren mit immer härteren Sanierungsmaßnahmen auf 1,1 Milliarden Euro.

Anzeige

Zwar lobte Unternehmenschef Wolfgang Prock-Schauer erneut die Fortschritte beim Umbau, etwa die Kostensenkung der vergangenen Monate in Höhe von angeblich 400 Millionen Euro und die Mehreinnahmen. In den Zahlen der Bilanz ist davon bislang allerdings wenig angekommen.

Luftfahrt Air Berlin: Die fünf Wege zu Etihad

Die Fluggesellschaft Etihad Airways will seine deutsche Tochter Air Berlin enger an sich binden. Doch das ist nicht ohne Weiteres möglich. Die wichtigsten Optionen und welche Aussichten sie haben.

Air Berlin ist Deutschlands größter Billigfluganbieter. Quelle: dpa

Im Gegenteil: Ein paar der wichtigsten Größen des Fluggeschäfts zeigen nach unten. Die Auslastung der Flugzeuge ist im Vergleich zum Vorjahr um fast vier Prozent gesunken. Sie liegt mit knapp 82 Prozent derzeit fast acht Prozentpunkte unter der des Rivalen Easyjet.

Das ist dramatisch. Weil ein Passagier mehr an Bord fast keine Extrakosten verursacht, fließen die Einnahmen aus dem Verkauf zusätzlicher Tickets fast vollständig in den Gewinn.

Gleichzeitig konnte Air Berlin seine Tickets im Schnitt nur billiger als im Vorjahr verkaufen. Nach lange steigenden Preisen setzte die Fluggesellschaft zuletzt für jeden Passagier im Schnitt 4,60 Euro weniger um. Auch wenn die Muttergesellschaft Etihad immer mehr Geld und Manager an die Spree schickt, war zum Quartalsschluss Ende März das Minus beim Eigenkapital mit fast 400 Millionen Euro höher denn je. Es überstieg sogar die jüngste Eigenkapitalhilfe von Etihad.

Neues Geschäftsmodell

Richten soll es nun eine weitere Verschärfung des Sanierungsprogramms Turbine. Zugleich will Prock-Schauer das Geschäftsmodell ändern.

Zwar blieb der Airline-Chef heute noch die Einzelheiten schuldig. Doch gegenüber Investoren war sein Finanzchef Ulf Hüttmeyer jüngst deutlicher. Er will die Einnahmen pro angebotenem Flugkilometer – eine der wichtigsten Messgröße der Branche – bis zum Jahresende um rund 15 Prozent steigern.

Dafür muss Air Berlin die Maschinen wieder voll bekommen. Gelingen soll das durch einen geschickteren Vertrieb und mehr touristische Langstrecken-Flüge, etwa in die Karibik. Zudem soll die Kooperation mit Partnern wie Etihad und der Oneworld-Allianz um British Airways ausgebaut werden, an die Air Berlin dann quasi seine Kunden gegen Gebühr weiterreicht.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%