Logistikkonzern: Deutsche Post in Asien auf dem Erfolgstrip

Logistikkonzern: Deutsche Post in Asien auf dem Erfolgstrip

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Am Mittwoch versammeln sich die Aktionäre der Deutschen Post - mit dem Ergebnis des ersten Quartals schafft der Logistikonzern eine gute Basis für 2012.

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Post freut sich über ein hervorragendes erstes Quartal. Doch im Vergleich zum Renditekönig UPS hat sie noch einiges aufzuholen.

Die Deutsche Post eilt von Erfolg zu Erfolg. Der Umsatz legt im ersten Quartal kräftig zu, auch das operative Ergebnis schießt nach oben.

Das erste Quartal der Deutschen Post

  • Umsatz

    Im ersten Quartal 2012 steigerte der Logistikkonzern seinen Umsatz um rund vier Prozent auf 13,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal.

  • Operatives Ergebnis

    Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich gar um fast zehn Prozent auf 691 Millionen Euro.

Getragen wird das Wachstum von den stark steigenden Bestellungen von Waren der Privatkunden im Internet und von einer führenden Marktposition im Boommarkt Asien. Post-Chef Frank Appel bestätigte zudem die Prognose für das Gesamtjahr: 2012 sollen alle Sparten zu einem Betriebsgewinn in Höhe von 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro beitragen.

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Modell mit Zukunft

Die Strategie des Brief- und Logistikkonzerns scheint aufzugehen. Die guten Ergebnisse könnten die alte Diskussion um eine Trennung des Konzerns in Brief- und Logistikgeschäft nun endgültig ersticken. Mag sein, dass auf der Hauptversammlung am Mittwoch erneut einige Fondsvertreter die Spaltung fordern, um die Aussicht auf höhere Aktienkurse zu erwirken. Doch ein Blick nach Holland zeigt die Nachteile einer Trennung: Konkurrent TNT spaltete sich vor einem Jahr auf. Das Briefgeschäft dümpelt seitdem vor sich hin und das Expressgeschäft wird nun vom amerikanischen Konkurrenten UPS geschluckt. An dem Post-Modell wird sich daher nichts ändern.

Es gibt auch keinen Grund, denn der Konzern strotzt vor Stärke. Der frühe Einstieg in das Logistik- und Expressgeschäft in Asien erweist sich heute als Glücksfall. Der Marktanteil der Konzerntochter DHL Express liegt bei 36 Prozent. Wettbewerber FedEx kommt an Position zwei nur auf 21 Prozent. Zudem genießt DHL in den meisten Ländern Asiens bei den Kunden einen hervorragenden Ruf. Auch viele Nachwuchskräfte wünschen sich, bei DHL beschäftigt zu sein.

Neues Logistik-Drehkreuz DHL kämpft mit den Tücken des chinesischen Marktes

Das Reich der Mitte wird zum größten Logistikmarkt der Welt. Dort hat die Deutsche Post DHL ihre beiden großen US-Konkurrenten Fedex und UPS abgehängt. Doch der chinesische Markt hat Tücken, wie die Deutschen jüngst erfahren mussten.

DHL-Auslieferung in Hongkong Quelle: DHL

Internationale Führungskultur 

Vorstandschef Appel hatte 2010 damit begonnen, die Unternehmenskultur weltweit auf die Ziele „Respekt und Resultate“ auszurichten. Offenbar scheint das Konzept aufzugehen. Hinzu kommt, dass Appel im Vergleich zu früher vor allem auf eine internationale Führungskultur setzt. So besteht der Vorstand im Bonner Post-Tower mehrheitlich aus Ausländern. Sie kommen aus dem operativem Geschäft, wissen wie Kunden ticken und verzichten auf kluge Ratschläge von Beratern. So setzt Express-Chef Ken Allen Beratungsprojekte mal gerne kurzfristig aus, um Kosten zu drücken. Ehemalige McKinsey-Leute kommen heute in Führungsetagen immer weniger zum Zuge. Das Tagesgeschäft hat dadurch profitiert.

Wo die Post am meisten Umsatz macht

  • Asien

    Die Märkte in Asien sind für die Post-Tochter DHL besonders wichtig und werden in Zukunft noch wichtiger werden. Umsatzanteil der Region: 14,4 Prozent.

  • Amerika

    Das USA-Geschäft hat der Post bisher kein Glück gebracht. Aktuell liegt der Anteil am Gesamtumsatz bei 16,7 Prozent.

  • Deutschland

    Im Heimatland Deutschland macht die Post ein knappes Drittel ihres Geschäfts. Umsatzanteil: 31,7 Prozent.

  • Europa

    Europa (ohne Deutschland) ist nach wie vor die wichtigste Region für die Deutsche Post - hier wird ein gutes Drittel des gesamten Umsatzes erwirtschaftet. Anteil: 33,1 Prozent.

Renditekönig UPS

Doch im Vergleich zum stärksten Wettbewerber UPS gibt es noch Nachholbedarf. Der US-Konzern kann sich als Renditekönig der Branche feiern. Im vergangenen Jahr erwirtschafte UPS ein Jahresergebnis von umgerechnet 2,9 Milliarden Euro. Damit liegt die Umsatzrendite bei hervorragenden sieben Prozent. Die Deutsche Post kommt auf eine Rendite von 2,2 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp fünf Prozent. Auch wenn man das operative Ergebnis zum Maßstab nimmt, liegt die Marge von UPS höher: 11,4 Prozent sind es bei den Amerikanern, 4,6 Prozent bei den Bonnern.

Wie sich die Post 2011 geschlagen hat

  • Umsatz

    Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Post rund 52, 8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 2,8 Prozent gegenüber Vorjahr. An die Erfolge von 2006 kann der ehemalige Staatskonzern allerdings nicht anknüpfen. Damals lag der Umsatz bei 60,5 Milliarden Euro. 2008 musste DHL das verlustreiche Express-Geschäft aufgeben. 2009 lag der Umsatz nur noch bei 46,2 Milliarden Euro. Davon ausgehend sich die Post wieder deutlich gesteigert.

  • Umsatz nach Sparten

    Den größten Anteil hat das Frachtgeschäft mit gut 15 Milliarden Euro, gefolgt vom Briefgeschäft mit fast 14 Milliarden Euro. Mit 13,2 Milliarden Euro ist die Sparte Supply Chain der drittstärkste Bereich, das Express-Geschäft setzt mit 11, Milliarden am wenigsten Umsatz. Beim Ebit nach Sparten dreht sich die Reihenfolge...

  • Ebit nach Sparten

    Den größten Gewinn vor Steuern und Zinsen brachte das Briefgeschäft mit 1, 1 Milliarden Euro, gefolgt vom Expressgeschäft mit 927 Millionen Euro. Das Frachtgeschäft - der größte Umsatzbringer, liefert ein Ebit von "nur" 429 Millionen Euro, den geringsten Anteil am Gewinn bringt die Sparte Supply Chain mit 362 Millionen Euro.

Auch bei den Wachstumszahlen legte UPS 2011 die besseren Zahlen hin. Um sieben Prozent wuchs der Umsatz der Amerikaner 2011. Die Deutschen kamen auf ein Plus von 2,2 Prozent. Mit dem Kauf von TNT greift sich UPS zudem die Marktführerschaft in Europa. Gemeinsam liegen UPS und TNT im europäischen Expressgeschäft mit knapp 39 Prozent vor DHL mit 38 Prozent. Fraglich ist indes, ob die Integration von USP und TNT wirklich reibungslos gelingen wird. Manager der Deutschen Post spekulieren darauf, dass die Konkurrenten ihr Tagesgeschäft vernachlässigen.

weitere Links

Auf der Hauptversammlung kann Post-Chef Appel insgesamt einen starken und gut aufgestellten Konzern präsentieren. Er muss sich aber auch erklären: Der Aktienkurs schwächelt, internationale Gewerkschaften fordern seit langem bessere Arbeitsbedingungen in einzelnen Ländern und Erfolgssignale für den vor anderthalb Jahren mit viel Tamtam gestarteten E-Postbrief für die vertrauliche Kommunikation im Internet stehen noch aus.  

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