Bild: APPlatz 10: Emirates
Oft kopiert, doch nie erreicht: Die Wachstumslinie aus Dubai zeigt allen aufstrebenden Staaten was eine gute Fluglinie einem Land bringt - und wie man sie baut: gutes Catering, riesiges Unterhaltungsprogramm und spektakuläre Werbung mit Zimmersuiten oder Duschen in der First Class. Dass die Linie am Ende nur knapp unter die besten zehn schlüpfte, liegt vor allem an der Economy Class. Sie ist vom Service her nicht ganz so gut wie die wichtigsten Wettbewerber vom Golf und aus Ostasien. Das liegt nicht zuletzt an der gewaltigen Größe der Linie. Sie ist inzwischen so groß und stellt so viele neue Mitarbeiter ein, dass es fast unmöglich ist, überall den gleichen Standard bei der Einrichtung der Flugzeuge und beim Personal zu haben.
Bild: REUTERSPlatz 9: Turkish Airlines
Noch zur Mitte des vorigen Jahrzehnts sahen die meisten Passagiere die Staatslinie der Türkei auf einer Höhe mit Drittweltlinien wie PIA. Doch mit harter Arbeit und hohen Investitionen hat CEO Temil Kotil die Linie gedreht. Auch wenn die Qualität des Bordservices gelegentlich noch ein wenig schwankt, in der Regel zeigt Turkish, wie gut Service auf der Kurzstrecke sein kann. Dafür sorgt neben dem überdurchschnittlichen Catering des Österreichers Atila Dogudan auch, dass für jedes Flugziel muttersprachliches Personal eingesetzt werden kann, weil es in fast jedem Land eine große türkische Gemeinde gibt. Darum dürfte Turkish bald mehr sein als nur Europas beste Airline.
Bild: PressePlatz 8: Qantas Airways
Die Australier spüren den Druck asiatischer Qualitätslinien noch stärker als Air New Zealand. Dabei konnte die Linie bislang gut mithalten. Vor allem dank des motivierten Personals, der guten Bordunterhaltungsprogramme und ungewöhnlicher Bordverpflegung, die mit als erste gesündere und leichtere Mahlzeiten anbot. Doch die inzwischen etwas betagte Flotte mit im Vergleich zum Wettbewerb leicht unbequemen Sitzen in der Economy-Class auf den Boeing 747 sorgte zuletzt für schlechtere Urteile.
Bild: APPlatz 7: Air New Zealand
Will eine Linie aus einem Hochlohnland wie Neuseeland im Asienverkehr nicht untergehen, muss sie das, was andere Airlines auf dem Konto haben, an Kreativität haben. Und das gelingt ihr auch. Weil die Linie von der etwas abgelegenen Doppelinsel überdurchschnittlich viele lange Flüge hat, legt sie auf fürs Dauersitzen geeignete Sessel besonderen Wert. Dazu kommt das angenehm entspannte Bordpersonal und clevere Ideen wie eine gute Premium Economy und die zur Couch umbaubare Sitzbank in der Economy Class. Und wo anderswo die Stewardessen posieren, hat bei der Kiwi-Linie Vorstandschef Rob Fyfe in der Werbung posiert – nur von Bodypainting verhüllt.
Bild: APPlatz 6: Etihad Airways
Es gibt sicher keinen wirtschaftlichen Grund, in Abu Dhabi zwischen den Heimatländer von Qatar Airways und Emirates noch 2003 eine Fluglinie zu gründen. Doch weil der Ölstaat keinem Besucher ein Umsteigen in Dubai oder Doha zumuten will und Geld keine Rolle spielt, gibt es Etihad. Und dank ihrer Kampfpreise kommt sie beim Publikum gut an. Wenn auch die Sitze und die Betreuung durch die Crew noch etwas wechselhaft sein mag, dort wo Geld und Willen zählen, etwa bei der Bordverpflegung und den Lounges, ist die Linie Spitze. Und der Rest ist eine Sache der Übung und wird folgen.
Bild: REUTERSPlatz 5: Thai Airways International
Der fünfte Rang der Linie aus Thailand überrascht ein wenig. Denn in nicht vom Publikum, sondern von Experten vergebenen offiziellen Sternewertung der Skytrax-Marktforscher rangiert die Linie eine Stufe unter ihren unmittelbaren Tabellennachbarn. Thai Airways hat den Servicegedanken von Singore Airlines übernommen - und die Werbung mit attraktiven Flugbegleiterin gleich mit dazu. Praktisch auch, dass sich Thailand vom Paradies für Rucksacktouristen zum Urlaubsziel europäischer Familien aufgeschwungen. Zusammen mit den niedrigen Preisen verhilft das Thai Airways zu einer rundum guten Bewertung.
Bild: PressePlatz 4: Cathay Pacific Airways
Ein bisschen enttäuschend muss es für die Linie aus Hongkong schon sein, wenn sie statt des jahrelang gewohnten zweiten Platzes nun auf einmal auf Rang vier rutscht. Denn am Ende steht Cathay dem Erzrivalen Singapore in den messbaren Dingen wie Komfort an Bord und dem laut Umfragen besten Sitz in der First Class nicht nach.
Bild: dpaPlatz 3: Asiana Airlines
Um in einem asiatischen Schwellenland den nationalen Marktführer vom Thron zu stoßen, muss eine Airline ganz besonders gut sein. Asiana aus Korea gelang dies. Dafür sorgte nicht nur die Formschwäche des führenden Korean Air. Die Linie schloss sich als eine der ersten einer Flugallianz an und konnte dank der Star Alliance um die Lufthansa ihre Flieger füllen – nicht zuletzt, weil die Vielflieger ihrer Star-Partner eben den Nutzen der Allianz wie das Sammeln der begehrten Vielfliegerpunkten mit einem Topservice kombinieren konnten.
Bild: APPlatz 2: Singapore Airlines
Die Linie aus dem Löwenstaat war lange Nummer eins. Das verdankt sie ihrer Qualität und dem wohl passagierfreundlichsten Flughafen der Welt, sondern auch ihrer Tradition bei Neuerungen immer die erste oder eine der ersten zu sein. Das gelang ihr mit dem ersten richtigen flachen Bett in der First und der Business Class sowie auch beim Linieneinsatz des Superjumbos A380. Dazu vermarktet sie wie keine zweite ihre Flugbegleiterinnen als attraktive Singapore Girls, deren Uniformen sogar verkauft werden. Nun zählt Singapore in anderer Hinsicht zu den Vorreitern. Als erste Linie in Asien startet sie einen eigenen Billigflieger für die Langstrecke unter dem Namen Scoot (zu deutsch sausen, abhauen).
Bild: dapdPlatz 1: Qatar Airways
Die Linie aus dem Erdgasemirat schaffte 2011 zum ersten Mal die Topposition. Ihr gelang es als einziger Linie sowohl in der First, der Business und der Economy Class die Bestnote „Fünf Sterne“ zu schaffen. Dahinter stecken solide Arbeit, viel Geld und eiserner Willen. Vor allem der eines Mannes: Akbar Al Baker. Ein Mann, den wenige wirklich mögen, aber jeder in der Branche respektiert, wenn nicht gar fürchtet. Denn er verlangt für sein gutes Geld schlicht alles und beurteilt Arbeit ohne Rücksicht. Das gilt ebenso für die Belegschaft wie Flughäfen und erst recht der Hersteller wie Airbus, denen er bescheinigte, noch lernen zu müssen wie man Flugzeuge baut.
Platz 10: Emirates
Oft kopiert, doch nie erreicht: Die Wachstumslinie aus Dubai zeigt allen aufstrebenden Staaten was eine gute Fluglinie einem Land bringt - und wie man sie baut: gutes Catering, riesiges Unterhaltungsprogramm und spektakuläre Werbung mit Zimmersuiten oder Duschen in der First Class. Dass die Linie am Ende nur knapp unter die besten zehn schlüpfte, liegt vor allem an der Economy Class. Sie ist vom Service her nicht ganz so gut wie die wichtigsten Wettbewerber vom Golf und aus Ostasien. Das liegt nicht zuletzt an der gewaltigen Größe der Linie. Sie ist inzwischen so groß und stellt so viele neue Mitarbeiter ein, dass es fast unmöglich ist, überall den gleichen Standard bei der Einrichtung der Flugzeuge und beim Personal zu haben.
Wenn führende Manager von Lufthansa oder Air France vor fünf Jahren über ihre Partner aus den USA gesprochen haben, lag immer ein wenig Mitleid in ihren Stimmen. Denn die großen Airlines aus den USA wie United, Delta oder American krebsten immer am Rande der roten Zahlen herum und wie sie ihre Passagiere mit mäßigem Service traktierten, wäre den meisten europäischen Luftfahrtgesellschaften schlicht peinlich gewesen.
Denn die Linien der alten Welt verdienten damals viel Geld vor allem auf den Asienstrecken und verwöhnten besonders ihre besten Kunden mit immer luxuriöseren Warteräumen, bequemen Schlafsesseln und gutem Essen.
Wenn heute Delta als letzter der US-Marktführer seine Zahlen für das 2. Quartal verkündet, hat sich die Sicht gründlich gewandelt. Zwar hat auch die Linie mit den weltweit meisten Passagieren das Quartal mit einem Verlust beendet. Doch damit ist sie die Ausnahme.
Die Billigflieger Southwest und Jetblue, sowie United haben ihre Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahresquartal gesteigert. Und Delta hat wie ihre profitablen Wettbewerber aus der Heimat immerhin trotz der anhaltenden Krise in den USA mehr verdient als die Analysten erwartet haben. Dazu sind die roten Zahlen von 170 Millionen bei Delta im Gegensatz zu den Verlusten etwa von Air France und Lufthansa keine operativen Verluste. Sie stehen vor allem auf dem Papier, weil die Termingeschäfte zur Absicherung des Flugbenzins wegen des Preisverfalls beim Rohöl in letzter Zeit deutlich an Wert verloren haben.
Erste Reformen überstanden
Der Grund für den Wandel ist simpel. Die US-Linien haben ihre Hausaufgaben gemacht und sich in einem schmerzhaften Prozess reformiert. Wie derzeit gerade American Airlines haben sie sich in einem Gläubigerschutzverfahren entrümpelt. Sie haben reihenweise alte teure Verträge mit dem Personal, Flugzeugverleihern und den Flughäfen gekündigt, sowie unrentable Strecken rücksichtslos gestrichen.
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