Luftfahrt: Air Berlin: Die fünf Wege zu Etihad

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Luftfahrt: Air Berlin: Die fünf Wege zu Etihad

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Ein Flugzeug von Air Berlin

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die arabische Fluggesellschaft Etihad Airways will ihre deutsche Tochter Air Berlin enger an sich binden. Doch das ist nicht ohne Weiteres möglich. Die wichtigsten Optionen und welche Aussichten sie haben.

Der 20. März bescherte den Aktionären von Air Berlin die erste positive Überraschung der vergangenen Jahre. Nachdem die Fluglinie am Vorabend mit einer bewusst nebulösen Begründung die für den Donnerstag vorgesehen Vorstellung des Geschäftsberichts verschoben hatte, machten sofort Gerüchte die Runde. Spekuliert wurde über einen Einstieg fremder Investoren und eine Übernahme durch den bisherigen Großaktionär Etihad aus Abu Dhabi. Prompt stieg der Kurs der Air-Berlin-Aktie um gut zehn Prozent.

Leider verlor die Aktie am gleichen Tag auch wieder alle Gewinne und fährt seitdem Achterbahn. Danach gab es jeden Tag neue Gerüchte. Doch am Ende ist jede der bislang fünf diskutierten Möglichkeiten schwierig, wenn nicht gar unmöglich.

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Denn die Grundprobleme von Air Berlin sind nicht einfach zu lösen. Da sind zum einen die extrem angespannten Finanzen: Laut Schätzungen drücken die Linie gut 800 Millionen Euro Schulden. Im vorigen Jahr war bereits mehrfach das Eigenkapital weg. Und weil Analysten erneut einen operativen Verlust von mehr als 110 Millionen Euro erwarten, sind die Aussichten trübe. Dazu kommt ein strategisches Problem. Air Berlin ist in seinen drei Geschäftsfeldern Städteflüge, Urlaubsverkehr ans Mittelmeer und ein wenig Langstrecke mit Schwerpunkt Badeziele zu klein.

Luftfahrt Etihad sieht Chance für Einstieg bei Alitalia bei 50:50

Noch befindet sich Alitalia nicht auf sicherem Boden. Die arabische Fluggesellschaft Etihad prüft, ob aus der Krisen-Airline überhaupt Rest-Potential für ein profitables Unternehmen herauszuholen ist.

Eine Alitalia-Maschine fliegt über der italienischen Flagge. Quelle: dpa

Um die Probleme zu lösen, braucht Airline-Chef Wolfgang Prock-Schauer nicht nur Geld. Ebenso wichtig wäre der Rückhalt einer großen Gruppe, um mehr gut zahlende Geschäftsreisende statt preissensibler Touristen anlocken zu können. Letzteres sollte der Eintritt in die Oneworld-Allianz um British Airways und American Airlines bieten. Doch bislang ist davon wenig angekommen, weil die beiden Partner genug mit ihren eigenen Fusionen zu tun hatten: BA schluckte die spanische Krisenlinie Iberia und American Airlines arbeitet an der Vereinigung mit US Airways.

Da trifft es sich gut, dass Etihad aus Abu Dhabi Geld und Rückhalt bieten kann. Die Linie, der bereits 30 Prozent an Air Berlin gehören, hat dank der Öl-Milliarden Abu Dhabis mehr Geld als Air Berlin in absehbarer Zeit verbrennen kann. Und sie hat ein internationales Netz - dank einer auf den ersten Blick etwas wahllos zusammengekauften Gruppe. Die besteht mit Air Berlin aus acht Airlines und könnte mit Alitalia bald auf neun anwachsen. Außerdem würden die Araber ihre deutsche Tochter auch gerne komplett übernehmen, um sie aller Sorgen zu entledigen.

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