Stefan Koldenhoff und Tobias Timm: "Falsche Bilder. Echtes Geld"
Nach seinem Auftritt vorm Kölner Landgericht im Herbst vergangenen Jahres wurde er als „Filou“ bezeichnet, als „Eulenspiegel“, der dem Kunstmarkt den Spiegel vorgehalten habe. Für Stefan Koldehoff und Tobias Timm indes ist Wolfgang Beltracchi schlicht ein Betrüger, der seit den Achtzigerjahren aus Geldgier systematisch Kunstwerke, vornehmlich der klassischen Moderne, fälschte und in den Kunstmarkt einschleuste. Mit detektivischem Spürsinn rekonstruieren die Autoren die „Methode Beltracchi“: die gezielte Suche in alten Katalogen und Zeitschriften nach verschollenen Werken, die neu gemalt werden konnten, das Fingieren von Herkunftslegenden durch getürkte Sammleretiketten auf der Rückseite der Bilder und der Verweis auf fiktive Privatsammlungen, aus denen die Bilder angeblich stammten. Dass Museen, Sammler und Auktionshäuser bereitwillig auf die Falsifikate hereinfielen, hat, wie die Autoren zeigen, nicht nur mit Arglosigkeit zu tun, sondern auch mit den gewaltigen Gewinnmargen, die locken. Viele verdienen mit, auch korrupte Experten, die sich lieber auf ihr „stilkritisches“ Urteil verlassen als auf die Analyse von Pigmenten. Kein Wunder, so die Autoren, dass nach Schätzungen „mehr als zehn Prozent der Objekte“ auf dem Kunstmarkt gefälscht sind.
Verlag: Galiani Berlin
Preis: 19,99 Euro