Luftfahrt: Lufthansa muss Ballast abwerfen

KommentarLuftfahrt: Lufthansa muss Ballast abwerfen

von Rüdiger Kiani-Kreß

Der Lufthansa-Chef Christoph Franz muss bei den Aktionären für sein neues Sparprogramm werben. Die Fluglinie leidet jedoch weniger unter zunehmender Konkurrenz oder steigenden Kosten, sondern daran, dass sie die nötigen Reformen zu lange aufgeschoben hat.

Auf Hauptversammlungen der Lufthansa herrschte bislang der gleiche heimelige Konsens wie im Unternehmen: Die Lage war zwar ernst, aber am Ende ging es dem Unternehmen doch immer noch besser als den meisten anderen Fluglinien. Das wird Konzernchef Christoph Franz auf dem Aktionärstreffen am Dienstag zu Grabe tragen.

Denn die Zeiten, in denen sich der 52-Jährige dem Erbe seiner Vorgänger Jürgen Weber und Wolfgang Mayrhuber vorsichtig genähert hat, sind vorbei. Franz will die Lufthansa mit seinem neuen Sanierungsprogramm 'Score' ebenso gründlich ändern wie es Weber bei der Grundrenovierung Anfang der neunziger Jahre getan hat.  Und während frühere Veränderungen am Ende immer glimpflich abgingen - oder wie man im offiziellen Lufthansakonzernsitz in Köln sagt: „Et hätt noch immer jot jegange.“ Jetzt ist es Ernst.

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Ballast über Bord werfen

Es geht am Ende darum, mit Reformen veraltete und teure Arbeitsweisen aus der Zeit als Staats-Airlines abzuwerfen. Denn die die Probleme der Lufthansa rühren nicht daher, dass auf einmal böse und subventionierte Konkurrenten unfairen Wettbewerb betreiben oder das Flugbenzin teurer geworden ist. Die Lufthansa leidet im Grunde nur an einem größtenteils hausgemachten Problem: verschleppte Reformen. 

Das lasten derzeit viele Franz‘ Vorgänger Mayrhuber an, weil der zu viele verlustbringende Fluglinien  zugekauft oder neu gegründet hat. Doch das ist nur ein Teil des Problems. Tatsächlich tragen an dem Reformstau alle Schuld.

Zu wenig Druck gemacht

Die Mitarbeiter haben sich gegen Veränderungen gewehrt, obwohl überlegene Wettbewerber der Lufthansa zusetzten. Das Management wollte keinen Krawall mit der Belegschaft. Und die Aufsichtsräte der Kapitalseite haben zu wenig Druck gemacht, damit die Lufthansa nicht nur gemessen an der chronisch schlecht verdienenden Flugbranche gut da steht, sondern ausreichend Geld verdient, um die Attacken der Konkurrenz durch schlankere Abläufe, ein besseres Produkt und moderne Flieger zu kontern.

Denn am Ende hat der Reformstau bei Kranich zehn Gründe mit dem gleichen Nenner: So sehr sich die Lufthansa in den vergangenen Jahren auch verändert hat, im Grunde funktioniert sie immer noch wie in den neunziger Jahren. Mit hohen Verlusten fliegt sie Passagiere in ihre Drehkreuze und dann mit Gewinn weiter in andere Städte - irgendwo auf der Welt oder in Europa.

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Ein Modell, dass alle wichtigen Konkurrenten wie British Airways oder die großen US-Linien SAS entweder in den vergangenen Jahren bereits abgeworfen haben – oder wie Emirates aus Dubai und die Billigflieger Easyjet und Ryanair als Neugründungen erst gar nicht angenommen haben.

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