Luftfahrt: Opfer von Hochmut und Eurokrise

KommentarLuftfahrt: Opfer von Hochmut und Eurokrise

von Rüdiger Kiani-Kreß

Ungarns Malev droht als zweiter Fluglinie innerhalb weniger Tage die Insolvenz. Es dürfte nicht die letzte sein.

In der Flugbranche gilt Ryanair-Chef Michael O’Leary als Clown. Dafür sorgten nicht nur seine teils absurden Vorstellungen wie Flugzeuge mit Stehplätzen und Bezahltoiletten auszurüsten oder Kinder und Koffer zu verbannen. Viele belächelten auch seine Vorhersage, es werde bald zu einem Blutbad unter den Fluglinien kommen. Denn alle von ihm totgesagten Linien flogen bislang einfach weiter als gebe es weder Krise noch teuren Sprit.
Spätestens seit heute lacht keiner mehr. Denn mit der Ankündigung der ungarischen Malev, ihr werde Heute Abend das Geld ausgehen, könnte nach Spanair innerhalb weniger Tage bereits die zweite größere europäische Fluglinie unterzugehen. Das ist zunächst mal eine traurige Nachricht für alle Beschäftigten, die ihren Job verlieren. Traurig ist es auch für uns Verbraucher. Denn eine Fluglinie weniger bedeutet weniger Konkurrenz und damit weniger Sonderangebote, ohne die heute keine Fluglinie mehr ihre Flieger voll bekommt. Und es könnten noch mehr schlechte Nachrichten folgen. Denn die Probleme von Malev und Spanair haben letztlich auch jede Menge andere Fluglinien wie Air Malta, sowie in ähnlicher Form Alitalia und Olympic aus Griechenland.

Sparprogramme hielten die Linien nicht für nötig
Malev und Spanair schreiben seit Jahren rote Zahlen. Sie sind mangels eines nennenswerten Langstreckenverkehrs vor allem auf der Kurzstrecke unterwegs und werden dort regelrecht zerquetscht. Von unten drücken die großen Billigflieger wie Ryanair, Easyjet und Norwegian mit ihren niedrigeren Kosten. Von oben kommen die großen Netzwerklinien wie Lufthansa, Air France-KLM und dem IAG genannten Verbund British Airways / Iberia, die mit besserem Service vermehrt um Touristen werben.
Bislang ging das für Spanair und Malev gut, weil die lokale Wirtschaft einigermaßen lief und beide zu einem großen Teil der öffentlichen Hand gehörten. Die hat lange Zeit die Defizite ausgeglichen, um durch möglichst viele Touristen ins Land zu holen und sich gleichzeitig mit einer regionalen Fluglinie schmücken zu können. In ihrem Hochmut meinten die Linien, sich nicht durch grundlegende Sparprogramme wetterfest machen ändern zu müssen.

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