Krötwenwanderung: Knebelvertrag statt Liebe

kolumneKrötwenwanderung: Knebelvertrag statt Liebe

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Wartet auf der anderen Seite die Traumfrau - oder doch nur billige Abzocke? Auf dem Markt für Partnerwünsche gibt es einiges zu beachten, wenn man nicht in teure Abofallen tappen will

Kolumne von Anke Henrich

Die Hoffnung, den Partner fürs Leben zu finden, wird oft ausgenutzt. Die sechs Fallen bei professionellen Partnervermittlungen.

Weil die Liebe doch nicht vom Himmel fällt, setzte ein junger Rheinländer aufs Internet. Warum sollte er nicht dort erfolgreich sein, wo es doch schon so viele andere waren? Der junge Mann klickte sich durch ein regionales Dating-Portal und wurde fündig. Eine Dame rundherum nach seinen Vorstellungen. Erste E-Mails gingen hin und her, dann endlich willigte die neue Eroberung in ein Rendez-vous ein.

Doch statt der Traumfrau erwarteten ihn im Restaurant zwei Mitarbeiter der Partnervermittlung. Er möge doch bitte kurz noch einen Vertrag unterzeichnen, bevor er die Herzensdame treffen könne. Der Rheinländer griff beherzt zum Kuli und las sich erst daheim durch, was er da eigentlich unterschrieben hatte: Ab sofort sollte er ein Jahr lang monatlich 99 Euro an die Agentur überweisen. Seine neue Brieffreundin hatte er auch noch nicht zu Gesicht bekommen. Den Widerruf des Vertrags lehnte die Agentur erst ab, als ihn seine Rechtschutzversicherung raus paukte.

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Okay, es ist schrecklich unromantisch, aber sie gehört trotzdem hier hin: die Verbraucherzentrale Hamburg. Denn die Verbraucherschützer haben die fiesesten Flirtfallen analysiert.

  • Falle Nr. 2: kostenlose Testphase

    Oft wird ein kostenloser oder sehr billiger Test für zum Beispiel 1,99 Euro angeboten. Doch dann folgt in der Regel eine automatische Vertragsverlängerung, die kostenpflichtig und teuer ist. Zwar kann nach der Testphase gekündigt werden. Doch manche Anbieter bestreiten schlicht, eine Kündigungserklärung erhalten zu haben. Manchmal wird im Kleingedruckten verlangt, dass nur eine schriftliche Kündigung akzeptiert wird. Das ist erlaubt!

  • Falle Nr. 3: Persönlichkeitsanalyse

    Bei einigen Partnervermittlern erhält man im Rahmen der kostenpflichtigen Mitgliedschaft zwangsweise eine ausführliche Persönlichkeitsanalyse. Der Haken: Wird der Vertrag widerrufen, soll der Verbraucher die Persönlichkeitsanalyse trotzdem bezahlen – für  99 Euro.

  • Falle Nr. 4: Kündigung nur per Brief

    Obwohl die Anmeldung online möglich ist, wird für die Kündigung ein echter Brief vorgeschrieben. Das Amtsgericht Hamburg (Az. 7c C 69/10) hält diese Klausel zwar für überraschend und somit unwirksam. Vorsichtshalber und aus Beweiszwecken trotzdem immer per Einschreiben kündigen.

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  • Falle Nr. 5: Mahnungsdruck

    Ob wirksamer Vertrag oder nicht: Wer einmal Kontakt mit einer Flirt- oder Partner-Suchseite hatte, wird häufig mit Mahn- und Inkassobriefen überschüttet – unabhängig von der Rechtslage. Mancher hält dem Druck nicht stand und zahlt, obwohl man das gar nicht müsste.

  • Falle Nr. 6: Widerrufsrecht

    Widerruft der Kunde fristgerecht, erhält er oft die Mitteilung, er komme zu spät - das Widerrufsrecht sei vorzeitig erloschen, da er bereits Nachrichten versandt oder empfangen habe. Nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut erlischt das Widerrufsrecht bei Dienstleistungen nur dann vorzeitig, wenn der Vertrag von beiden Seiten auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden vor Ablauf der Widerrufsfrist vollständig erfüllt wurde.

 Mehr Beispiele und Urteile finden Sie auf der nützlichen Seite der Verbraucherzentrale.

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