Lufthansa-Chef: "Mehr einfallen lassen"

Lufthansa-Chef: "Mehr einfallen lassen"

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Christoph Franz, 51, führt die umsatzstärkste Fluglinie der Welt seit Jahresanfang.

von Rüdiger Kiani-Kreß und Stephanie Heise

Christoph Franz führt die Lufhansa seit zehn Monaten. Er hat sich viel vorgenommen. Wie die Fluglinie im Kampf gegen Billigflieger und Airlines vom Golf stärker werden soll.

Herr Franz, Sie sind jetzt gut zehn Monate im Amt. In der Zeit haben Sie mit Dingen wie dem gerade vorgestellten neuen Modell für den Verkehr von und nach Berlin bereits mehr geändert als ihr unmittelbarer Vorgänger Wolfgang Mayrhuber am Ende seiner Amtszeit. Wozu nun die Eile?

Franz: Ich habe keine besondere Eile. Aber wir erleben speziell in diesem Jahr sehr viele Veränderungen wie die Belastung durch die Luftverkehrsabgabe, das Erdbeben in Japan, die Freiheitsbewegung im arabischen Raum und die Unruhe an den Finanzmärkten. Der Bedarf ist also da, die Gruppe zu verändern und sie von solchen äußeren Einflüssen unabhängiger zu machen. Wenn wir in der Zukunft erfolgreich sein wollen, müssen wir schnell Taten folgen lassen.

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Gab es in den vergangenen Jahren einen Reformstau?

Franz: Im Gegenteil. Wolfgang Mayrhuber hat in den sieben Jahren im Amt viel verändert. Da machen wir weiter, wenn auch vielleicht mit einer anderen Veränderungsgeschwindigkeit. Es ist doch klar, dass jemand in den letzten Monaten seiner Amtszeit nicht Veränderungen anstößt, die letztlich der Nachfolger umsetzen soll.

Sie nennen Ihr eigenes Unternehmenskonzept Airline Powerhouse. Was heißt das konkret?

Franz: Gerade beim Langstreckenverkehr wird es in Europa nur wenige Anbieter geben, die große, attraktive Netze anbieten können. Dort will Lufthansa vorne dabei sein als Europas Airline Powerhouse Nummer eins.

Haben Sie das nicht erreicht?

Franz: Das haben wir auch. Aber wir wollen jetzt dafür sorgen, dass das auch für die Zukunft gilt.

Bereits Ihr Vorgänger hat gesagt, dass in Europa nur drei Fluglinien-Gruppen übrig bleiben und viele künstlich am Leben erhaltene Airlines sterben. Aber passiert ist bisher wenig.

Franz: Das sehe ich anders, der europäische Airline-Markt hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Die Konsolidierung hat aber nicht nur durch Übernahmen stattgefunden, sondern auch weil große Linien wie wir deutlich schneller gewachsen sind als kleinere und ihre Marktanteile vergrößert haben. Dieses Wachstum wird natürlich weniger schnell wahrgenommen. Dazu gibt es unter den Fluglinien in Europa fast keine Einzelgänger mehr. Für kleine und mittelgroße Linien, die vor allem Umsteigeverkehr mit Kurz- und Langstrecke betreiben, wird es zunehmend schwierig, mitzuhalten, wenn sie sich keiner der großen Allianzen mit entsprechenden Synergievorteilen anschließen. Denn die Low-Cost-Linien wachsen nach wie vor sehr aggressiv, auch wenn sie zunehmend Wachstumsgrenzen erreichen.

Und wie hilft Ihnen in dieser neuen Flugwelt Ihre Idee vom Airline Powerhouse?

Franz: Wir haben schon früh Allianzen ins Leben gerufen oder Joint Ventures mit unseren Partnern gegründet, wie A++ mit United Airlines und Air Canada für den Nordamerika-Verkehr die Kooperation mit unseren Alliance-Kollegen All Nippon Airways aus Japan. Die Lufthansa Group ist profitabel gewachsen, hat die Qualität und Breite des Flugnetzes stetig verbessert, und wir haben eine starke Marke. Unser Heimatmarkt ist Europa, und unsere Position als führende europäische Fluggesellschaft wollen wir halten und weiter ausbauen. Weiterhin so innovativ zu sein und neue Ideen umsetzen zu können gelingt uns aber nur auf Basis solider Finanzen. Die haben wir. Aber das soll auch in Zukunft so bleiben, damit wir investieren und die zukünftige Airline-Landschaft mitgestalten können.

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