Lufthansa-Caterer: LSG hat Appetit auf Billigflieger

Lufthansa-Caterer: LSG hat Appetit auf Billigflieger

, aktualisiert 15. November 2016, 01:29 Uhr
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Flugzeugessen für die Erste Klasse bei Lufthansa: Flugzeug-Caterer LSG entdeckt Billigflieger als Markt mit neuen Anforderungen.

Quelle:Handelsblatt Online

Weltweit stammt jedes dritte Bordmenü aus der Küche der LSG. Auf den Wandel in der Flugbranche stellt sich die Lufthansa-Tochter mit Bezahl-Essen in Billigfliegern ein. Dabei spielt plötzlich auch Instagram eine Rolle.

Die Lufthansa -Catering-Tochter LSG stellt sich auf den neuen Appetit ihrer Airline-Kunden auf Bezahlmenüs an Bord ein. "Wir sind mittendrin in der Entwicklung", sagt LSG-Chef Erdmann Rauer in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Unternehmen habe die Neuausrichtung vor zwei bis drei Jahren begonnen. Hintergrund ist ein veränderter Markt: Vorrangig Billig-Fluglinien sparen sich die im Ticketpreis enthaltene Verpflegung und verkaufen hungrigen Passagieren lieber gegen Bares Essen. Damit sinken für die Airlines die Kosten und somit die Ticketpreise, während der Bordverkauf für zusätzliche Einnahmen sorgt.

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Und den Essensverkauf über den Wolken übernimmt - unbemerkt von den Fluggästen - LSG, etwa bei Ryanair. "Neu für uns ist, dass wir die kommerzielle Verantwortung übernehmen", sagt Rauer. "Die Umstellung vom Caterer zum Einzelhändler ist eine große Herausforderung."

Ein wichtiger Punkt ist beispielsweise, dass die Menüs und die Verpackungen ansprechend sein müssen, damit Passagiere dafür Geld lockermachen. "Angeblich ist Essen eines der beliebtesten Fotomotive, es wimmelt auf Instagram von solchen Bildern. Dem müssen wir gerecht werden."

Wandel lastet auf LSG-Gewinnen

LSG mit Sitz in Neu-Isenburg in der Nähe des Frankfurter Flughafens ist seit 70 Jahren im Geschäft und kocht jedes dritte Bordessen weltweit. Doch die 14 Milliarden Euro schwere Branche stecke im Umbruch, da früher oder später zehn bis 15 Prozent der Umsätze auf den Bordverkauf entfallen dürften, sagt Rauer, der den Konzern mit drei Milliarden Euro Umsatz seit zwei Jahren lenkt. "Die Transformation kostet Geld."

Der Jahresgewinn werde deshalb die 99 Millionen Euro von 2015 nicht mehr erreichen. Auch an den mehr als 34.000 Mitarbeitern werde die Neuausrichtung nicht spurlos vorbeigehen, sagt er. "Durch den Marktumbruch werden wir viele Betriebe haben, die nicht mehr die gleiche Auslastung wie früher haben."

Die Arbeitnehmervertreter würden frühzeitig in die Überlegungen des Managements miteinbezogen. Im Sommer war ein Plan bekanntgeworden, demzufolge 1700 von 5500 Vollzeitstellen in Deutschland wegfallen könnten.


Lufthansa-Tochter LSG sucht Kunden, die auf dem Boden bleiben

Um den Wandel abzufedern, sucht LSG nach neuen Kunden außerhalb der Luftfahrt für die 210 Küchenbetriebe weltweit. Dazu gehören etwa die Deutsche Bahn, die britische Eisenbahngesellschaft Virgin Trains, die Kioskkette 7-Eleven und Starbucks.

Mit Bordmenüs erzielt LSG derzeit 85 Prozent des Konzernumsatzes, weitere 15 Prozent stammen aus dem Nicht-Airline-Bereich. In fünf Jahren dürfte sich das Verhältnis auf 75 Prozent zu 25 Prozent verschieben, sagt Rauer. Doch auch das klassische Geschäft dürfte weiter wachsen, und zwar um vier Prozent pro Jahr.

Hier profitiere die Firma davon, dass stark wachsende Airlines vom Persischen Golf und aus China viel Geld in Essen für ihre Business-Class- und Premium-Economy-Kunden investierten, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen, sagt er. Zudem versorgt LSG auch die Lufthansa Lounges in München und New York.

Um seine Zukunft bei der Lufthansa muss LSG derzeit nicht bangen. Ex-Vorstandschef Christoph Franz hatte vor einigen Jahren laut überlegt, die Sparte zu verkaufen, doch sein Nachfolger Carsten Spohr zählt das Unternehmen wegen seines wenig zyklischen Geschäfts zu einem Kern des Lufthansa-Konzerns.

Analysten zufolge ist LSG eine Milliarde Euro wert. Allerdings sei die Marge mit drei Prozent unterdurchschnittlich, sagt Fondsmanager Michael Gierse vom Lufthansa-Großaktionär Union Investment. Konkurrent Do&Co komme etwa auf zehn Prozent und GateGroup auf sechs Prozent. Fünf Prozent bei LSG wären da schon ein Erfolg, sagt Gierse. Doch schnell werde es nicht gehen, merkt Rauer dazu an. Die Margen dürften erst in drei bis fünf Jahren steigen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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