
Bei der Vorstellung der Quartalsergebnisse überraschte Konzernchef Frank Appel mit starken Ergebnissen und positivem Ausblick.
Eigentlich hatten Beobachter eher mit einer Absenkung der prognostizierten Ergebnisse gerechnet. Die weltweite Konjunktur ist wackelig, die Finanzkrise in Europa verunsichert Konsumenten und Unternehmen. Doch die Deutsche Post überraschte mit einem deutlich positiven Ausblick. Post-Chef Frank Appel erhöhte das operative Ergebnis-Ziel für 2011 von bisher 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro auf mehr als 2,4 Milliarden Euro.
Damit zeigt der Bonner Logistikkonzern sowohl im Inland als auch im Ausland Stärke. Getragen wurde das Wachstum quer durch alle Sparten. Das Paketgeschäft boomt, die DHL-Sparten profitieren von einem wachsenden Markt in China. In allen Sparten erwartet das Management nun, am Ende des Jahres das obere Limit der Prognosen zu erreichen.

Das Paketgeschäft der Post boomt und auch in Asien wächst das Unternehmen rasant. Doch der Wettbewerb hat zugenommen. Wir zeigen, wo die Post ihre Konkurrenten schlägt und in welchen Sparten sie unter Druck ist.
Text: Christian Schlesiger
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Alle europäischen Postkonzerne leiden unter dem Rückgang der Sendungsmengen bei Briefen. Bei der Deutschen Post nahm die Anzahl der Briefe im vergangenen Jahr um rund zwei Prozent ab. Doch damit scheint der Bonner Konzern noch vergleichsweise glimpflich davon gekommen zu sein. Die holländische TNT verlor 2010 bei der Zustellung adressierter Briefe neun Prozent Menge – und reagiert mit einem heftigen Kostenprogramm.
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UPS ist der mit Abstand weltweit größte Expresskonzern. Mit umgerechnet rund 29 Milliarden Euro Umsatz ist UPS fast drei Mal größer als die Post-Tochter DHL Express. Die Sparte des Bonner Konzerns kam 2010 auf einen Umsatz von elf Milliarden Euro – und belegt damit den dritten Platz. Der US-Konkurrent Fedex schiebt sich mit einem Umsatz von umgerechnet 15 Milliarden Euro zwischen die beiden.
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Ähnlich sieht das Ranking beim Margenvergleich aus. Unangefochtener Renditekönig ist UPS mit einer Umsatzmarge von fast 13 Prozent – inklusive des sehr starken Paketgeschäfts innerhalb der USA. Fedex und DHL kamen im abgelaufenen Geschäftsjahr beide etwa auf eine Marge von vier bis fünf Prozent.
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Die größten Konkurrenten der Deutschen Post in der Sparte DHL Global Forwarding and Freight befinden sich ganz in der Nähe: Kühne + Nagel mit Sitz in der Schweiz und DB Schenker mit Sitz in Frankfurt. Beide Konzerne sind mit einem Umsatz von 16 beziehungsweise 14 Milliarden Euro Umsatz etwas größer als DHL Global Forwarding and Freight mit knapp elf Milliarden Euro Umsatz. Vor allem Kühne gilt als Maßstab: Durch rigoroses Kostenmanagement kommt Kühne auf eine Umsatzrendite von fast vier Prozent – die DHL-Sparte kommt auf knapp drei Prozent. Insbesondere im Bereich Seefracht hat DHL Marktanteile gegenüber den Wettbewerbern verloren.
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Das Geschäft mit Warenhäusern, bei dem die Logistikunternehmen immer mehr Produktionsschritte der Kunden übernehmen, ist ein großer Zukunftsbereich. Die auch als Kontraktlogistik genannte Dienstleistung gilt aber weitestgehend als relativ margenschwach. Darunter leiden alle Logistikkonzerne gleichermaßen. Der DHL-Bereich Supply Chain erreichte 2010 einen Umsatz in Höhe von 13 Milliarden Euro – bei einer Umsatzrendite in Höhe von 1,8 Prozent. Viele Konkurrenten sind Mittelständler wie Fiege, Dachser und Hellmann, die mit Zahlen äußerst zurückhaltend sind.
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Text: Christian Schlesiger
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Starker Wachstum
Die Deutsche Post überzeugte vor allem deshalb, weil der Konzern in einigen Bereichen besser abgeschnitten hat als die Konkurrenz. Das gilt insbesondere für die Sparte DHL Express: „In allen drei Quartalen dieses Jahres sind wir stärker gewachsen als unsere Wettbewerber“, sagte Vorstandschef Frank Appel anlässlich der Quartals-Pressekonferenz in Frankfurt. „Das hatten wir so noch nie in den vergangenen zehn Jahren.“
Der Umsatz im Expressbereich stieg im dritten Quartal um knapp acht Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Selbst das einst kriselnde US-Geschäft scheint wieder in Gang zu kommen: „Wir gehen auch davon aus, in den USA Marktanteile gewonnen zu haben“, sagte Appel. Im Asiengeschäft, der derzeit am stärksten wachsenden Region, liegt die Deutsche Post laut eigenen Angaben mit einem Marktanteil von 36 Prozent weit vor Verfolger FedEx mit 21 Prozent. In Indien sei man mit der Entwicklung gar „begeistert“, so Appel.













