
WirtschaftsWoche zeigt einen Überblick über die Fluglinien mit den meisten Passagieren.
Heimat: Großbritannien / Spanien
Passagiere (2010): 57,3 Millionen
Umsatz (2010): 14,8 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): 225 Millionen Euro
International Airlines Group ist das Ende eines langen Trauerspiels. Unter diesem Namen firmiert British Airways (Foto) seit sie nach fast drei Jahren im Januar endlich die spanische Iberia schlucken konnte. Zuvor hatten die Briten fast zehn Jahre lang versucht, durch Schrumpfen und mehr Qualität für Geschäftsreisende den Attacken von Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet im Europaverkehr sowie Langstreckenflieger wie Lufthansa oder Emirates zu widerstehen. Das scheiterte zuerst an streikfreudigen Angestellten und dann am Verbot der Wettbewerbshüter für eine engere Kooperation mit American Airlines in der Oneworld Allianz.Doch jetzt schein der Weg frei.
Texte:Rüdiger Kreß
Foto: rtr

Heimat: USA
Passagiere (2010): 59,8 Millionen
Umsatz (2010): 9,0 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): 379 Millionen Euro
Fast wäre die Linie aus Tempe in der Nähe von Phoenix, Arizona, die weltgrößte geworden. Nachdem America West in 2005 die Fusion mit US Airways hinter sich hatte, wollte Konzernchef Doug Parker die Delta Air Lines schlucken. Der Deal scheiterte und das war gut so. Denn bis heute haben America West und US Air ihre Fusion noch nicht recht abgeschlossen. Zudem hat das Mitglied von Lufthansa Star Alliance den schlechtesten Ruf unter den ohnehin nicht hoch angesehenen US-Linien.Foto: dapd

Heimat: China
Passagiere (2009): 64,8 Millionen
Umsatz (2009): 4,5 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2009) 62 Millionen Euro
Noch im Jahr 2000 galt die Linie als modernste der Volksrepublik. Ihre Heimat Shanghai war das wichtigste Wirtschaftszentrum des Landes, eine Annäherung an British Airways stand kurz bevor und der Service war deutlich besser als bei der heimischen Konkurrenz. Doch dann gab es bei der von der Regierung verordneten Übernahme von drei kleineren Linien Probleme. Die lokale Regierung unterstützte den Lokalrivalen Shanghai Airlines und dann kaufte sich statt British Airways Star-Partner Singapore Airlines ein. Doch seit dem Beitritt zu Air-France-Allianz Sky Team und der Übernahme von Shanghai Airlines ist die Linie wieder auf Kurs.Foto: rtr

Heimat: Frankreich / Niederlande
Passagiere (2010): 71,4 Millionen
Umsatz (2010): 23,6 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): -613 Millionen Euro
Erste grenzübergreifende Fusion, große Teil eignen Skyteam Allianz zum Gemeinschaftsunternehmen vertieft, und der Rückhalt des Staats sorgten für einen gezielten Ausbau der Hauptflughäfen Paris und Amsterdam sowie für weniger Konkurrenz durch Billigflieger oder Fluglinien vom Golf. Bis zum Jahr 2008 schien Air France keinen Fehler zu machen. Doch dann verspekulierte sich die Linie bei Preissicherungsgeschäften für das Flugbenzin und nach dem Absturz eines Flugzeugs sowie ein paar Fast-Unglücken wurden die Passagiere vorsichtiger. Nun rächt sich, dass besonders der französische Teil in guten Zeiten deutlich weniger auf Effizienz getrimmt wurde als der niederländische.Foto: rtr

Heimat: Irland
Passagiere (2010): 72,8 Millionen
Umsatz (2010): 3,6 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): 401 Millionen Euro
Seit der irische Buchprüfer Michael O’Leary vor knapp 20 Jahren in Dublin den Chefsessel des angeschlagenen Regionalflieger Ryanair übernahm, kannte er nur einen Grundsatz: Lieber alle Welt verärgert, als einen Euro nicht gespart. Wenn Kunden und Konkurrenten Mickerservice und als Marketingbeihilfen bemäntelte öffentliche Hilfen brandmarken, haben sie zwei Dinge verkannt. Die Kampfpreise sind der Maßstab, von dem sich die Konkurrenz nicht weit entfernen kann ohne Kunden zu verlieren. Und im Kern ist Ryanair letztlich eher Flugzeughändler, bei dem durch billigen Einkauf und raschen Verkauf so viel hängen bleibt, dass er die Fliegerei quasi mit durchzieht.Foto: dapd

Heimat: China
Passagiere (2010): 76,5 Millionen
Umsatz (2010): 11,6 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): 969 Millionen Euro
Es hat einfache Gründe, dass ausgerechnet die Linie aus Kanton dem Süden Chinas zur mit Abstand größten Airline im Wachstumsmarkt Asien wurde – und nicht der längjährige Marktführer und Lufthansa-Partner Air China. China Southern konnte weit weg von der Hauptstadt ohne großen politischen Einfluss am ehesten wie ein Unternehmen agieren und die Lage im „Fabrik der Welt“ genannten Perlflussdelta sowie glückliche Zukäufe sorgten für starkes Wachstum. Dazu ersparte der Fokus auf den Inlandsmarkt, wo der Partner von Air France-KLM in der Skyteam-Allianz drei Viertel seines Umsatzes macht, große Investitionen.Foto: rtr

Heimat: Deutschland
Passagiere (2010): 91,2 Millionen
Umsatz (2010): 27,3 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): 1131 Millionen Euro
Den Titel „umsatzstärkste Fluglinie“ verdanken die Deutschen nicht nur wie Swiss, Austrian, der britischen BMI oder SN Brussels aus Belgien. Als einzige Linie hat sie viel Geschäft abseits der Passagier-Fliegerei. Ihre Technik Tochter ist der weltgrößte Wartungsbetrieb, die Cargo (Foto) eine der größten Frachtlinien und die LSG die weltgrößte Flugküche. Nicht zuletzt dank des Sicherheitsimage und den vielen Zielen in Wachstumsregionen wie China und Indien konnte Lufthansa bei den Kunden lange im Schnitt höhere Preise als andere durchsetzen. Doch das gerät ins Wanken durch Konkurrenten wie Air Berlin im Inland oder Emirates auf der Langstrecke.Foto: AP

Heimat: USA
Passagiere (2010): 105,2 Millionen
Umsatz (2010): 16,9 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): - 355 Millionen Euro
Bis zu der Fusion von Delta und United war die Linie aus Dallas die nach Passagieren weltgrößte Linie. Grund war die Übernahme der legendären TWA in 2001. Die Kosten der Fusion hätten American aber fast umgebracht in der Krise nach den Terroranschlägen des 11. September 2001. Pech hatte American auch bei der Allianz Oneworld. Jahrelang verhinderten die Kartellwächter eine so enge Zusammenarbeit wie Lufthansa-United. Doch dank – zumindest für US-Verhältnisse – geringer Spannungen zwischen Management und Belegschaft und eines relativ guten Produkts, gelang American als einziger Linie eine Sanierung ohne Gläubigerschutz.Foto: rtr

Heimat: USA
Passagiere (2010): 112,7 Millionen
Umsatz (2010): 11,2 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): 375 Millionen Euro
(Anagaben inklusive AirTran)
38 Jahre lang Gewinn in einer Pleitebranche, das Reisen mit Billigflügen revolutioniert und trotzdem die beliebteste Linie des Landes. Der Erfolg der Texaner hat letztlich nur einen Grund: Sie machen alles anders als die Konkurrenz. Als erste US-Linie hatte Southwest weibliche Vorstände wie die derzeitige Finanzchefin Laura Wright oder schwarze Piloten. Statt kurzatmiger Sonderangebote finden die Kunden dauerhaft und zuverlässig niedrige statt billiger Preise, die Atmosphäre an Bord wie im Management verbindet Entspanntheit mit Effizienz und bei allem Drang zum Sparen meidet die Linie Extreme und verlangt nicht für jede Leistung Extragebühren.Foto: dapd

Heimat: USA
Passagiere (2010): 145,6 Millionen
Umsatz (2010): 25,7 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): 644 Millionen Euro
Vom Sanierungsfall zur US-Linie in Sachen Umsatz und Gewinn: das verdankt der Partner der Lufthansa im Rahmen der Star Alliance der Fusion mit Continental. De facto war die Verbindung vom vergangnen Jahr eine Art umgekehrte Übernahme. Denn auch wenn der Name United ist und der Hauptsitz in einem Vorort von Chicago liegt, im Management gibt jetzt mehr oder weniger Continental aus Houston, Texas den Ton an. Das ist die Hoffnung aller, die in eines der gut 650 Flugzeuge einsteigen, denn Continental hat als einzige US-Linie besonders im Inlandsverkehr in den Krisen der vergangenen zehn Jahre kaum am Service gespart.Foto: rtr
WirtschaftsWoche zeigt einen Überblick über die Fluglinien mit den meisten Passagieren.
Heimat: Großbritannien / Spanien
Passagiere (2010): 57,3 Millionen
Umsatz (2010): 14,8 Milliarden Euro
Gewinn nach Steuern (2010): 225 Millionen Euro
International Airlines Group ist das Ende eines langen Trauerspiels. Unter diesem Namen firmiert British Airways (Foto) seit sie nach fast drei Jahren im Januar endlich die spanische Iberia schlucken konnte. Zuvor hatten die Briten fast zehn Jahre lang versucht, durch Schrumpfen und mehr Qualität für Geschäftsreisende den Attacken von Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet im Europaverkehr sowie Langstreckenflieger wie Lufthansa oder Emirates zu widerstehen. Das scheiterte zuerst an streikfreudigen Angestellten und dann am Verbot der Wettbewerbshüter für eine engere Kooperation mit American Airlines in der Oneworld Allianz.
Doch jetzt schein der Weg frei.
Texte:Rüdiger Kreß
Foto: rtr
Wenn sich eine Branche durch schlechte Nachrichten die Laune nicht verderben lässt, dann sind es die Flieger. Doch wenn ab Sonntag in Peking die Jahrestagung des Weltluftfahrtverbandes Iata steigt, ist die Stimmung wahrscheinlich nicht nur in den offiziellen Teilen am Vormittag gedämpft. Auch beim Galaempfang in der Großen Halle des Volkes, den der weltgrößte Flugzeughersteller Airbus sponsert, dürfte die Laune weniger gut sein als sonst unter den rund 230 Fluglinien, Flugzeugherstellern, Flughäfen und Leasingfirmen. Schließlich verbindet die Akteure die Erinnerung an viele solche Abende und gemeinsam durchlittene Krisen.
Selbst Asiens Linien machen Pleite
Denn der Raum für die Branche ist im vergangenen Jahr wieder ein Stück enger geworden. Das teure Flugbenzin trieb die Fluglinien reihenweise in die Pleite. Allein in Europa hatten mehr als 20 Linien ihre letzte Landung. Doch kaum wird der Sprit billiger, droht die Konjunktur zu kippen. Und das gilt erstmals selbst für die Boom-Länder Asiens, wo die großen Fluglinien vor allem dank des Geschäftsreiseverkehrs noch einigermaßen Geld verdienten.
Politik mischt sich ein
In jeder anderen Branche würde daraufhin das Angebot sinken und die stärkeren Spieler würden ein paar schwächere schlucken. Das ginge solange, bis am Ende wie bei den Autoherstellern ein paar globale Riesen und einige lokale Anbieter übrig bleiben, die sich die permanenten Preiskämpfe auch leisten können. Doch das verwehrt der Flugbranche die Politik.
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