Jean-Jacques Rousseau: "Träumereien eines einsamen Spaziergängers"
Jean-Jacques Rousseaus letzte Aufzeichnungen füllen den blinden Fleck des Liberalismus: Besteht die größte denkbare Freiheit nicht im ziellosen Traum, im Schwebezustand jenseits von Vernunft und Nutzendenken, in der Weite des interesselosen Daseinsgefühls? Wenn es einen Klassiker gibt, den jeder Manager einmal im Leben gelesen haben sollte, dann diesen. Rousseau, dessen 300. Geburtstag dieses Jahr gefeiert wird, flieht hier Zeit und Raum – und spaziert so lange durch das Reich der Träume, bis auch diese sich aufgelöst haben. Die Seelenfülle der Romantik hat hier, in Rousseaus Träumereien am Bielersee, ihren Ursprung, die Existenz- philosophie von Heidegger und Sartre, die Naturmetaphysik der ökologischen Bewegung, aber auch die Entschleunigungslyrik der modernen Ratgeber-Literatur: „Das Hin- und Herfließen des Wassers, sein gleichmäßiges Geräusch… ersetzte die inneren Bewegungen, sodass die Träumerei in mir erlosch, und genügte, um mich mit Lust meine eigene Existenz fühlen zu lassen, ohne mir die Mühe des Denkens zu machen.“
Verlag: Reclam
Preis: 5,40 Euro