Luftfahrt-Gipfel: Fluglinien fehlt das Starbucks-Prinzip

ThemaLuftfahrt

Luftfahrt-Gipfel: Fluglinien fehlt das Starbucks-Prinzip

von Rüdiger Kiani-Kreß

Keine Entspannung auf dem wichtigsten Branchentreff der Flugbranche: Trotz guter Sanierungserfolge bleibt die Flugbranche unter Druck – bis die Airlines von anderen Branchen lernen.

So schlecht die Zahlen der Flugbranche auch immer waren, bei der Wahl der Orts für ihr wichtigstes Jahrestreffen hatte die Branche immer ein gutes Händchen: Ob Paris, Istanbul oder Singapur: immer waren die Orte touristisch reizvoll für ein paar Ausflüge – und meist auch warm und sonnig.
Wenn sich die 230 Fluglinien des Weltluftfahrtverbandes IATA (International Air Transport Association) ab heute im südafrikanischen Kapstadt treffen, ist das leicht anders. Dauerregen, der südafrikanische Winter bläst kaum zehn Grad kühl durch die Straßen und die generell angespannte Sicherheitslage am Kap sorgt weniger für Ausflugslaune als das Gefühl einer gewissen Belagerung.
Das passt sicher nicht allen Managern der Branche, aber bestens zur Lage der Branche. Zwar melden viele der großen Fluglinien wieder bessere Zahlen. So zeigt die amerikanische Delta, dass auch die großen Netzwerklinien angesichts der wachsenden Bedrohung durch Billigflieger und die Airlines vom Golf überleben können. Auch bei Lufthansa und Air France bringen die Sparprogramme mehr als die Chefs erwartet haben.
Trotzdem sind die wenigsten hier im Internationalen Konferenzzentrum und dem benachbarten Tagungshotel Westin optimistisch. Zum einen geht es den Airlines trotz aller Anstrengungen noch lange nicht gut. Dafür sorgen zum einen die hohen Benzinpreise, die in Euro gerechnet bedrohlich nahe an das Allzeithoch im Frühjahr 2008 herangerückt sind. Weil sie konstant hoch sind, helfen auch Sicherungsgeschäfte wenig.

Möglichkeiten sind so gut wie ausgeschöpft
Doch das hat den Wettbewerb kaum entschärft. Obwohl der Sprit gerade die ansonsten schlanken Billiglinien oder die Golfairlines mit bis zu 40 Prozent der Kosten stärker belastet als die traditionellen Unternehmen, schließen die Neulinge alle Lücken, die die bisherigen Marktführer mit ihren Streckenstreichungen lassen. Das liegt zum einen daran, dass Billigflieger und Golfairlines dank neuer Flugzeuge und ihres starken Wachstumskurses, der den Anteil der Verwaltungskosten pro Flug drückt, am Ende billiger.

Anzeige

Dazu finden diese dynamischen Linien leichter Finanziers als die auf den ersten Blick so verknöcherten Alten – wenn sie nicht gleich wie Etihad aus Abu Dhabi oder Qatar Airways in Staatshand sind.
Für Lufthansa & Co. ist das frustrierend, ja geradezu beunruhigend. Denn sie haben beim Kampf um mehr Effizienz alles richtig gemacht und die Dinge angefasst, an die sie sich früher nie trauten: Personalkosten gesenkt, die Kapazität abgebaut und die Auslastung gesteigert sowie den verbliebenen Kunden höhere Preise abgeknöpft – und nicht zuletzt ihre Partnerschaften mit anderen Airlines vertieft. Nun sind sie in einer tragischen Situation. Sie haben ihre Möglichkeiten fast komplett ausgeschöpft. Nun müssten sie nachlegen, aber wissen kaum wie, denn die bisherigen Rezepte sind wirkungslos.

Airline-Lounges Die Besten am Boden

Welche First Class Lounges anspruchsvolle Vielflieger aus Sicht des britischen Marktforschers Skytrax am besten verwöhnen.

Airline-Lounges: Die Besten am Boden

Ihre Allianzen bröckeln. Konnte Lufthansa die Flüge ihrer Partner in der Star Alliance oder Air France-KLM ihr Skyteam nützen, um die Lücken im eigenen gekürzten Flugplan weiterhin anbieten zu können, so ist das heute immer schwerer. Denn keiner kann wissen, ob der Partner wirklich bei der Sache ist.

Seit die australische Qantas ihren engsten Partner British Airways überraschte, indem sie sich eng an den Erzrivalen Emirates aus Dubai band, kann keine Linie mehr sicher, sein dass ihr Partner nicht doch die ehedem gemeinsamen Kunden auf seine Seite ziehen will. Darum haben Linien wie Delta aus den USA längst angefangen wichtige Partner durch Aktienkäufe an sich zu binden.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%