Luftfahrt: Air Berlin vorläufig gerettet

KommentarLuftfahrt: Air Berlin vorläufig gerettet

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Etihad-Einstieg: Air Berlin ist vorläufig gerettet

von Rüdiger Kiani-Kreß

Deutschlands zweitgrößter Fluglinie bringt der Einstieg der arabischen Linie Etihad eine Lösung ihrer akuten Nöte. Doch an den grundlegenden Problemen ändert das vorläufig nichts.

Für Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn und seine knapp 9000 Mitarbeiter kam Weihnachten knapp eine Woche früher als gedacht. Denn nach dem Vernehmen nach recht spannenden Verhandlungen über das Wochenende kann der  69-jährige um 13 Uhr im feinen Berliner Hotel InterContinental nun endlich einen Investor aus der Branche für die finanziell angeschlagene Fluglinie präsentieren. Und es ist nicht irgendeine Airline, sondern das wohl solventeste Unternehmen der Branche: Etihad aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi, das dank der Ölvorräte ein quasi unbegrenztes Vermögen hat.

Mit einem Schlag ist Air Berlin nun seine dringendsten Probleme los. Die Linie wird dieses Jahr mit wahrscheinlich rund 200 Millionen Euro Verlust beenden. Dazu drücken Schulden von deutlich über 600 Millionen Euro. Doch dank einer Direktüberweisung vom Golf über gut 260 Millionen Euro für die knapp 30 Prozent Anteil und einen Kredit kann Mehdorn nun endlich in Ruhe die Sanierung planen, ohne bangen zu müssen, ob die angesichts der unsicheren Aussichten und der mauen Konjunktur genug Kunden buchen.

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Doch nach Weihnachten geht die Arbeit dann erst richtig los. Denn so richtig über den Berg ist Air Berlin noch nicht. Zum einen bringt das bisherige Sparpaket namens „Shape & Size“ mit den offiziell genannten 200 Millionen Euro weniger als das Minus für dieses Jahr prognostizierte Minus ausmacht. Dazu wird ab dem kommenden Jahr die Zinslast dramatisch steigen auf deutlich mehr möglicherweise 60 Millionen Euro pro Jahr – umgerechnet zwei Euro pro Passagier. Daran ändert auch das Geld von Etihad nichts. Denn die Araber sind nicht nur die treu sorgende Mutter, als die sie Mehdorn heute in der Pressekonferenz bezeichnet hat, sondern auch harte Rechner. Darum verlangen sie für den Kredit mit fast zehn Prozent pro Jahr kaum weniger als die 11,5 Prozent, die Air Berlin im November auf dem freien Markt zahlen musste.

Somit ist die Hoffnung gering, dass die erwarteten Synergien mit Etihad und dem Beitritt zur Oneworld-Allianz um British Airways und American Airlines wirklich gehoben werden können und eine Trendwende gelingen kann. Scheitert Air Berlin an dieser Aufgabe, ist die Kapitalspritze spätestens im nächsten Winter weg und das Bangen beginnt erneut.

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