Tom Hillenbrand: "Rotes Gold"
Wer sich als Leser von den saftigen Beschreibungen der Speisen und dem spannenden Plot nicht völlig blenden lässt, der wird sich vor der Wahl eines Sushi-Restaurants demnächst genauer informieren. In seinem zweiten Fall stößt dem Luxemburger Koch Xavier Kieffer der angebliche Vergiftungsunfalltod eines Sushi-Meisters übel auf. Denn den Anfängerfehler, ein falsches Stück Krake verzehrt zu haben, traut Kieffer dem Sushi-Meister nicht zu. War es im ersten Band eine seltene Frucht, die den Koch zum Kriminalisten macht, ist es diesmal ein Meerestier. Autor Hillenbrand, von Haus aus Wirtschaftsjournalist, deckt en passant zwischen all den mundwässernden Beschreibungen von luxemburgischen Spezialitäten die Hintergründe eines Produkts auf, das durch die industrialisierte Herstellung einen Teil seiner Vorzüge einbüßt: Sushi. Flott und mit der Kunst begabt, seinen Ermittler immer sympathischer erscheinen zu lassen, erzählt der Autor parallel die Liebesgeschichte zwischen Kieffer und einer Pariser Gastrokritikerin, dem Fischbusiness und dem Mord am Sushi-Koch. Kieffer kommt den Plänen des Mordopfers auf die Schliche, der gemeinsam mit portugiesischen Partnern Thunfisch in Aquakultur züchten wollte. Die Belohnung für die Lösung des Falles dürfte allen schmecken, die mit Sushi fremdeln: Gänseleber und Champagner. Da würden auch Japaner sagen: Itadakimasu – Guten Appetit!
Verlag: Kiwi
Preis: 8,99 Euro