ThemaReise & Touristik

alles zum Thema
_

Limousinenfahrten: Sixt klont App-Service

von Jens Tönnesmann

Limousinenfahrten per App vermitteln – mit dieser Geschäftsidee ist das Berliner Startup Blacklane erfolgreich. Nach eigenen Angaben hat es lange mit Sixt über eine Kooperation verhandelt, jetzt bietet der Mietwagenkonzern einen ähnlichen Service an. Dafür hat er Blacklane offenbar sehr genau unter die Lupe genommen.

Erfolgreiche Bilanz: Blacklane-Gründer Jens Wohltorf (l.) und Frank Steuer Quelle: Blacklane
Erfolgreiche Bilanz: Blacklane-Gründer Jens Wohltorf (l.) und Frank Steuer Quelle: Blacklane

Anzeige

Rund 50 Mitarbeiter, mehr als 10.000 Limousinen-Fahrten in zwölf deutschen Städten: Ein halbes Jahr nach dem Start zieht das Berliner Startup Blacklane nach Angaben seiner Gründer Jens Wohltorf und Frank Steuer eine positive Bilanz. Blacklane besitzt keinen eigenen Fuhrpark, sondern vermittelt Limousinen-Fahrten. Per App, Web und Telefon lassen sich derzeit mehr als 300 Limousinen samt Chauffeur mieten, die nur etwas teurer sein sollen als Taxis. Den Fahrzeugeigentümern soll das helfen, ihre Nobelkarossen besser auszulasten, die Kunden können auf Alternativen zu Taxis zurückgreifen, Blacklane verdient an jeder Fahrt mit.

Jetzt hat das erfolgreiche Startup, das kürzlich das Finale des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs erreichte, einen prominenten Nachahmer: Sixt. Über seine von Konstantin Sixt geführte Tochtergesellschaft Sixt eventures bietet der Mietwagenkonzern jetzt einen ähnlichen Service namens MyDriver an – zunächst in München, weitere Städte sollen folgen.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen. So findet sich denn auch auf der Facebook-Seite des Autovermieters dieser Tage eine Anspielung auf das Ende der ZDF-Unterhaltungsshow "Wetten, dass..?" mit den Worten: "Unsere Außenwette". Der Show-Klassiker soll im Dezember nach fast 34 Jahren Laufzeit eingestellt werden. Zuletzt wollten immer weniger Zuschauer die Sendung mit Moderator Markus Lanz sehen, der in die Fußstapfen des Entertainers Thomas Gottschalk getreten war.

Bild: Screenshot

Sixt setzt sich ins gemachte Nest

Pikant: Die Sixt-Gruppe hat mit den Blacklane-Gründern Jens Wohltorf und Frank Steuer bis vor wenigen Wochen über eine Zusammenarbeit verhandelt, während es offenbar schon am eigenen Angebot arbeitete. Nach Angaben mehrerer Fahrer buchten Sixt-Mitarbeiter Fahrten via Blacklane, machten Werbung für Sixt und baten um Einsicht in Verträge. „Wir finden es sehr bedauerlich, dass sich ein vermeintlicher Partner nach intensiven Gesprächen und detailliertem Informationsaustausch in das von uns gemachte Nest setzen möchte“, sagt Blacklane-Gründer Jens Wohltorf. Sixt wollte die Vorwürfe weder bestätigen, noch dementieren, wies aber darauf hin, dass es “unserer Philosophie widerspricht, andere zu kopieren” und “neue Technologien im Bereich der Chauffeurdienstleistungen schon seit mehreren Jahren erfolgreich in den USA und in Großbritannien eingesetzt” werden.

Evernote – das digitale Gedächtnis

Nach einer weiteren Kapitalspritze von 70 Millionen Dollar vom Anfang des Monats ist der Anbieter des Online-Notizbuchs Evernote in den Kreis der Internet-Unternehmen aufgestiegen, die mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet werden.

Die App dient als Erweiterung des Gedächtnisses für iPhone, iPad, Blackberry und Android. Mit Evernote lassen sich Notizen jeder Art erstellen und verwalten - egal ob Texte, Fotos oder Tonaufzeichnungen. Die so gemachten Notizen können dann mit Mac oder PC synchronisiert werden. Auch die Software für Mac und Windows ist möglich. Die Nutzung eines Basiskontos ist kostenlos. Ein Premium-Konto kostet 5 Dollar im Monat oder 45 Dollar im Jahr.

Die Zahl der Nutzer von Evernote-Anwendungen hat sich nach Angaben des Unternehmens im vergangenen Jahr auf 30 Millionen verdreifacht. Bei der Finanzierungsrunde im Juli vergangenen Jahres hatte Evernote 50 Millionen Dollar eingenommen. Damals sagte Vorstandschef Phil Libin der Nachrichtenagentur dpa, eine Börseneinführung sei zwar nicht das Hauptziel, „aber ein Schritt, der auf dem weiteren Weg kommen wird“.

Bild: dpa

Blacklane-Gründer Wohltorf und Mitgründer Frank Steuer sind trotz des neuen Wettbewerbers optimistisch, ihre Marktführerschaft zu festigen: In kommenden Jahr soll Blacklane auch in Österreich und der Schweiz verfügbar sein und die Gewinnzone erreichen. Wohltorf: „Wer die Ideen hat wird der Kopie immer große Schritte voraus sein.“

Dabei könnte Blacklane helfen, dass es als unabhängiger Vermittler der Fahrten ohne eigenen Fuhrpark auftritt, während Sixt mit einem eigenen Limousinenservice in Konkurrenz zu jenen Unternehmen steht, die es für sein neues Angebot gewinnen will. „Sixt wird sich womöglich selbst die Rosinen rauspicken und womöglich nur die restlichen Anfragen an uns weitergeben“, fürchtet ein Fahrdienst-Anbieter. Sixt verneint das: “Der Sixt Limousinen Service ist einer von vielen Partnern und wird nicht bevorzugt.”

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.02.2013, 18:23 Uhrricardorajao

    hello my name is ricardo rajao
    i came from portugal and in the moment im unployed
    im studing german in a 600 hour curs
    i speek english,spainsh and a litle bit italien
    i live in berlin at 6 mouths.
    i have A&B driver lincense since 2007
    im avaleble to work any time and i can make long travels also
    i hope for your contact for a beter interview

    grets
    ricardo

  • 29.12.2012, 21:18 UhrlimoServiceKunde

    Wenn ich den Artikel richtig lese, steckt offenbar die Sixt Limousinenservice-Flotte hinter diesem Angebot, auch wenn teilweise Subdienstleister als Steigbügelhalter genutzt werden sollen (Stichwort: Rosinen picken - ist natürlich nicht so ;-). Toll, dann gibt es ja keinen Grund mehr, den 5-fachen Preis unter http://www.sixtlimousine.de/ zu zahlen. Strategisches Eigentor...

  • 21.12.2012, 13:44 UhrPan82

    “Es widerspricht unserer Philosophie, andere zu kopieren”. Na klar. Ein Vergleich der beiden Home-Pages zeichnet ein anderes Bild. Selbst der Buchungsprozess ist identisch. Ganz schön ideenlos...

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Ignorieren, Leugnen, Beschimpfen - die 10 größten Fehler im Shitstorm
Ignorieren, Leugnen, Beschimpfen - die 10 größten Fehler im Shitstorm

Krisenkommunikation: Die wichtigsten Grundregeln für den Umgang mit einer virtuellen Empörungswelle in den sozialen...

  • Branchenführer: BENKERT + PARTNER
  • Branchenführer: Allen & Overy LLP
  • Branchenführer: BW PARTNER
Einstellungen
Dauerhaft aktivieren und Datenübermittlung zustimmen oder deaktivieren:
FOLGEN SIE WIWO.DE

    Tweets der WiWo-Redaktion

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.